Band 
Dritter Band. D bis E.
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Eisenbahnen 467

Fuß, und wenn man Holzkohlen gebraucht, eine Höhe von 10 — 20 F. Diese Ofensind gewöhnlich von eisernen Platten eingefaßt, und haben eine oder mehreÖffnungenfür die Form zur Einführung der Gebläseluft und eine andre zum Abstich des Eisens.Die Ofen hängen entweder frei und lassen sich um ihre Are drehen, sodaß das ge-schmolzene Eisen aus der Gichköffnung auSgegossen wird (S turzöfen), in wel-chem Falle auch die Abstichöffnung nicht nöthig ist; oder sie stehen auf einem festenFundamente (Cupolöfen), welche letztere Einrichtung vorzüglicher ist. — DieFormen, in zvelche das flüssige Eisen geleitet werten soll, sind nur in wenigenFällen (bei dem sogen. Schalenguß) aus gegossenem Eistn angefertigt; fast immerwerde» sie entweder aus magerm Sand oder aus Lehm gebildet. Zur Darstellungder Formen bedient man sich hölzerner oder metallener Modelle, welche die Gestaltdes zu gießenden Körpers besitzen und in der Formmosse abgedrückt werden, weshalbsie mit der nöthigen Verjüngung zum Ausheben aus der Form versehen sein müssen,um diese nicht zu verletzen. Zn andern Fällen müssen sie nach verschiedenen Rich-tungen theilbar sein, um sie stückweise einfoimen, zusammensetzen und wieder auS-einandcrnehmen zu können. Zuweilen hilft man sich mit Kernen von Formmasse,welche in die fertigen Formen gesetzt werden, um den Raum, den das flüssige Eiseneinnehmen soll, zu begrenzen. Zn andern Fällen wird dieForni des darzustellendenKörpers ohne Modell aus freier Hand oder auf der Drehbank gebildet. Bei sehrkünstlichen Sachen, die eine zu kostbare Modellarbeit erfodern würden, pflegt mandie darzustellenden Körper aus Wachsformen zu bilden, diese mit der Formmasse zuüberziehen und dann das Wachs auözuschmelzen, obgleich diese Art der Formereieigentlich ein Gegenstand der Sratuengießer ist. Die Formmasse wird durch die höl-zernen oder eisernen Formkasten zusammengehalten, und nach Maßgabe deü erfoder-liche» Modells hat man 2-, 3- und mehrtheilige Kasten. Das Eisen wird in, dieFormen vermittelst des Eingusses geleitet, auch müssen in den meisten Fällen Öff-nungen zum Abführen der sich entwickelnden Dämpfe und Lufkarten angebracht sein,welche mit der Form in Verbindung stehen. Die aus fettem Sand und die aus Lehmangefertigten Formen müssen vor dem Abgüsse getrocknet und mehr oder wenigerstark gebrannt sein. Zur Vollendung der Guswaarcn gehört endlich das Putzen,Schleifen, Ausbohren, Abdrehen; in einigenFällendasUberziehenmiteinemLack,und in einigen das Emailliren. — Das biegsame, kalt und warm hämmerbareGußeisen, ist eine Erfindung des Oberlieut. Fischer in Echaffhauftn. — S.Karsten's „Handbuch der Eisenhüttenkunde". II.

Eisenbahnen (lini>-iai!-ie>a,i), deren Zdee schon den Ricgelbahncn beiden in den deutschen Bergwerken eingeführten Hundegestängen zum Grunde lag,wurden zuerst von den Engländern zur Erleichterung des schweren Fuhrwerks ange-wendet. Schon gegen dieMitte des vorigen Zahrh. hatten sie hölzerne Roll- oderRiegelwege (>sil-ro!>,l) von den Steinkohlengruben zu dem nächste» Seehafen an-gelegt; seit 1710 belegte man die hölzernen Riegel mit Platten oder Schienen vonGußeisen, aufweichen die Räder, wie vorher, ä cbeval liefen; endlich baute mandiese Rollwege ganz von Eisen, indem man die eisernen Schienen aus steinernenkubischen Blöcken, welche von 3 zu 3 Fuß in dem Boden eingegraben wurden, be-festigte. Zugleich vertheilte man die Ladungen, statt der ehemaligen großen Wa-gen , auf mehre aneinandergehängte kleinere Wagen. Diese Eisenbahnen findetman jetzt zweckmäßiger und wohlfeiler als schiffbare Canäle; doch gibt man denPlaktenschienen (lie>,n-re>.iel<i oder platk-railevsvs. auch oelpe-r.lifiv-ies genannt)vor den eigentlichen Riegelwegen oder I'.iil ro.ielz in England den Vorzug. Manrechnet dieKosten einer einfach gelegten, flachen Eisenbobn (lian>-,o-!,i) aufstachelnLande für jede englische Meile auf ungefähr 1100 Pf. St. Die Unterbaltungs-kosten werden zu 4- Proc. des Anlagecapitals berechnet. Auf einer engl. Eisenbahnzieht 1 Pferd soviel alü8gleich starke Pferde aufeiner gewöhnlichen Chaussee. Es

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