Band 
Dritter Band. D bis E.
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Dutens

Duval (Valentin Jameray)

Dutens (Louis), stammte von protest. Ältern aus Tours, geb. ben 15. Jan.1730 daselbst, starb in London den 23. Mai 1812. Glücksumstände begünstigtens. wissenschaftliche Ausbildung so auffallend, daß er in hohem Alter seine Tage alsbrit. Historiograph und alsMitgl. der Akad. der Wissensch. in London und der In-schriften in Paris beschloß. Mit Mühe fand er eine Hofmeisterstelle, als ihn einigemißlungene Versuche im Trauerspiel überzeugt hatten, daß er zum Dichter keineAnlage habe. Betty Pitt, des großen Chatam Schwester, empfahl ihn an ihrenBruder. Ein Lord, dessen Sohn er unterrichten sollte, bemerkte, daß D. an gründ-lichen Kenntnissen nicht reich war, und wurde selbst dessen Lehrer, damit sein SohnVortheil davon habe. Viele lebende und todte Sprachen erlernte er schnell nach ein-ander. Der Zögling starb, und D. übernahm den Unterricht der taubstummenSchwester desselben. Als aber das Mädchen sich in ihn verliebte, verließ er ausPflichtgefühl das Haus ihres Vaters. Seitdem bereicherten die Lords Mackenzie,George Pitt, Northumberland , Algernon u. A. ihn mit Pensionen, geistlichenPfründen und Legaten. Er ging 3 Mal als brit. Geschäftsträger nach Turin ,durchreiste mehrmals ganz Europa und knüpfte mit den meisten europ. Gelehrtenpersönliche Bekanntschaft an. Die Liste seiner oft aufgelegten Werke beweist dieVielseitigkeit dieses Gelehrten, der, durch den Umgang mit den höhern Ständengebildet, in s. Schriften auch die Geschliffenheit eines Weltmanns darlegt. In6 Bdn. gab er Leibnitz's sämmtl. Werke in Gens heraus; sie sind aber nicht ganzvollständig; übrigens schätzen Mathematiker des Herausgebers Vorwort zu dermathemat. Abtheilung. Durch die beiden Sammlungen: c.ijuicc poeligua"

undLo«ies" machte sich D. als Dichter bekannt. Seinek1eel>eiul><--j .-irt'c>ri-fl»o de« dccnuvertc« .illriimük'; nux modernes" beweisen des Vers. großeBelesenheit, zugleich aber auch, daß D. das Wissen und Erfinden der Alten einwenig zu hoch stellt. Sein ,/koesin, e>» .n>>pel .,» bemsens", den er mehre MaleUmdrucken ließ, enthält scharfe Ausfälle auf Voltaire und Rousseau ; überhauptwar D. ein Gegner der reformirenden Philosophie und geißelte ihre Helden beijeder Gelegenheit. Drei s. Schriften über alte Münzen und Denkmünzen änderteer bei jeder neuen Aufl., sowie seine Kenntnisse sich erweiterten, oder s. Hypothesen,an denen er reich war, sich beschränkten, in vielen Punkten um. Ins.Oeu, i rrmelecs" (Lond., 4 Bde.) findet man auch s.I.o^igue, ou I'art de rnis,inner".Sein oft von ihm verbess.ltiner.-lire des rontes les plus lregnentees" war zuseiner Zeit schätzbar; weniger Verdienst haben s. Denkwürdigkeiten über kostbareSteine. Historisches Interesse hat s.llistoire de eegni s'est pssse pom le re-tsldissement d'nne re^enee en ^NAletterre" (1789). SeineLonsidcrationrtbeolopügiies rnr les moven» de reunir tontes les epdises ein elieimes" (einfrüher so oft versuchter Entwurf!) wurden mehrmals r^kgelegk, weil die Idee diesMal von einem Diplomaten und Weltmann ausging. Nach des Dfs. Grille sollteein Concilium eine allgemeine Concordienformel nach den Beschlüssen der Kirchen-versammlungen der ersten 6 Jahrhunderte aussprechcn, und dieser die gesammteChristenheit als Glaubensformel ihre Zustimmung ertheilen. Auch in die Genealo-gie der Romanhelden verirrte sich D., den sein Amt niemals viel beschäftigte, in der,,Tu1de genesIvAigus des leer»; de romun". Allgemeinen Beifall fanden 3Bde.,, lziernoire; d un vo^.xpienr gui se repose" (Par. 1806, deutsch in 2 Bdn) 1808).Der 3. Th. unt. d. des. Tit.:Ouiensi.i»»", enthält Anekdoten und Beobachtun-gen. Ein früheres ähnliches Werk war interessanter für die scandalöse Chronik be-deutender Männer seiner Zeit; er fand aber für gut, die ganze Aufl., ehe sie sichverbreitete, vernichten zu lassen, und, was selten der Fall ist, erreichte seinen Zweck.

Duval (Valentin Jameray), Bibliothekar des Kaisers Franz 1., geb.1695, Sohn eines armen Bauers in dem Dorffe Artonay in Champagne. Im10. Jahre wurde D. Waise; im 14. I. aus s. Geburtsorte durch Dienstlosigkeit