469
Ekloge Elasticität
man, dafi dir Sonne nicht alle Tage in gleicher Höhe durch den Mittagskreis geht,sondern sich in Schraubengängen um die Erde zu wälzen scheint; auch bemerkteman täglich bei ihrem Auf-, und Untergang andre Sterne in ihrer Nähe rc. Mannimmt ferner wahr, daß die Sonne 2 Mal im Jahre, nämlich gegen den 22. Mär;und den 22. Sexr., in dem Äquator selbst steht. Die Punkre des Äquators, in wel-chen die Sonne an diesen Tagen steht, sind die Durchschnittspunkte desselben mit derEkliptik. Endlich findet man 2 Tage im Jahre, an welchen die Sonne ihre größte,am 21. Juni, und ihre kleinste Hohe, am21.Dcc., am Himmel erreicht hat. Weilsich an denselben die Sonne zu wenden scheint, so heißen diese Tage Sonnenwenden,und die Punkte, wo die Wendung selbst zu erfolgen scheint, Stillstands: oder Son-nenwendepunkte (N>l>tili^. ,M>!. dM tionez). In diesen Punkten hat die Sonne ih-ren größten Abstand vom Äquator erlangt. Diese 4 Punkte (Äquinockial- undSol-siitialpnnkte) sind von einander um 1 Quadranten, d. i. um 90°, entfernt. Mantheilt jeden dieser Quadranten oder Viertel des ganzen Kreises in 3 gleiche Bogen,deren jeder 30" enthält. Hierdurch zerfällt die ganze Sonnenbahn in 12 gleiche Bo-gen (Zeichen); diese benennt man nach gewissen Sternbildern, durch welche die Ekliptikgeht, und deren jedes ungefähr 30° von dem andern entfernt ist. Die Ekliptik selbstnennt man von diesen Sternbildern auch Thierkreis. Diese 12 Sternbilder oderHimmelszeichen folgen vom Frühlingspunkte V an morgenwärtS so auf einander:
V Widder 20. März.^ Stier 20. April.
Wage 23. Lept,ns Scorpion 23. Oct.ch Schütz 22. Nov.
^ Stembock 21. Tee.
1A Zwillinge 21. Mai.
L Krebs 21. Juni,51 Löwe 22. Juli,»p Jungfrau 23.
X Wassermann 19. Jan,— Fische 18. Fcbr.
Die beigesetzten MonatStage zeigen an, wann die Sonne bei ihrem jährlichen Um-lauf in den Anfang eines jeden Zeichens tritt. Die 30", die auf jedes Zeichen kom-men, werden in Minuten und Secunden abgetheilt, aber nicht in eins fort, son-dern nach den Zeichen zusammengezählt. Ein Bogen der Ekliptik z. B., der vomWidder morgenwärtS gerechnet 97° 15' 27" lang ist, wird 3 Z. (d. i. 3 Zeichen)7° 15'27" lang genannt,.-oder, welches ebenso viel ist, sein Ende fällt in 7° 15'27"des Krebses. Auf solche Art wird die Länge der Gestirne angegeben. Die Ekliptikhat, wie alle Kreise, 2 Pole, welche sich alle 21 Stunden um die Weltpolebewegen und dadurch die Polarkreise beschreiben. Der Winkel, unter welchemdie Ekliptik den Äquator durchschneidet, heißt die Schiefe der Ekliptik. Wasuns aber Sonnenbahn scheint, ist in der That Erdbahn. Die Planeten undder Mond laufen in andern Ebenen, die aber nur unter einem sehr geringen Win-kel gegen die Ebene der Ekliptik geneigt sind; daher sich diese Körper auch nurwenig von der Ekliptik entfernen können. Die Ebene der Ekliptik ist für die theo-retische Astronomie sehr wichtig, weil man die Bahnen aller andern Planeten aufsie projicirt und die Berechnung danach einrichtet.
Ekloge, in der Poesie, ein auSerwählteS Stück, gleich viel von welcherGattung; entweder auserlesene Gedichte überhaupt, oder mehre Gedichte von ei-ner und derselben Form, wie denn Horaz 'sSatyren auch Eklogen genannt wurden.Seit Virgil'S bukolische Gedichte (wahrscheinlich von Grammatikern, und nichtvom Dichter selbst) diesen Namen erhalten hatte», begriff man unter Eklogen imSinne der Römer ungefähr Das, was Theokrit durch Idyll anzeigen wollte:ausgesuchte kleine Gedichte, meist bukolischen Inhalts, und aus Mißverstand wolauch Hirten- und Schäferqedichte insbesondere. (S. Idyll.) <>ü.
Elasticität, Schnellkraft, Federkraft, Spannkraft, die Ei-genschaft der Körper, vermöge welcher ihre Theile, wenn sie durch eine fremdeeinwirkende Kraft in eine veränderte Lage gebracht oder in einen engern Raum zu-