Edelsteine Edgeworth von Firmont 43"
Zeichnung, treue Natur und eine unnachahmliche Hannonie in der Ausführung er-heben die Werke des berühmten Künstlers über alle st Nation. Edelinck staib alsordentlicher Kupferstecher des Kenias und Rath der konigl. Malerakademie 17<i7,HHJ. alt. Weder sein Drudcr noch sein Lohn erreichten ihn.
Edelsteine nennt man alle glänzende, sehr harte, durchsichtige Steine,die, am Stahle geschlagen, Funken geben, und theils farblos sind, theils mancher-lei Farben zeigen. Zhr blendender Glanz und ihre Seltenheit werden ihnen stetsihren hohen Werth erhalten. Lie wei den meistens in ihrer bestimmten reaclmäßi-gen Gestalt in der Erde gesunden; nicht selten schließen sie auch fremde Körner ein,und man leitet ihre Entstehung aus der Krystallisation her. Ihre Farben scheinensie einer metallischen Beimischung zu verdanken. Sie sind aus verschiedenenGruud-erden zusammengesetzt, und zwar die meisten aus Kiesel-, Thon- und Kalkerde.Berge und Felsen sind die Geburtsorte dieser Steine. Diejenigen, die man in Flüs-se» und ebenen Gegenden findet, sind durch Wasserfluten aus den Klüften losgeris-sen und fortgeführt worden. Viele Edelsteine liegen in einer Umkleidung gemeinerSteinart, die Mutterstein heißt. Man theilt gewöhnlich die Edelsteine in voll-kommene oder ganz edle (»e,»„>»<-), d. i. durchsichtige, und in Halbedelstein«(!.'>>>!>!<'>- pi eiiosi) oder halbturchsichkige ein; indessen findet bei dieser Eintheilungviel Willkürliches statt. Ebenso ist es auch mit der gewöhnlichen Rangordnung:Diamant, Rubin, Sapphir, Topas, Smaragd , Amelhvst, Hranat, Hyacinth.Beryll, Chrysolith. Carneol, Chalcedon, Achat, Opal, Onyx , Sardonyx, Lasursteinund Turmalin. Es gibt kein sicheres Kennzeichen, nach welchem sich die Rangord-nung dieser Lteine bestimmen ließe; kenn ihr Werth beruht aufzufälligen Umstän-den. Sonst setzte man sämmtliche Edelsteine inS Kieselgeschlecht; jetzt hat der här-teste unter allen diese Stelle verloren, und steht unter den brennlichcn Mineralien.Sie dienen hauptsächlich zur Pracht. Die Alten verstanden es noch nicht, sie zuschleifen; ihre Steinschneider theilten ihnen dadurch einen größer» Werth mit, daßsie künstliche Figuren darauf eingruben. Griechen und Römer hatten es in dieserKunst zu einer bewundernswürdigen von den Neuern nicht erreichten Vollkommen-heit gebracht. Die geschnittenen Lteine wurden in Ringe gefaßt und an den Fin-gern als Schmuck getragen, oder in Petschaften zum Siegeln gebraucht, oder manbesetzte auch kostbare Vasen damit. Über die beimhmtesten Sammlungen s. Dak-tyliothek. Bei uns werden die meisten Edelsteine auf mancherlei Weise geschlif-fen (s. D i am ant), in Ringe und dgl. gefaßt und als Lchmuck getragen oder zurBesetzung kostbarer Dosen :c. gebraucht. Auch gibt es bei uns Mehre Künstler, diedenAlten im Eingraben der Figuren nacheifern. Die schönsten und köstlichstenEdel-steine kommen aus Ostindien; doch übertrifft der böhmische Granat den orientali-schen an Härte und Schönheit. Außerdem findet man diese Steine auch in a. Län-dern Asiens, in Amerika (besonder? Brasilien), in vielen europäischen Ländern undin Deutschland . Zn unsern Zeiten versieht man auch die Kunst, künstliche Edel-steine zu verfertigen, die an Glanz und Farbe den natürlichen so gleichen, daß Ken-neraugen crfodert werden, um die Täuschung zu entdecken. Es werden dazu metal-lische Glasarrcn angewendet, welche sich im Flusse mit andern erdigen und salzigenGläsern vermischen, und ihnen, ihrer verschiedenen Natur nach, verschiedene Far-ben mittheilen. Die Grundlage dieser künstliche» Edelsteine muß ein reines, durch-sichtiges, hartes Krrstallglas sein, wozu auch Bleikalk kommt, der das Glas nochdichter, aber auch leichtflüssiger macht. Ve härter diese Steine, je lebhafter undreiner ihre Farbe, und je gleichförmiger die ganze Masse ist, woraus sie bestehen,deso schöner siw sie. Die Feile, der keiner dieser künstlichen Edelsteine widersteht,zeigt bald ihren Ursprung. Auch sind die echten Edelsteine schwerer.
E d g e w o r t h v o n F i r m o n t (Heinrich Allen). Beichtvater LudwigsX V!., geb. k7t5 in Ürland in dem Flecken Ldgewoith-Town. Lein Vater, einConversatioiis-Lericom Vd. III. 28