Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dufsek Düsseldorf

Dussek (Johann Ludwig), geb. zu Czaslau in Böhmen um 1760, einerder bedeutendsten Pianofortespieler und Coniponisten für dies Instrument, zeich-,nete sich anfangs als Künstler auf der Harnwnica aus, ging 1786 nach Paris ,von da nach London , wo er 1796 eine Musikhandlung und Notenstecherei inVerbindung mit Correi anlegte. 1800 kam er nach Hamburg , wo er sichlängere Zeit aufhielt, ging in der Folge nach Berlin und ward der nähereBekannte, Vertraute und Begleiter des durch seinen rühmlichen Tod, wie schonfrüher durch seine großen Talente, namentlich für Musik bekanntgewordenenPrinzen Louis von Preußen, auf dessen Tod er auch eine seine Gefühle ausdrü-ckende Sonate u. d. T. „lölegle" schrieb. Er wurde nachher beim Fürstenvon Isenburg angestellt, trat aber bald in die Dienste des Fürsten von Bene-vcnt, mit dem er nach Paris ging, wo er 181? starb. Als Componist zeigter viel Eigenthümlichkeit, reiche Erfindung und ein Feuer des Gefühls, welchesauch in seinem trefflichen, sichern und eigentlich großen Spiele unverkennbarwar. Ein Verzeichnis seiner Compositionen gibt Gerber.

Düsseldorf (2200 H., 26,600 E., darunter 3500 Protestanten), Sitzder Regierung des düsseldorfischrn Regierungsbezirks in der preufi. ProvinzIülich-Kleve-Berg, sonst die Hauprst. des Herzoathums Berg, breitet sich aufeiner schönen Ebene am Rhein aus und wird an derSüdseite von derDüssel bespült,die unter dem Schlosse sich mit dem Rheine vereinigt. Durch das franzes. Bom-bardement 1791 wurde das schloß und ein großer Theil der ansehnlichsten Ge-bäude in einen Schutthaufen verwandelt. Die Stadt st? eine der schönsten amRhein ; die Straßen sind zum Theil regelmäßig angelegt, und die Häuser durch-aus von gebrannten Steinen erbaut. Sie theilt sich in die Altstadt, Neustadt undKarlsstadt. Die Neustadt wurde vom Kurfürsten Iobann Wilhelm erbaut.Die Mebäude sind Palästen äknlich, und die breite Straße ist mit Linden besetzt.Die Karlsstadt verdankt ihre Enkstebung und ihren Namen dem Kurfürsten KarlTheodor . In der neuesten Zeit ist sie vergrößert worden. Sie besteht aus meh-ren Vierecken, die einen großen Platz einschließen. Sehenswürdig sind: die Cvl-legiat- und Hauptpfarrkirche mit den Grabmälern der alten Herzoge von Iülichund Berg, unter welchen sich das marmorne Mausoleum des Herzogs Johann aus-zeichnet; die Iefuitcnkirche, welche jedoch mit Verzierungen überladen ist; die bron-zene Reiterstatue des kunstliebenden Kurf. Johann Wilhelm, welchem Düsseldorf sein Emporkommen verdankt (sie steht auf dem Markt und ist von Crepello gegos-sen); die zweite marmorne Statue desselben Kurfürsten, gleichfalls von Crepello,in der Mitte des Schloßhofes (von dem schönen Schlosse sind nur noch die Ruinenvorhanden); die Sternwarte im ehemaligen Iesuitencollegium, und die schöneSammlung physikalischer Instrumente. Die 1690 gestiftete Gemäldegalerie, diereichste an Werken von Rubens u. a. großen Meistern der niederländ. und siamän-dischen Echule, sonst die vorzüglichste Zierde Düsseldorfs, wurde 1805 nach Mün-chen gebracht; nur die kostbare Sammlung von (14,2-11) Originalhandzeichnun-gen, 23 145 Kupferstichen und Gypsabdrücken ist zum Gebrauche der düsseldorf .Kunstakademie noch vorhanden. Hier wurde 1828 ein preuß.-rheinländ. Kunst-verein gestiftet. D. hat eine Kunst- und Bauschule, ein Gymnasium u. a. An-stalten. Bedeutend ist die beiden- und Baumwollenspinnerei, die Essig- und Sei-fensiederei, die Zuckerrafsinerie tc.; bekannt ist der düsseld. Senf. Noch wichtigersind der Speditions- und Zwischenhandel, besonders die Rheinschifffahrl; D.'SHasen ist einer der besuchtesten am Flusse. D. hat eine sogenannte Beurt oderRangfahrt nach Holland und dem Kleve 'schen, welche ausschließlich von 9 Schif-fern betrieben wird, sodaß 5 davon die Transporte nach Amsterdam , und dielandern Transporte nach Dortrecht und zurück besorgen. Bei dem Schlosse Jäger-hof ist der Hofgarten mir geschmackvollen Anlagen und der botanische Garten.