Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dresdens Augusten:!,

und Stadttheile zeigen, sind von diesem Künstler mit trcffendcrWahrheit dargestellt.Auch sieht man hier mehre Ansichten sächsischer Gegenden, z. B. desDybin, desLiliensteinS :c., von dem Hofmaler Alexander Thiele. — 4) Das Augusteumoder die königl. Antikensammlung ist in den einfach schönen und hohen Sä;len des japanischen Palastes würdig aufgestellt. Über diese Sammlung, die Jedem,der sie unter der Leitung des Archäologen Böttiger sah, unvergeßlich blieb, gibt esein schönes Werk, das „Augusteum", von Becker, mit treuen Abbildungen allerbedeutenden hier befindlichen Antiken, und ein genaues Verzeichniß vom Jnsp.Hofr. Hase (Dreöd. 1826). Um die Mitte des 16. Jahrh, kaufte Kurs. Augusteinige kleine Antiken und Münzen; Johann Georg III. vermehrte sie mit andernAlterthümern; August II. nahm um 1120 jene Antiken aus der Kunstkammer,und durch die Erwerbung der kostbaren Sammlung des Fürsten Chigi zu Rom , dieer 1125 für 60,000 Scudi erhielt, und vieler einzelnen Antiken aus den Samm-lungen der Cardinäle Albani und Bellori , der Mumien, die der berühmte Reisendedella Dalle aus Ägypten mitgebracht hatte, und der vom Grafen v. Wackerbarth in Italien gesammelten Denkmale, ward er der eigentlicheStifter des Augusteunis.Sein Nachfolger, August I II., bereicherte die Sammlung durch den Ankauf aderBronzen und modernen Bildhauerarbeiten des Grafen Drühl, durch einige in An-tium gefundene Denkmale, und vorzüglich durch die 3 unvergleichlichen Statuender Hcrculanerinncn, die er für 6000 Thlr. von den Erben des Prinzen Eugenv. Savoren kaufte. König Friedr. August vergrößerte ebenfalls dieSammlung undwurde besonders dadurch ihr zweiter Stifter, daß er sie aus den enge» Pavillons inigroßen Garten 1185 im Erdgeschosse de» japanischen Palastes aufstellen ließ.Leider sah der damalige Aufseher nur aufEbenmaß, nicht auf Gehalt, Styl undBedeutung, und paarte oft das Mittelmäßige mit dem Vortrefflichsten in diesen10 Sälen zusammen. (Der 11. und 12. Saal enthalten bloß neue Bildwerke.)Zu den ältesten Bildwerken gehören die Löwen von ägyptischem Syenit, von wel-chen 2 den Eingang des Kunstschatzes hüten, der dritte und schönste sich aber imMumienzimmer befindet. Ein Jsirbild mit dein Nilschlüssel. Vier Mumien, vondenen besonders die beiden von della Volle mitgebrachten merkwürdig sind. Dazuist ein echt-ägvptischer Sarkophag aus Sykomorus. Diese Alterthümer, sowiemehre Marniorsarkophage mit merkwürdigen Basreliefs, schöne Mosaiken, campa-nische Gefäße und slawische Alterthümer, sind in dem letzten Saale aufgestellt, inwelchem das vor ungefähr 60 I. in Rom entdeckte Columbarium der Livia treunachgebildet ist. Zu den köstlichsten Denkmalen des ältesten griechischen Styls ge-hört die dreiseitige Candelaberbasis mit dem daraus vorgestellten Dreifußraub undseiner Wiedereinweihung. Sie ist wahrscheinlich aus Delphi: der Marmor istparisch, und diese Basis gehört zu den echtesten und seltensten Kunstwerken aus derZeit vor Phidias . Aus derselben Zeit ist der Ltturz einer Pallas, an welcher Helm,Arme und Füße schlecht ergänzt sind. An ihrem PepluS ist der Gigauienkainpf inerhabener Arbeit vorgestellt. Wichtige Denkmale des hohen und schönen Styls(von Phidias bisPraxireles) sind: ein gut erhaltener kolossaler Muiervenstiirz, derdurch den kühnen Wurf des SchuppenpanzerS und die Großheit der Formen undFalten an des Phidias hohe Pallasbilder erinnert; eine sitzende kolossale Heroinen-sigur von hoher Schönheit, die wahrscheinlich eine Niobe ist; ein sterbender Sohnder.Niobe, in welchem Todeskampf und Jugendblüthe wunderschön vereint sind;ein Niobekopf, welcher in der antiken Dolorosa schon das Vorbild emer christlichenMater Dolorosa ahnen läßt. Dem Zeitalter des reizenden lLtyls Lrsspp's und sei-ner Nachfolger Kunstschulen gehören folgende Werke an: 2 athenische Kanepho-ren, ungeschickt ergänzt; eine schöneVenu- Anadvomene oder Prtica, nicht sogut erhalten als die mediccische, aber in den erhaltene,, Theilen ncch vollendete, .Ein bacchischee Genius, das entzückendste Kunstwerk dieser Art; man sieht hier das