Dürer
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zu Nürnberg , bekam ihn 1486 in die Lehre. Nachdem er ausgekernt, ging eraufdieWanderschaft und reiste 1490 durch Deutschland und Elsas', 1492 ging er überKalmar, 'Dasei, und kam 1494 wieder in die Heimath zurück. Hier machte er seinM-ickerstück, eine Zeichnung, die den Dtp Heus darstellte. Seinem Vater zu Liebeheirarhete er des berühmten Mechanikers Hans Fritz zu Nürnberg Tochter; dochdies unfreundliche Wesen verbitterte in der Folge sein Leben und mag ihm wol einfrühes Grab bereitet haben. Von s. frühern Arbeiten kennen wir s. eignes Bild ohneBart, von 1500, Johannes den Täufer, St.-Onuphrius, die 3 Weisen aus demMoraenlande, von 1504, und eine Maria; außerdem einige Kupferstiche. 1505ging er nach Venedig , um sich in f. Kunst zu vervollkommnen, wozu ihm B. Pirk-heimer ein Capital vorschoß. Seine Geschicklichkeit erregte Neid und Bewunderung.Er malte hier die Marter des h. BartholomäuS für die St.-Marcuskirche, welchesGemälde Kaiser Rudolph kaufte und nach Prag bringen ließ. Auch reiste er nochBologna , um die Perspective genauer zu studiern. Aufs. Styl hatte diese Reisekemen Einfluß. Mit s. Rückkehr, 1507, beginnt die eigentliche Zeit s. Meisterschaft.1520 besuchte D. noch ein Mal, wahrscheinlich zur-Erholung, die Niederlande .Sein Ruhm erfüllte die Lande weit und breit. Maximilian I. ernannte ihn zu sei-nem Hofmaler; Karl V. bestätigte ihn in dieser Würde und verlieh ihm zugleichdas Wappen für dieMaler, nämlich in einem lasurblauenFeldc 3 silberne oder weißeSchindeln. D. genoß die Achtung der Höchsten und Niedern; alle Gelehrte undKünstler s. Zeit ehrten und liebten ihn. Um s. mehr ward sein Tod in der Kraft sei-ner Jahre (den 6. April 1528) betrauert. GründlicherFleiß und Fertigkeit in allemMechanischen und ein vorherrschendes Talent, das Gegebene und Wirkliche nachzu-bilden, wodurch er die Richtung der deutschen Kunst bestimmte, zeichnen D. aus. Erwar der Erste, welcher in Deutschland die Regeln der Perspective und der Propor-tionen des menschlichen Körpers nach den Gesetzen der Mathematik lehrte. Zu derSchrift über die Proportion sollen ihn s. Studien, die er zum Behufe der Dar-stellung von Adam und Eva machte, veranlaßt haben. Er bediente sich nicht nur wies. V-rgänger des Grabstichels, sondern war der Erste, welcher dabei das Ätzen unddie Radirnadel anwandte, und die Kupferstecherkunst dabei bedeutend förderte. Ererfand das Mittel, die Holzschnitte mit zweierlei Farben zu drucken, und die gläserneCopirscheibe. Vermittelst feiner großen mathem. Kenntnisse war es ihm möglich,für die Zeichnen- und Malerkunst ein förmliches System zu entwerfen. Er schriebdas erste Buch vom Festungsbau in Deutschland , und zeigte, wie man mit Hülfe derGeometrie die Buchstaben, besonders die Versalien, nach bestimmtem Derbältniß ent-werfen müsse. Groß war er vorzüglich als Portraitmaler; täuschende Ähnlichkeitund alle Leidenschaften waren in der Gewalt seines Pinsels; jede Gemüthsbewe-gung, von ihm dargestellt, war unverkennbar. Auch s. Landschaften verdienen Be-wunderung. Zu s. vorzüglichsten Kupferstichen gehören: feine Fortuna; die Me-lancholie; Adam und Eva im Paradiese; Ritter Tod und Teufel; die Mäßigung;der h. Hubertns, der h. Hieronymus und die kleine Passion in 16 Bl.; zu den vor-züglichsten Holzschnitten, welche ihm beigelegt werden: die große Passion in 13Bl.;die! leine Passion, mit dem Titel 37 Stücke; die Offenbarung Zohannis, mit demTitel 15 Bl.; das Leben der Maria, mit dem Titel 2 Bl. Doch hat Bartsch mehrals wahrscheinlich gemacht, daß D. nicht selbst in Hol; geschnitten habe. Ermacbtebloß Zeichnungen auf Holztafeln, die dann von Formschneidern, deren es in jenerZeit viele tüchtige gab, geschnitten wurden. Dieser echt deutsche Künstler war zu-gleich ein frommer Mensch. Als Schriftsteller arbeitete er auf Veredlung und Rei-nigung der deutschen Sprache hin. worin s. Freund, Willibald Pirkheimer , ihmbeistand. Seine Schriften, welche später ins Lateinische, Französische :c. übersetztwurden, sind in einer Wammlung herausgekommen zu Arnheim bei Z. Zausen1603 in Fol. S-ssein Leben von Z. F. Roth (Lpz. 1791), von Heller (2 Thle., 1827),