Band 
Dritter Band. D bis E.
Seite
451
JPEG-Download
 

451

Eichhorn (Friedrich Karl) Eichstedt

folgt. Mehre einzelne Abhandlungen stehen in den „Eommentarien der göttingi-schen Societät der Wissenschaften" und in den „Fundgruben des Orients". Seit1813 leitete er die Herausgabe der „Göttingischen gelehrten Anzeigen ". 26.

Eichhorn (Friedrich Karl) , ausgezeichnet als Forscher der deutschen Ge-schichte und Rechte, des Vorig. Sohn, geb. den 20.Nov. 1781 zu Jena , siudirte inGottingen, lehrte daselbst eine Zeitlang und ward 1805 als Pros. der Rechte inFrankfurt a. d. O., darauf 1811 zu Berlin angestellt, wo er bis 1817 blieb, als erin gleicher Eigenschaft nach Gbttingen kam. Im Feldzuge 1813 erwarb er sich daseiserne Kreuz und den Wladimirorden; 1819 ward er hanöverischer Hofrath. DieGeschichte Deutschlands in besonderer Beziehung aufAusbildung derStaatSverfas-sung und der volksthümlichen Rechte und Gesetzgebungen war früh der Gegenstands. Forschungen, deren Ergebniß s. „Deutsche Staats- und Rechtsgeschichte" war,die zuerst 1808—18, und in der 3. Anst. Göttingen 1821 — 23, 4 Bde., erschien.Gemeinschaftlich mit Savigny und Göschen gibt er seit 1815 eine „Zeitschrift fürgeschichtliche Rechtswissenschaft" heraus, worin besonders s. Abhandlung über denUrsprung der deutschen Städte, eine weitere Ausführung s. in dem oben genanntenWerke dargelegten Ansichten hervortritt. Kränklichkeit nöthigte ihn 1828, s. Vor-lesungen einzustellen und sich ganz in das Privatleben zurückzuziehen. 26.

Eichstädt (Heinrich Karl Abraham), einer der vorzüglichsten Philologenund Humanisten neuerer Zeit, geb. den 8. Aug. 1770 zu Oschatz , wo er zum Theilvon s. Vater, einem Prediger, dann aber auch vorzüglich aufder dortigen Schulei» den alten Sprachen Unterricht erhielt. In s. 12. I. ging er nach Scbulpsorta,und im 15. bezog er die Universität Leipzig , wo er sich der Theologie widmete, ohnedeßhalb den humanistischen Studien zu entsagen. Seine Hauptbildung verdankteer Morus, Plattier, Beck und Reiz; mit dem Erstern stand er mehre Jahre in en-gen Verhältnissen, wodurch er in den Stand gesetzt ward, dessen treffliche Biblio-thek zu benutzen. Er ward 1789 Magister, späterhin durch öffentliche Vertheidi-gung einerDissertaiion Privatlehrer derPhilosophie, und 1795 außerordeml. Pro-fessor derselben. 1797 berief ihn der Hofrath Schuh >n Jena, der damals einenGehülfen bei der „Allgem. Literat.-Zeitung" brauchte und wünschte, dorthin, woer mit dieser Anstalt in nähere Verbindung trat. 1800 wurde er nach Walch'sTode Direckor der großherzogl. lateinische» Gesellschaft, die ihm ihre neue Organi-sation und dadurch ein neues Leben verdankt. Er gab auch ihre aow heraus. 1801ward er von dem Herzoge von Sachsen-Meiningen zum Hofrath ernannt, und imfolg. I. erhielt er, aufVeranlassung einiger an ihn ergangenen Anträge zu Pro-fessuren in Danzig , Königsberg undDorpat, einen Iahrgehaltvom gothaischcn Ho-fe. Als Schütz 1803 Jena verließ, ward E. zum ordentl. Professor der Beredtsam-keit und Dichtkunst ernannt, und begann in demselben Jahre die neue „Ienai-sche Allgemein. Literat.-Zeitung", deren Redaction er noch gegenwärtig besorgt.1804 wurde er Oberbibliothekar der Universitätsbibliothek, 1808 von der theo-logischen Falcultät zu Rütteln zum v. der Theologie, und das Jahr darauf voniGroßherzog von Weimar zum Geh. Hofrarh ernannt. Seine Hauptarbeiten sindtheils Ausg. von Classikern (DiodoruS Siculus , Halle 1800—2, 2 Bde., undLucrez, Leipzig 1801), theils kritische, dasStudium der echtenInterpretation beför-dernde Abhandlungen („Oe <!run>stc 6r:>ocorum coiuico nstviioo", Leipz. 1793,über Tibull, PhädruS w.), und Übersetzungen historischer Werke, die sich zunächstauf das griechische oder römische Alterthum beziehen (Mitford's „Geschichte Grie-chenlands", aus dem Engl., Leipzig 1802—8, 6 Bde.). Sein latein. Styl, denman mit Recht classisch nennt, hat Eleganz, Gewandtheit und Kraft.

Eichstedt (Aichsiädt), Stadt in Baiern an der Altmühl , mit 7000Einw., ursprünglich ein voni heil. Wilibald um 740 in einem Eichwalde desNordgaus angelegtes Kloster, dann der Sitz eines gefürsteten, vom heil. Bo-

29 *