Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
421
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Eberhard (August Gottlob) Eberhard (Johann August) 421

Eberhard (August Gottlob), einer der vorzüglichsten deutschen Erzähler,geb. 1769 zu Kelzig im ehemal. Kurkreise, wo er aber nur bi« in sein zweites Zahrblieb, da sein Vater in Halle angestellt wurde. Schon früh zeigte er Neigung zurDichtkunst. Als er im 12. Z. seinen Vater verloren hatte, wurde er als Pflege-sohn in den heitern Kreis der Familie von Madai aufgenommen. Gegen seineNeigung, doch mit ernstlichem Eifer, studirte er Theologie, bis ein Besuch derdamaligen Richter'schen und Winkler'schen Gemäldesammlungen in Leipzig denAnstoß gab, eine lebhafte Neigung zur bildenden Kunst in ihm zu entwickeln, wel-cher er sich, aller Hindernisse ungeachtet, eine Reihe von Jahren vorzugsweise hin-gab. Er schrieb dabei vielerlei in Prosa und in Versen, ohne an eine öffentlicheMittheilung zu denken. Als er 1792 in der Ankündig. einer belletrist. Zeitschrift:„Idas Blumenkörbchen", das Anerbieten las, annehmliche Beiträge mit 3 Louis-d'or für den Bogen zu honoriren, klang ihm dies so unglaublich, daß er es für eineWindbeutelei hielt. Neckend warf er eine kleine Erzählung aufs Papier und schicktesie durch einen Dritten an die sogen. Zda. Das erste Honorar, was er dafür er-hielt, setzte ihn in den Stand, 1793 Mainz zu sehen und den Rhein von Oppen-heim bis Neuwied zu bereisen. Bescheidenheit hielt ihn in den nächsten Zähren vonweiterer Verselgung der Sckrislstellerbahn ab. Nur zu seiner Erheiterung schrieber die Erzählung: „List und List, oder, was ein Kuß nicht vermag!", die sich im er-sten Bande seiner „Gesammelten Erzählungen" befindet. Hierauf widmete er sichin Halle größkeuiheils wissenschaftlichen Zwecken, besonders bei des ältern Meckelpathologischen, und bei Reil'S mühsamen Untersuchungen der Nerven und des Ge-hirns. — Enw Reife m die sächsische Schweiz 1798 veranlaßte ihn, „Vsop Lasienr'ssämmtliche Werke" zu schreiben. Vielfältige Aufmunterungen von Seilen des Hof-rachs Becker machten ihn zum Mitarbeiter an dessen Taschenbuch und „Erholun-gen". Nach und nach erschienen von ihm: „Ferdinand Werner, der arjoe Flöten-spieler" (2Thle.); „Gesammelte Erzählungen" (4 Thle.); „Fet-Elaf"; „Fede'-zeichmmgen von Ernst Scherzer", und, auf Veranlassung von Gall'S Vorlesungenin Halle, „Ischarivth Krall's Lehren und Thaten". Seine schriftstellerische Thä-tigkeit wurde gehemmt, seit er nach dem Tode seines Freundes, des BuchhändlersSchiff, sich der Leitung der Geschäfte der Renger schen Buchhandlung unterzog.Zn diesem Verhältnisse fand er nahe Veranlassung, gegen das Unrecht des Nach-drucks in Deutschland nach seinen Kräften zu kämpfen. Daneben gab er ein Bünd-chen „Flatterrofen" heraus, und 1812 und 1816 die Monatsschrift „Ealine",welche mancherlei Arbeiten von ihm selbst mit und ohne seinen Namen enthält.Seit 1818 machte er sich die schwierige Ausgabe, eine Felsenhöhle zwischen Gie-bicheustcin und Halle in einen Garten zu verwandeln. Zn glücklichen Famikienver-hältnissen lebend, bewohnt er dort ein heiteres Landhaus. Sein erzählendes Ge-dicht: „Hannchen und die Küchlein", in 10 Abtheilungen, wurde 3 Mal aufgelegt.1828 erschien von ihm ein größeres Gedicht in Hexametern: „Der erste Menschund die Erde", eine Darstellung der Schöpfung in einfach würdiger Haltung.

Eberhard (Zohann August), geb. den 31. Aug. 1739 zu Halbcrfiadt, ge-hört unter die Männer, deren Verdienste größer sind als ihr Ruhm. Er studirte1756 in Halle Theologie, übernahm 1759 eine Hauslehrerstelle, und wurde Con-rector und zweiter Prediger an der Hospitalkirche s. Vaterstadt. Noch in dems. Z.legte er s. Ämter nieder, begleitete den Vater seines Zöglings, Freih. v. d. Horst,nach Berlin , wohin dieser als Präsident der kurmärkischen Kammer berufen worden,und blieb mehre Zahre bei ihm, auch nachdem derselbe 1766 Staatsminister gewor-den war. Die Verbindung mit dieser Familie hatte auf E.'S wissenschaftlichen, gei-stigen und geselligen Charakter einen höchst vortheilhasten Einfluß. Hier fand ereine ansehnliche Bibliothek, Muße zum Selbststudium und Umgang mit gebildetenGeschäftsmännern und Privatpersonen, wodurch er die große Geschicklrchkeit des