Band 
Dritter Band. D bis E.
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Elektricität

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verdankt, nahm nur eine Art an, und leitete das Abstoßen und Anziehen bloß, ausdein Mehr oder Weniger derselben her. Die Elektricität wird in den ursprünglichelektrischen Körpern, im Glase, Siegellack, Schwefel :c., vorneknnlich durch dasReiben erregt; bei Schwefel, Siegellack, Wachs und Choeolate auch durchSchmelzen und Erkalten. Im Turmalin und einigen andern Materien wird siedurch Erwärmen und Abkühlen und sonst durch Auflösungen, wobei Aufbrausenstattfindet, und durch Ausdünstungen hervorgebracht. Durch die Wirkung derverstärkten Elektricität können entzündliche Körper, z. B. Wasserstoffgas, Alkohol,Äther, Schießpulver, Campher, entzündet, dünne Metalldrähte geschmolzen, kleineThiere und Pflanzen getödtet werde». Elektrische Schläge zerlegen das Wasserin seine Bestandtheile, in Wasser- und Sauerstoff, und umgekehrt bewirkt derelektrische Funken die Bildung des Wassers auü jenen beiden Elementen. DerRaum, worin die Elektricität wirkt, heißt derelektrische Wirkungskreis,oder die elektrische Atmosphäre. Man kennt zwar nun die Gesetze, nachwelchen die elektrische Materie wirkt, soweit, daß man Das, was geschieht, erklä-ren, und was geschehen muß, vorherbestimme» kann; aber desto unwissender istman noch in Hinsicht auf die Beschaffenheit des Grundstoffes, der die Elektricitätausmacht. Da bei der größten Anhäufung der elektrischen Materie in einem Kör-per keine Gewichtszunahme bemerkbar ist, so ist jene Materie unwägbar. Viel-leicht sind Licht, Wärme und elektrische Materie Modiflcationen des nämlichenStoffs, und der Wärmcstoff ist umgekehrt eine Modisication des elektrischen Flui-dumS. Wenigstens ist durch die neuesten Entdeckungen Örsted'S, Ampörc'S u. A.über die magnetisirenden Kräfte des elektrischen Stroms und seinen Einfluß auf dieRichtung der Magnetnadel die nahe Verwandtschaft zwischen elektrischer und mag-netischer Materie bereits dargethan. Über die positive und negative Elektricität nimmtman gewöhnlich folgende Sätze an: 1) Durch die ganze Körperwelt ist eine einzigeseine Materie verbreitet, welche den Grund aller elektrischen Erscheinungen enthält.2) Die Theile dieser Materie stoßen sich ab, werden aber von den Theilen derKörperangezogen. 3) Jeder Theil eines Körpers kann eine gewisse Menge dieser Materiein sich aufnehmen, ohne daß sie sich auf seiner Oberfläche anhäufen darf. Hat ergerade diese Menge, so ist er nicht elcktrisirt. 4) Hat er mehr als eine ihm natür-liche Menge, so ist er positiv, hat er weniger, so ist er negativ elektrisirt. 5) Alleelektrische Erscheinungen entstehen durch Übergang oder durch proporkionirte Verthei-lung dieser Materie. Der vorgebliche Einfluß der Elektricität auf das schnellereWachsthum der Pflanzen ist sehr zu bezweifeln, und ebenso ist es auch mit manchemvermeinten Einflüsse derselben auf den thierischen, namentlich den menschlichenKörper, nach welchem bei elektrisirten Personen der Puls schneller schlagen sollte,welches Letztere jedoch oft nur durch Beängstigung veranlaßt wird. Gleichwol kannman andrerseits die mcdicinische Kraft der Elektricität nicht ableugnen, und man hatsie bei Lähmungen, rheumatischen Beschwerden, Taubheit, Augenübeln, Kopf-schmerzen ic. glücklich angewendet. — Was die Geschichte der Elektricität betrifft, sosieht man aus Plinius d. Ältern („klist. n.iiui.", XXXVII. 3), daß er die er-wähnte Eigenschaft des Bernsteins schon gekannt habe. Das war aber auch Alles,was die Alten von der Elektricität wußten, und auf dies, oder wenigstens nicht vielmehr beschränkten sich auch die Kenntnisse derPhysiker von diesem Gegenstände biszu Änfange des 17. Jahrh. Um diese Zeit entdeckte der Engländer William Gil-ber nicht nur mebre Körper, die elektrische Erscheinungen darbieten, sondern auch,daß man diese sonderbare Eigenschaft in ihnen allen durch Reiben erregen könne,Hiernächst erweiterten Otto v. Guerike, Bayle, Newton, Wall und später Ste-phan Gray das Gebiet der Kenntniß in der Elektricität; Keiner aber verfolgte dieseUntersuchungen mit so viel Scharfsinn und Glück als Franklin zu Philadelphia.Seine schon erwähnte Theorie der elektr. Erscheinungen ward von allen Physikern