Band 
Dritter Band. D bis E.
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Eism

nach erfolgtem Hub mit desto größerer Gewalt zurückzufallen. Bei den sehr schwerren Stirn hämmern, die ganz vorn am Kopfe des Hammers gehoben werden, richtetman bloß durch die Gewalt des Hammer? aus, was man bei leichten Hämmerndurch Prellvorrichtungen bewirken will. Bei den Walzwerken ist die dem Eisenzuzutheilende Form in den Walzen eingedreht, und das gefrischte Eisen wird beimfolgenden Durchlässen immer in die nächst kleinere Furche gebracht. Die Walzen lie-gen mit den angedrebten Zapfen in ihren Gerüsten auflagern, und werden entwederdurch Keile oder besser durch Schrauben gegen einander festgehalten. Die Verarbei-tung deS Stabeisens zu feinern Zisensorten geschieht entweder unter leichten undschnellgchcnden Hämmern (Reckhämmern, Bandhämmern, Zainhäm-mern), oder unter Walz- und Wchneidewerken. Letztere bestehen aus stäh-lernen Scheiben von größer», und geringerm Durchmesser, welche auf einer eisernenAre so nebeneinandergereihet sind, daß die größern und die kleinern Scheiben miteinander abwechseln, ohne daß sie im geringsten ausweichen oder sich verschiebenkönnen. Auf einer zweiten Axe findet dieselbe Anordnung statt, und zwar so, daß diegrößern Scheiben genau in die durch die kleinern Scheiben der ersten Anordnung ge-bildeten Zwischenräume greifen, und umgekehrt. Das Stabeisen wird ferner auchzu Blech und Draht (s. d.) verarbeitet. — Der Rohstahl ist, wenn er aus demHerde gekommen und das Luppcnstück (Schrei genannt) auögeschmiedet worden ist,noch sehr ungleichartig, und muß daher verfeinert oder raffinirt werden, welches da-durch geschieht, daß mehre dünn ausgereckte (gepletkete) Rohstahlstücke übereinander-gelegt, in eine Zange gepackt und sorgfältig, ohne Anströmen von Wind, erhitzt undunter dem Hammer zusammengeschweißt werden. Eine andre Art von Stahl, derBrennstahl, Blasenstahl oder Cementsiahl, wird aus vorzüglich gutemStabeisen bereitet, welches in vollkommen verschlossenen thöncrnen Gefäßen oderKasten zwischen Kohlenstaub in starker Hitze geglüht wird. Auch dieser Stab! mußwie der Rohstahl durch Raffiniern verfeinert werden. Der vollkommenste Luahlwird durch llmschmelzen des RohstahlS oder des EementstahlS erhalten. Gewöhnlichwird aber nur der letztere zur Darstellung des Gußstahls angewendet. Die Schmel-zung geschieht in gewöhnlichen Tiegelöfen mit CoakS und bei einem sehr heftigenZuge; die Tiegel müssen dobcr außerordentlich feuerbeständig sein, aber auch nichtspringen und reißen. Als Decke, um den Tiegel fest zu verschließen, dient gewöhn-liches reines Fensterglas, welches zerstoßen wird. Die geschmolzene Masse wird ineiserne Formen auSgegossen und dann sorgfältig, mit Vermeidung eines starken Luft-zutrittes, auSgeschmiedet. — Das Roheisen wird, wenn es nicht ve,frischt wird, ent-weder unmittelbar aus den Hohenöfen oder, nachdem es durch eine neue Umschmel-zung flüssig gemacht worden ist, in bestimmte Formen geleitet und zur Darstellungvon eisernen Gußwaaren oder Gußwerk angewendet. Das Umschmelzen des Roh-eisens zur Gießerei geschieht entweder in Tiegeln, oder in Flammöfen, oder in Schacht-öfen. Die Tiegel stehen gewöhnlich auf dem Rost eines WindofcnS, und nach erfolg-ten, Schmelzen werden sie mit Zangen herausgenommen, und das flüssige Roheisenin die Form gegossen. Der Flammöfen (s. d.) bedient man sich, um viel Eilen zugroßen Gußstücken zu erhalten, oder wenn man rohe Steinkohlen vortheilhafrer alsverkohlte anwenden kann. Die Ofen müssen einen sehr starken Zug haben, und er-halten einen aus nichrzu magerm Sand geschlagenen Herd, derenrweder in der Mittevertieft ist, damit sich das flüssige Eisen dort ansammeln und ausgeschöpft oder ab-gestochen werden könne; oder welcher von der Feuerbi ücke ab bis zu dem dem Feuer-raum entgegengesetzten Ende deS Ofens gegen den Horizont geneigt ist, damit dasgeschmolzene Roheisen längs dein Herde herunterfließen und sich in dem Sumpf an-sammeln könne, aus welchem es ebenfalls ausgeschöpft oder abgestochen werden kann.Die Schachtöfen zum Umschmelzen des Roheisens haben, wen» das Brennmaterial,mit welchem das Roheisen geschichtet wird, aus CoakS besteht, eine Höhe von 5 — 6