Band 
Dritter Band. D bis E.
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Elastiritütömefser

sammengedrnckt werden, ihre vorige Lage gegen einander wieder einzunehmen stre-ben, sobald die fremde Kraft nicht mehr wirkt. Ein Bogen, dem man durch dieSpannung der Sehne eine gekrümmte Gestalt gibt, nimmt seine vorige Gestaltwieder ein, sobald die Spannung aufhört. Läßt man eine elfenbeinerne Kugel aufeine Marmorplatte fallen, so wird sie durch das Anstoßen zusammengedrückt underhält auf einen Augenblick eine plattere Gestalt, rundet sich aber sogleich wieder,sobald die Heftigkeit des Stoßes nachläßt, und hierin liegt der Grund ihres starkenZurückspringen« von der harten Fläche. Den Federn der Bögel ist die Elasticitätin einem beträchtlichen Grade eigen; daher nennt man diese Kraft Federkraft,außerdem auch Springkraft und Contractilität. An der atmosphärischen Lustnimmt man diese Eigenschaft deutlich wahr. Schließt man sie in ein Gefäß ein,so läßt sie sich zwar durch einen hineingestoßenen Kolben ziemlich zusammenpressen,allein sobald keine Kraft den Kolben mehr treibt, stößt ihn die Luft heftig zurück.Hierauf beruht die Einrichtung der Wintbüchsen. Zwischen der Elasticität der fe-sten und flüssigen Körper ist ein nicht geringer Unterschied. Jene äußern ein Stre-ben, die vorige Gestalt wieder anzunehmen; diese, sich in größere Räume auszu-dehnen, und man braucht davon auch das Wort Ausdehnbarkeit. Zur Unterschei-dung kann man die Elasticität der festen Körper die attrackive oder anziehende,und die der flüssigen die expansive oder ausdehnende nennen. Der Grad der Ela-sticität der Körper ist sehr verschieden, und manche Körper nehmen erst durch Kunsteinen höher» Grad der Elasticität an. Körper, bei denen sie ganz unmerklich ist,nennt man unelastische.— Als Ursache der attractiven Elasticität nimmt Gren dieKraft des Zusammenhangs der Theile oder die anziehende Kraft (Attraction) an;die expansive hingegen beruhe auf der zurückstoßenden Kraft der Theile in der Ma-terie. S'Gravesande stellt sich die festen elastischen Körper aus dünnen Fibern oderaus Fäden zusammengesetzt vor, und beschäftigt sich vor Allem mit der Untersu-chung der Metallsaiten, welche an sich schon solche Fäden bilden. Die Federkrafteine? festen elastischen Körpers wird desto größer, je mehr seine Theile ausgedehntwerden. Sind nun alle Theile des Körpers so weit ausgedehnt, daß ihre Elasti-cität mit der ausdehnenden Kraft im Gleichgewichte steht, so darf man die Ausdeh-nung nicht weiter treiben, wenn sich die Theile nicht trennen sollen. Die Gewichte,welche gleiche Fibern unter verschiedenen Spannungen gleich stark verlängern, ver-halten sich wie die Spannungen. Wenn 3 gleiche Saiten, in den Verhältnissen1, 2, 3 gespannt, gleich stark verlängert werden sollen, so sind hierzu Gewichte nö-thig, die sich wie 1,2,3 verhalten. Die Gesetze der Elasticität bei flüssigen Körpernsind von jenen der festen verschieden. Zn schweren elastisch-flüssigen Materientragen die Unterschichten das Gewicht der obern; befinden sie sich daher in einemcylindrischen Gefäße, so leidet der Boden desselben den Druck der ganzen Masseder elastischen Flüssigkeit, und die untern Schichten derselben sind begreiflich dichterzusammengedrückt als die obern, welche auf die untern drücken. Man macht aucheinen Unterschied zwischen absoluter und specifischer Elasticität. Unter jenerversteht man die Stärke, womit diese Eigenschaft der Körper der zusammen-drückenden Kraft widersteht, an sich und ohne Rücksicht auf die Wärme und Dich-tigkeit. Diese muß allezeit der drückenden Kraft gleich sein. Weil aber verschiedeneMaterien bei ungleicher Wärme und Dichtigkeit dennoch gleich stark drücken kön-nen, so nennt man diejenige specifisch elastischer als die andern, welche bei gerin-gerer Dichtigkeit dennoch gleich stark, und bei gleicher Dichtigkeit stärker drückt.Bei allen elastischen flüssigen Materien nimmt die specifische Elasticität durch Wär-me zu. Auch größere Dichtigkeit vermehrt dieselbe; verdichtet man z. B. die Luftunter einer Glocke, so wird auch ihre specifische Elasticität in dem Verhältnissegrößer, in welchem die Dichtigkeit zunimmt.

Elasiicitätsmesser, Elaterometer oderDampfmesser, nennt