Band 
Dritter Band. D bis E.
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Einflüsse auf den menschlichen Körper

als auch aus seines Gleichen durch Ausrufung der Ideen bestimmend und, vermögedes durch das Gehirn und gesammte Nervensystem vermittelten innigen Zusammen-hangs mit dem Körper, auch auf diesen theils willkürlich, theils unwillkürlich ein-wirkt. So bietet also der menschliche Organismus der Außenwelt 2 Seiten dar,durch welche sie auf ihn Einfluß hat, die geistige und die körperliche. Die körperli-chen Einstufte werden vermittelt theils durch das Nervensystem, in Einwirkungenauf die Sinnorgane, besonders auf das Gefühl im Allgemeinen, theils durch An-nehmung äußerer Stoffe in dem Ernährungs- oder Verdauungsproceß, theils durchEinwirkung auf das Respirationssvstem. Gleiches sucht in der Natur Gleichesauf; was in der äußern Natur herrscht, sucht auch im Organismus das ihm Ent-sprechende zu erheben und gegen das ihm Entgegengesetzte in verstärkte Action zubringen. Daher wird eine Function des Körpers durch äußere Einwirkung gestärkt,die andre herabgesetzt und geschwächt. Es hat aber der Organismus vermöge derihm inwohnenden Lebenskraft auch Selbstbestimmung, wodurch er den äußern Ein-flüssen widersteht, die durch sie zerstörte Harmonie in den verschiedenen Thätigkeitenjeden Augenblick wiederherzustellen strebt, theils durch das Gesetz der Gewohnheit,indem der Einfluß von Außen seinen Reiz auf das Nervensystem verliert, theilsdurch Umwandlung des aufgenommenen Heterogenen in Homogenes, theils durchVerstärkung des Gegensatzes der Functionen. Je stärker die Lebensenergie ist, destokräftiger ist die Selbstbestimmung des Organismus, desto weniger überwiegend seineBestimmbarkeit von äußern Einwirkungen, desto wenigernStörungen seiner innernForm von denselben ist er unterworfen. Erregen sie aber eine bedeutende Störungin der Harmonie der Verrichtungen des Organismus, ehe noch dessen Selbstbestim-mung im Stande ist, ihnen zu widerstehen, so entstehen Krankheiten. Die gewöhn-lichsten dieser Einflüsse sind die atmosphärischen, welche nicht nur auf das wichtigeRespirationssystem einwirken und tief in das Innere des Organismus eindringen,sondern auch oft plötzlich in ihrer Beschaffenheit wechseln, indem sie theils in derTemperatur, theils im Antheil des belebenden Sauerstoffgases, theils durch Auf-nahme fremder aufgelöster Theile, Wasser, Feuchtigkeit, Dämpfe mancherlei Art,verändert werden. Da nun diese Beschaffenheit der atmosphärischen Luft schnelleintreten und von Niemandem leicht vermieden werden kann, so entstehen oft beiVielen Menschen zugleich krankhafteStörungen im Körper, die zwar in ihren Haupt-erscheinungen sich ähnlich sind, jedoch auch, nach der Energie der Selbstbestimmungdes Organismus, bei jedem Individuum etwas Eignes in der Stärke der Zufälleund in ihren Verbindungen haben. (S. Epideniie.) Hat z. B. lange Zeit eingelinder und feuchter Süd - oder Südwestwind geherrscht, welcher dem lymphati-schen und schleimabsondernden Systeme günstig ist und folglich dessen Functionenerhöht, und es tritt nun plötzlich ein kalter, trockener, mit Sauerstoffgas überreich-lich versehener Nvrdostwind ein, welcher dem arteriellen System entspricht, cS zurOberherrschaft emportreibt und entzündliche Beschaffenheit i» den Körper setzt: sowird diese Entzündung eher entstehen, als die Selbstbestimmung des Organismusden entstandenen Gegensatz auszugleichen vermag, sie wird auch vorzüglich im vor-herrschenden lymphatischen und im System der schleimabsondernden Organe alsKatarrh, Husten, Brustfieber u. s. w. sich darstellen; sie wird endlich bei solchenIndividuen, welche zur arteriellen Eonstitution sich neigen, heftig und als Lungen-entzündung, bei Andern, deren Constitution mehr phlegmatisch ist, als Schleim-husten, bei Kindern anders als bei Erwachsenen u. s. w. erscheinen. Die auf dasVerdauungssystem wirkenden Einflüsse sind die Nahrungsmittel und Getränke,deren Menge und Beschaffenheit, Gifte und Arzneien. Die geistigen Einflüsse wer-den theils durch -Linneseindrücke auf das Nervensystem und Gehirn, theils durchunmittelbare Wirkung, durch Mittheilung auf den Geist erregt, und wirken wiederauf den Körper. Die am stärksten wirkenden sind die Affecten und Leidenschaften,