Band 
Dritter Band. D bis E.
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Edict

protestant. Geistlicher, nahm mit s. Familie den karhol. Glauben an und zog nachFrankreich. Heinrich studirte zuerst unter den Jesuiten zu Toulouse , dann auf derSorbonne zu Paris . Durch s. Frömmigkeit und s. vortrefflichen Charakter erwarber sich bAd so großes Vertrauen, daß die Schwester Ludwigs X VI., die PrinzessinElisabeth, ihn zu ihrem Beichtvater erwählte. Die Revolution brach aus; die Fre-vel mehrten sich mit jedem Tage; sie näherten sich ihren« Gipfel durch die Einkerke-rung des Königs und s. ganzen Familie. Elisabeth war im Gefängniß der tröstendeEngel ihres Bruders, und durck sie erhielt Ludwig die erste Nachricht von Firmont,der damals u. d. st?. Ester in Choisy verborgen lebte. Als dem Könige s. TodeSur-theil bekanntgemacht wurde, bat er um einen Aufschub von 3 Tagen, um sich aufs. Erscheinung vor Gott zu bereiten, und um die Erlaubniß des ungehinderten Um-gangs mit einen« Geistlichen, den er näher bezeichnen wollte. Dieser war Firmont.De^Convent bewilligte den Geistlichen, schlug aber den Aufschub ab. Firmont ent-ledigte sich s. Geschäfts mit der tiefsten Ergebenheit. Er erbot sich selbst, den Königauf den Richtplatz zu begleiten. Es geschah. Edgeworih stieg mit auf das Blutge-rüst; Ludwig entkleidete sich selbst. Die Büttel warfen ihn unter die Guillotine.Da sagte Edgeworth die Worte: „Lohn des heiligen Ludwig, stiege zum Himmelempor!" und das Beil siel. Unter unendlichen Gefahren gelang es Firmont, Frank-reich zu verlassen. Er kam 1786 in England an. Piir bot ihn« im Namen desKönigs einen ansehnlichen Zahrgehalt an; er lehnte ihn aber ab, weil er die Lastennicht vermehren «volle, welche die britische Regierung bereits zu Gunsten der franz.Ausgewanderten aus sich genommen habe. Bald folgte Edgewonh Ludwig XVIU.nach Blankenburg im Braunschweigischen, und von da nach Mitau . Sein edlerCharakter hatte sich auch unverkennbar in s. Äußern ausgedrückt, wie folgender Zugbcw-eist. Sein König schickte ihn an den russischen Hof, um dem Kaiser Paul denOrden des heil. Geistes zu überbringen; und dieser Monarch wurde bei dem An-blick von Firmonr'S ehrwürdigem Wesen dergestalt ergriffen, daß er sich vor ihmauf die Knie warf und um s. Liegen bat. Wie Edgeworih s. Leben Unglücklichenmit evangelischer Liebe gewidmet hatte, sosollte er cS auch imDienste derMenschheirverlieren. 1807 ward eine Menge franz. Kriegsgefangener nach Mitau gebracht,wo Edgeworth bei Ludwig XVIU. lebte. Unter ihnen herrschte ein ansteckendes Fie-ber, das die fürchterlichsten Verwüstungen anrichtete. Firniont, hiervon nicht zu-rückgescheucht, wurde ihr trcuester Verpflege«-; er achtete keine Gefahr, aber vonder Seuche angesteckt, starb er am 21. Mai 1807. Die Herzogin v. Angoul, ineverpflegte ihn in s. Kra- - Heu, die k. Familie legte Trauer um ihn an, und LudwigXVIII. verfaßte s. Grachchrift. S. E.'s Biographie im 4-Hft. der „Zeitgenossen".

Edict (jur.), eine öffentliche Bekanntmachung. Zm alten Rom pflegtendie Hähern StaaiSbeamten, «reiche alljährlich wechselten, beim Antritt ihres Am-tes die Grundsätze öffentlich aufzustellen, welche sie bei Verwaltung demselben zubeobachten gedächten. Dies thaten vorzüglich die Ädilen als Oberbauherren undMarkrrichtcr, und die Prälorcn, als Obcrrichter. Diese jährlichen Bekanntma-chungen, worin die Lücken der eigentlichen Gesetze ergänzt, und das Recht nach denBedürfniffen der Zeit fortgebildet wurde, bekamen nach und nach eine gcwlffe Fe-stigkeit, indem die Nachfolger dasMeiste der Vorgänger unverändert beibehieltenseclioliiin truUilliun,), und wurden eine Hauptquelle des ganzen remischon Rechts-systems, welche als gegründet auf das amtliche Ansehen seiner Urheber, jus Iiono-r.miuin, d«m eigentlichen förmlich gesetzlichen, j»s civil«, entgegengesetzt wurde.Das kilictnm pnoktkii-l-, wurde unter K. Hadrian sim I. 131) vonSalviusZulia-nus >n eine zweckmäßige Ordnung gebracht (eüictlnu pc, j>ciuun>) und erhieltförmlich gesetzliche Autorität, wiewol die Prätoren noch ihre Befuzniß zu eticireneine Zeitlang ausgeübt zu haben scheinen, bis alle gesetzgebende Gewalt in den aus-schließlichen Besitz der Kaiser kam. Auch sie bedienten sich dabei zuweilen der