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Einflüsse auf den menschlichen Körper
Man kann es in intellektueller, moralischer und ästhetischer Hinsicht betrachte».Wird die Einfalt dem Verstände zugeschrieben, so bezeichnet sie die natürliche Be-schränkung der Verstandcskräfte eines Menschen auf einen kleinen Wirkungskreis.In dieser Hinsicht wird Einfalt stets als Fehler gerechnet, wo sie nicht Folge derUnmündigkeit ist, welche allmälig verschwindet, oder mit Einfachheit gleichbedeu-tend gebraucht wird. Den moralisch Einfältigen nennt nian auch den Mannvon schlichtem Herzen, einfacher Sitte; seine Beschränkung ist freiwillig. Wereinfältigen Verstandes ist, kann nicht nach weitaussehenden und verwickelten Ab-sichten handeln; wer einfältigen Herzens ist, will es nicht. Der Stimme seinesGewissens folgend, klügelt er nicht über seine Pflichten, er übt sie aus, unbe-kümmert um den Grund derselben, über welchen der Philosoph sich oft gern inZweifel verwickelt, und den der Weltling gern untergrübe. Sein Leben zeichnetsich aus durch eine Übereinstimmung der Gesinnungen und Handlungen, welchealle entfernte eigennützige Nebenabsichten ausschließt, wobei denn freilich seineEinfalt des Herzens dem Weltklugen als Einfalt des Verstandes erscheinen mag.Der Einfältige am Verstände ist dem Gewandten, Pfiffigen, der Einfältige amHerzen dem Politischen, ungefähr wie die Moral der Politik, entgegengesetzt.Hft mögen wir den Politischen anstaunen, öfter werden wir ihn fürchten: dermoralisch Einfältige ist gewiß, durch Liebenswürdigkeit das Herz zu gewinnen;er gewinnt es aber, ohne es zu wollen, denn auch hier ist er frei von Absicht. DerCharacter der Einfalt ist durchaus Naivetät (s. d.), die stets mit der Unschuldverloren geht. Wie jene Naivetät dem Künstlichen entgegengesetzt ist, so ist auchEinfalt in der Kunst ein Anschein von Kunstlosigkeit und Natürlichkeit. Im kunst-losen Zusammenstimmen aller einzelnen Theile eines Kunstwerks zum Ganzen be-steht die ästhetische Einfalt oder Einfachheit. Verschmähend alle Mittel, wodurchein stetes Hinblicken auf das Gefallen die Aufmerksamkeit an sich zu reißen sucht,nie fremden Anfoderungen gehorchend noch dem Zeitgeiste stöhnend, spricht dieästhetische Einfalt ihre innerste Seele anspruchloS aus, und wartet ruhig auf dieSeele, die sie verstehe. Nie gibt sie mehr, als eben der Zweck erfodert; ihreKunstmittel sind die einfachsten, ihre Anordnung und Verbindung ist die faßlichste;nie sucht sie Beifall auf Nebenwegen zu erschleichen, ist fern von allem Gesuchten,allem Prunk, aller Überladung. Sie ist nicht reich und blendet nicht, aber sie istsicher, tüchtig, wahr und innig. Ihr Gang ist ein gerader, fester Gang zumZiele; überall zeigt sich eine gewisse kindliche Aufrichtigkeit. Auch von der ästhe-tischen Einfalt kann man sagen, daß sie mit der Unschuld verloren gehe, denn beiden Neuern ist sie erworben, künstlich, bei den Alten war sie unwillkürlich; schonden Römern wurde es schwerer, diesen Geist ihren Werken einzuhauchen. Mandarf übrigens die Einfalt nicht mit Einförmigkeit verwechseln; letztere ist dieÄhnlichkeit der Theile eines Dinges in Hinsicht ihrer Form; sie wird in der Kunstfehlerhaft, wo sie das Interesse schwächt oder aufhebt.
Einflüsse auf den menschlichen Körper. Die ganze, denMenschen umgebende Natur steht mit ihm in so inniger Verbindung, daß nur durchdie stete Wechselwirkung beider aufeinander das Leben bestehen kann. Der mensch-liche Körper steht auf der höchsten S taffel der Stufenleiter organischer Wesen; jedeForm des Lebens von der geringsten an bis zur höchsten wiederholt sich in ihm. Donder Krystallgestaltunq an, der einfachsten im unorganischen Reiche der Natur sichäußernden Lebenswirkuug, zu dem organischen bloß vegetativen Leben des Pflanzen-reichs, von dem einfachsten thierischen Leben bis zu dem höchst ausgebildeten, findetsich die Nachbildung in ihm. Was ihn aber über Alle emporhebt, ist der unsterblicheGeist, der Abglanz des ewigen Lebens, welcher selbstthätig neue Ideen schafft, dieganze Außenwelt in sich im Bilde aufnimmt, und in inniger Verbindung mit demKörper als menschliches Gemüth sich darstellend, sowyl von Ideen bestimmt wird,