Band 
Dritter Band. D bis E.
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Elektromagnetismus Elektrophor 481

von ihm angezogen. Wenn man einen andern Leiter an den ersten Leiterbrachte, so konnte man in einer Minute 300 Funken von -4 Zoll Länge undeines Federkiels Dicke ausziehen. Die Luft wird 40 Fuß weit um die Ma-schine elekirisirt. Eine Batterie (s. d.), die aus IM Flaschen besteht, wird duich100 Umläufe der Scheiben geladen, und ein Schlag dieser Batterie zerspalteteeinen Cylinder von Bucksbaumhol;. 4 Zoll hoch und ebenso stark im Durch-messer, wozu nach van Marum'S Berechnung eine Kraft von 8850 Pfunderfodert wird. Ausführliche Anleitung zur besten Einrichtung dieser Maschi-nen und der dazu gehörigen Conductoren, nach Maßgabe der Ansichten undEntdeckungen der neuesten Pbrsik, ertheilt Bist in s. „Lehrbuch der Experi-ment.-Phvsik", deutsch von Fechner, Lpzg. 1824, 4.Bd., 7. Cap.

Elektromagnetismus. Die von Örsted (s. d.) 1820 gemachteEntdeckung von der Wirkung eines die Pole einer Volta'schcn Säule verbinden-den oder eine aus Zink, Flüssigkeit und Kupfer construirte, galvanische Kette ent-ladenden Drahtes aus die Magnetnadel zeigte den längst geahnten Zusammenhangzwischen den elektrischen lind magnetischen Kräften, und veranlaßte die eifrigste Er-forschung dieses Gegenstandes, woraus für die NatuiWissenschaft eine ganz neueLehre, die des Elektromagnetismus, entstanden ist. Pfaff in Kiel hat dieselbegeschichtlich dargestellt (Hamb . 1824). (Vgl. Magnetismus.)

Elektrometer oder Elektricitätsmesser, eine Vorrichtung,welche die Stärke und Beschaffenheit der Elektricität eines Körpers messen oderbestimmen soll. Zu diesem Apparate hat, welches Gran zuerst bemerkt, das Ab-stoßen gleichnamiger Elektricitäten Anlaß gegeben. Du Fay, welcher hierauf dieseErscheinung zum Elektrometer benutzte, hing einen gespaltenen Zwirnsfaden umden zu elektristtenden Körper, und gab Acht, wie weit die beiden Enden desselbensich von einander entfernten, woraus er auf die Stärke der Elektricität schloß.Nollet wurde hierdurch auf den Gedanken gebracht, diese einfache Vorrichtungdazu zu benutzen, den Grad der Elektricität aus dem Winkel, den die beiden Endendes Fadens beim AuSeinandcrgeben einschließen, zu bestimmen, und schlug vor,den Winkel durch den auf einem Brete aufgefangenen Schatten der beiden Faden -enden mittelst eines Gradbogens zu messen, weil er einsah, daß mit dem Fadenkein andrer leitender Körper verbunden werden dürfte. Nachher erdachten Mehreeine große Anzahl andrer Elektrometer, die aber eigentlich nickt leisten, wasihr Name ausdrückt. Die meisten dienen höchstens dazu, um daraus ungefährzu beurtheilen, ob eine Elektricität stärker oder schwächer als die andre, nichtaber, wie groß sie eigentlich sei. Die neueste Physik hat diesen Instrumenteneine solche veränderte Einrichtung und Empfindlichkeit zu geben verstanden, daßsie die Gegenwart auch der geringsten D.uantitäk von Elektricität bemerklichmachen. In diesem Zustande belegt sie sie mit dem Namen Elektroskop.S. Biot's „Lehrbuch der Experimentalphysik", 2. Bd., S. 215fg.

Elektrophor oder beständ i ger Elektricitätsträger.Wenn man einen dünnen, glatten und trockenen Kuchen von Siegellack oder irgendei»em Harz in eine flache zinnerne oder kupferne Schüssel legt, ihn entweder miteinem trockenen Katzenfelle reibHoder mit einem Fuchsschwänze peitscht, und dannein rundes, mit Staniol oder Silberpapier überzogenes, im Durchmesser etwas klei-neres Bret als derKuchen, mittelst seidener Schnüre aufdicsen letztern seht, so wirddas Bret Funken geben, sobald mack es mit dem Finger berührt. Diese Vorrich-tung heißt Elektrophor. Der Erfinder desselben ist der Schwede Wilke, obgleichVolta (s. d.) es 1775 unter der gegenwärtigen Gestalt bekanntmachte. Zuden gewöhnlichen Elektrophoren pflegt man gemeines weißes oder schwarzes, mitetwas Terpenkhin vermischtes Pech zu nehmen; ebenso gut dient Kolophonium.Die zerflossene Harzmasse wird gleich in die Form oder auf den Teller gegossen,Cvnrersativns - Lericon. Bd. M. 31