Band 
Dritter Band. D bis E.
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Elektricität (thierische) Elcktrisirmaschine

adoptirt, bis ihr Sommer (1759) durch Aufstellung der ebenfalls erwähnten dua-listischen Hopochese eine neue Erweiterung gab. In der letzten Zeit haben Ör-sted, Ampere u. in. A. ein noch weiteres Feld für diese Disciplin abgesteckt, des-sen Anbau mit die Hauptaufgabe der Physik des Tages ist. - - Außer den physikal.Lehrb. überhaupt s. m. Priestley'S „Geschichte der Elektricität", a. d. Engl. durchKrünitz (Berlin 1772, gr. 4.); in Bezug auf Franklin'ö Theorie aber Franklin'S„Briefe von der Elektricität", deutsch von Wilke (Leipz. 1758). Symmer'S Ab-handl. über s. dualist. Ansichten, welche übrigens Stich jedes physikal. Lehrb. ent-wickelt, steht IN den „llln>c>!i. tr„»!>.,cl." (17tz0, Vc>>. I.I ) Auch wird die ganzeLehre abgehandelt im 2. Bde. der neuesten AuSg. v. Gehler'S „Physikal. Lepik."

Elektricität, thierische, s. Galvanismus.

Elektrisirmaschtne, eine mechanische Vorrichtung, durch welcheman die ursprüngliche Elektricität der elektrischen Körper vermittelst Reiben erregtund andern Körpern mittheilt. Sie besteht in einem elektrischen Körper, der durcheinen bequemen Mechanismus schnell umgedreht, und heftig an einem andern Kör-per gerieben, anhaltend und stark elektrisirt werden kann; ferner in einem Reib-zeuge, worunter man eben jenen Körper versteht, an welchem sich der elektrischeKörper bei seinem Umlaufe reibt; endlich in einem isolirten Hauptleiter, der auchder erste Leiter oder Conduclor genannt wirk. Diesem theilt der elektrische Körperseine Elektricität mit. Zu dem elektrischen Körper wählt man Glas, entweder inForm einer Kugel, oder einer Scheibe, oder eines Cylinders; daher hat man Ku-gel-, Scheiben- und Cylindermaschinen. Diese Glaskörper werden an der Ma-schine so befestigt, daß sie schnell umgedreht werden können. Das Reibzeug, wel-ches der elektrische Körper bei seinem Umlaufe berührt, um sich daran zu reiben, istein seidenes Kisten, mitPferdehaaren ausgestopft, über welches ein Leder geht, dasmit dem sogenannten Kirnmayer'schen Amalgams, einer Mischung von 2 Thei-len Quecksilber, einem Theile Zink und einem Theile Zinn, durch Schweinefett ineine Salbe verwandelt, bestrichen ist, um die Elektricität zu verstärken. Der ersteLeiter (Conductor) ist ein blecherner Crlinder, am Ende mit einem Zuleiter oderKamme (Collector) versehen, der seine Spitzen dem elektrischen Körper entgegen-streckt, um die Elektricität aus ihm aufzunehmen oder fortzuleiten. Während derelektrische Körper mittelst einer Kurbel, wie beim Schleifsteine, schnell umgedrehtwird, reibt er sich an dem Kisten, und wird dadurch elektrisirt, wie ker aufeinemwollenen Lappen gestrichene Bernstein, nur in weit stärkcrr» Grade. Da nun keinandrer leitender Körper ihm näher ist, als der erste Leiter der Maschine, so theilt erauch nur diesem seine Elektricität mit, welche man alsdann zu beliebigen Versuchenbenutzen kann. Eine Art von Elektrisirmaschine hatte schon Otto v. Guerike im17. Jahrh., denn er bediente sich bei seinen elektrischen Versuchen einer Kugel vonSchwefel, die er vermittelst einer Kurbel umdrehte und mit der Hand rieb. Diewahren Maschinen führte jedoch zuerst Hausen in Leipzig um dieMitte des verflos-senen Jahrh, ein, und von dieser Zeit an wurden sie immer gemeiner und zugleichimmer mehr verbessert. Eine der größten Elektrisirmaschinen befindet sich in demTevler'schen Museum zu Hartem. Sie ist von Cuthbertson verfertigt und bestehtaus doppelten Glasscheiben, deren jede 65 engl. Zoll im Durchmesser hat. Siestehen in paralleler Lage 74 Zoll aus einander, sind an einer gemeinschaftlichen Achsebefestigt, die eine Kurbel umdreht, und reiben sich an 8 Kisten, die alle an beson-dern Gestellen befestigt und 154 Zoll lang sind. Um diese Maschine zu drehen,werden 2. bei längerer Dauer auch wol 4 Männer erfodert. Ihre Wirkungensehen in Erstaunen. Eine sehr scharfe Stahlspitze, dem ersten Leiter genähert,zog einen Funken von 4- Zoll Länge heraus; dieselbe Spitze, so auf dem Leiter be-festigt, daß sie 3 Zoll hervorragte, strömte 6 Zoll lange Strahlen aus. Ein 6 Fußlanger Zwirnsfaden, in einer Entfernung von 38 Fuß vom Leiter gehalten, wurde