374 Dresden (Münzcab., Kunstkainin., Modellkainin.) Driburg
zellan. Das chinesische und japanische Porzellan, das 8 Zimmer füllt, entkalkviele alte Vasen und Gerüche aller Art, Götzenbilder -c. Die Majolicagefäße n9. Zimmer sind als Seltenheiten sehenswerth. Das Anziehendste aber ist die rei-che Sammlung von sächsischem Porzellan, worin man die Fortschritte von den er-sten merkwürdigen Versuchen an bis zur heutigen Vollendung beobachten kann.—8) Das Münzcabinet befindet sich gleichfalls in einem schön verzierten Saaleim Erdgeschosse des japanischen Palastes. Diese schon unter Johann Georg I l. be-deutende Sammlung wurde unter den beiden Augusten vermehrt, und vom KönigFriedrich August durch den Ankauf einzelner Stücke und ganzer Sammlungen, wiez. D. des Madai'schen aus 9000 bestehenden Groschencabinets, ansehnlich berei-chert. Die Sammlung von griech. und röni.Münzen ist zwar nicht zahlreich, aberdurch manches seltene Stück bedeutend. Am reichsten ist das Eabinet von sächsi-schen Münzen in Gold und Silber. — 9) Die Kunst kämme r. Kurs. Augustgründete diese Sammlung, die sich seit 1739 im Zwingergebäude befindet, und un-ter der Obhut des jedesmaligen Aussehers des mathematischen Saals steht. Untervielen Seltenheiten, die hier mit manchen Spielereien gepaart wurden, sind diemerkwürdigsten: Christi Geburt in Alabaster von Sebast. Walther; ein metallenesCrucifixvonI.v. Bologna; Lucifers Fall, eine Gruppe von 80 Figuren aus einem13 Zoll hohen und 8 Zoll breiten Stück Elfenbein; Kunz von Kaufungen von demKöhler festgehalten, von getriebener Arbeit in Stahl >c. In dem zur Kunstkam-mer gehörenden Uhrenzimmer findet man 150 Uhren, worunter Gärtner s großeUhr mit 360 Zeigern, welche den Zeitunterschied ebenso vieler Örter zeigt. — 10)Die Modellkammer. Diese Sammlung, welche Kurfürst Ioh. Georg lst.anlegte, befindet sich in einem Theile des Zwingergebäudes. In neuern Zeiten hatsie, außer verschiedenen Arbeiten des verstorbenen Modellmeisters Gärtner, keinenZuwachs erhalten. Der Verrath an Modellen und Maschinen zur Wasser-, Berg-,Civil - und Kriegsbaukunst ist nicht unbedeutend; Gärtner's Werke sind besonderssehenswerth, unter andern seine Modelle zu 200 Fuß langen Brücken ohne Zwi-schenpfeiler. Zn einem andern Pavillon des Zwingers zeigt man die sehr sehens-werthen Modelle von dem Tempel Salomonis, der Stiftshütte und einer Syna-goge.—Auch in den Ateliers der ausgezeichneten, hier lebenden Künstler, der Pro-fessoren Hartmann, Matthäi, Seydelmann, Rößler, Vogel und Pochmann; derMitglieder der Akademie, Friedrich undRetzsch; derBildhauerKühn undPettrich;der Blumenmaler Friedrich und Tettelbach; der Kupferstecher Darnstedt, Krüger,Frenzel, Gottschick; der Architekten Schuricht, Thormeyer, wird man in dem Je-dem eignen Fache interessante Arbeiten finden. Die schönsten musikalischen Spiel-uhren findet man bei dem Sohne des kunstreichen Friedrich Kaufmann , dem Erfin-der des Harmonichords, des Belloneons und Automelodions sowol als des künstli-chen Trompeters; desgleichen bei Blaßmann und Heine. (Dgl. die des. Art.)
Dreyer (JohannMatthias), geb. zu Hamburg 1716 und gest. daselbst1769, ein Schöngeist, nicht ohne Witz und satyrische Einfälle, aber ohne poetischesGenie, Religiosität und Wahrheit. Seine Gedichte kanien 1771 zu Aktona her-aus. Die meist anstößige Sammlung gereimter Gesundheiten: „Schöne Spiel-werke beim Wein, Punsch, Bischof und Krambambuli" (Hamburg 1763), wurdeconfiscirt und unter dem Geläute der Schandglocke auf dem sogenannten ehrlosenBlocke in Hamburg verbrannt, nachdem alle Prediger daselbst von der Kanzel wi-der die darin enthaltenen Ruchlosigkeiten geeifert halten. Sie ist daher sehr seltengeworden.
Driburg, Städtchen in dem preuß. Westfalen im Regierungsbez. Min-den, 1700 Einw., 3 M. von Paderborn, 4 M. von Pyrmont , mir einem starkbesuchten Gesundbrunnen , eine Viertelstunde von der Stadt. Das Wasser ist sali-nisch-martialssch, klar, von scharfem, stechendem, säuerlich -eisenhasiem Geschmack.