564 Emancipation
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Alten das EmanakionSsystcm oder die Lehre vom Ausflusse aller Dinge aus einemhöchsten Princip. Diese Lehre stammt aus dem Orient. So zeigt sie sich in derindischen Mythologie und in der altpersischen oder baktrisch - medischen Lehre desZoroaster (s. d.). Sie hat großen Einfluß auf die Philosophie der ältern griech.Philosophen gehabt, wie man auch an PythagoraS bemerkt. In der theologischenDogmatik ist Emanativnslehre die Vorstellung und Lehre von der Dreieinigkeit,vermöge welcher Sohn und heil. Geist als Ausflüsse der Gottheit angesehen wer-den. — In der Naturlehre versteht man darunter die Meinung Newton's,nach welcher die Lichtstrahlen auSfließende oder ausströmende Theilchen aus leuch-tenden Körpern sein sollen. Man sagt in letzterm Falle auch Emissionssystem.
Emancipation hieß bei den Römern die Entlassung des Lohnes ausder väterlichen, und der Sklaven aus derHerrengewalt. Sie geschah vor dem Prä-tor mittelst gewisser Feierlichkeiten. Unter der Emancipation der Katho-liken wird die Aufhebung der bürgerlichen und kirchlichen Beschränkungen ver-standen, denen die katholischen Bewohner Großbritanniens und vorzüglich Irlands bis 1829 unterworfen waren. Das eroberte Irland war von den Siegern infrühern Zeiten hart behandelt worden, und wiederholte Versuche, sich der fremdenHerrschaft zu entziehen, hatten die Herrscher bewogen, immer strengere Maßre-geln zu gebrauchen. (S. Prang einen.) Die Urbewohner des Landes, sämmt-lich Katholiken, waren von öffentlichen Ämtern und von aller Theilnahme an denParlamentswahlen ausgeschlossen; nur die der bischöflichen Kirche, welche auchin Irland zur herrschenden erhoben worden war, zugethanen Anglo-Irländer, dieden größten Theil des den ursprünglichen Bewohnern entrissenen LandeigenthumSbesitzen, konnten öffentliche Amter bekleiden und zu Parlamentsgliedern gewähltwerden. In diesem Zustande des Druckes befanden sich die irischen Katholiken bis1793. Als aber die zu der Zeit der französischen Revolution ausgesprochenenGrundsätze eine allgemeine Gährung der Gemüther hervorbrachten, erwachte auchin den irischen Katholiken das lebhafte Verlangen, gleiche Rechte mit ihren prote-stantischen Mitbürgern zu erlangen. Eine angesehene Partei in England selbst un-terstützte sie; der beredte Burke namentlich sprach wiederholt im Parlamente fürihre Emancipation. 1792 übergaben sie dem Könige eine Bittschrift, in welchersie auf gänzliche Aufhebung aller bisherigen Beschränkungen antrugen. Obgleichdas hierüber verlangte Gutachten der meisten Grafschaften in Irland dahin ausfiel,daß die Bewilligung dieses Gesuchs bedenklich sei, so befahl doch der englische Hofdem irländischen Parlamente, auf die Erleichterung der Katholiken zu denken. Esgeschah dem gemäß, was nach der Verfassung geschehen konnte. Das irische Par-lament erklärte 1793, daß die Katholiken forthin gleiche Rechte mit den Protestan-ten, nicht bloß in Hinsicht auf die Ausübung der Religion, sondern auch in Hin-sicht auf bürgerliche Verhältnisse, genießen sollten, und bewilligte ihnen zugleichdas Recht, bei den Parlamentewahlen zu stimmen. Nur von 30 Staatöämternund von dem Parlamente blieben sie ausgeschlossen, was jedoch ohne Abänderungder ganzen Verfassung, vermöge welcher Jeder, der Parlamentsglied zu sein be-gehrt, den Testeid (s. d.) leisten muß, nicht geändert werden konnte. Der ver-nünftige Theil der irischen Katholiken war mit den erhaltenen Bewilligungen völligzufrieden. Ein andrer Theil aber hegte die durch einige Große, welche mit Frank-reich in Verbindung traten, genährte Erwartung, daß es Irland gelingen werde,sich durch Frankreichs Hülfe von der britischen Herrschaft zu befreien; und baldbrach eine Empörung aus, welche die Strenge des Statthalters, des Lord Camden,unterdrückte. Aber 1798 brach der Aufruhr von Neuem aus, und Irland wardder Schauplatz eines blutigen Bürgerkriegs. Durch diese Rebellion überzeugtensich einsichtsvolle Männer in England wie in Irland , daß, so lange jedes der bei-den Reiche seine eigne Gesetzgebung habe, so lange die Gesetzgebung des Schwä-