Band 
Dritter Band. D bis E.
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507
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Einelica Emigranten 501

hakte und nicht weiter zum Kriegsdienste verpflichtet war. Sie standen unterden Kaisern, ebensowie die Veteranen, in großem Ansehen. Nachher hat manjene Benennung auch auf bürgerliche Verhältnisse übertragen und versteht ge-wöhnlich unter Emeritus einen langjährigen treuen Staatsdiener, der Alters hal-ber, mit Beibehaltung seines vollen Gehalts, in den Ruhestand versetzt (^>roc,n«>ilo erklärt) wird. Der Emeritus unterscheidet sich dadurch von dem Pensio-nieren, daß der Iahrgehalt des Letztern mehr als eine bloße Gnadensache zu be-trachten, und in der Regel auch geringer ist als die früher bezogene Besoldung.

§ metica (von ich erbreche mich), Brechmittel, sind Arzneistoffe,

welche man anwendet, um Erbrechen zu erregen. Am gewöhnlichsten bedient inansich dazu des BrechweinsteinS (wit.ir. einet.) und der Ipecacuanhawurzel. Unge-fähr j oder i Stunde nach genommcnem Brechmittel empfindet man eine Schwächein der Magengegend, bald stellt sich Ekel ein, der Speichel im Munde sondert sichin größerer Menge ab, das Gesicht wird blaß. Ein Gefühl von Angst und Schwächeverbreitet sich über den ganzen Körper. Hernach ziehen sich die Bauchmuskeln unddas Zwerchfell stark zusammen, der Athem wird angehalten, der Puls wird beschleu-nigt, und unter großer Anstrengung wird Alles ausgeworfen, was sich im Magenbefindet, zuerst die speisen und Getränke, alsdann der Schleim und die Galle,welche letztere aus dem Zwölffingerdarm in den Magen übertritt, endlich aber auchder Vchleim, der sich in der Luftröhre und in den Lungen angehäuft hatte. Wäh-rend des Erbrechens wird die Haut wieder roth, Thränen dringen hervor, Schweißbricht aus. Nach Beendigung der wiederholten Stürme tritt Ruhe und Schlafein, und bald Echweiß, bald vermehrter Urinabgang. Die nächste Ursache desErbrechens suchte man bald in convulsivischen Zusammenziehungen des Magens,welche eine der gewöhnlichen Bewegung entgegengesetzte Richtung angenommenhätten, bald glaubte man, daß die Zusamm nziehung der Bauchmuskeln und desZwerchfells von Außen aus den angefüllten Magen so wirke, daß er dadurch entleertwerde. In den neuesten Zeiten bewies Magendie durch Vivisectionen, daß sich derMagen bei dem Erbrechen passiv verhält, und daß diese Erscheinung theils von derZusammenziehung der Bauchmuskeln und des Zwerchfells, theils von den ziehendenBewegungen abhängt, welche die Speiseröhre aufden Magen ausübt, theils end-lich noch davon, daß die Lungen mehr nach der Gegend des Magens hingezogen wer-den. Das Brechmittel selbst aber wird diese zusammengesetzte Muskelbewegungbegreiflich nur durch eine eigenthümliche Einwirkung auf das Nervensystem veran-lassen kennen. Auf dieselbe Weise verhallen sich auch andre Umstände, welche Er-brechen veranlassen, z. B. manche Gemüthsbewegungen, Ekel :c. und viele Krank-heiten der verschiedensten Organe, wie des Hirns, der Urinblase, Nieren rc. Daßaber ein so kräftiges Mittel mit großer Vorsicht anzuwenden ist, und unter vielenUmständen Schaden stiften kann, leuchtet von selbst ein, weßhalb es nur auf Ver-ordnung eines guten Arztes gebraucht werden muß. Aus demselben Grunde ist denApothekern verboten, Brechmittel ohne Vorschrift eines Arztes zu dispensiren.

Emigranten, läwi^re» (Ausgewanderte). Wiewol mehrmals zahl-reiche Bewohner eines Landes, wegen Religionsverfolgungen, wie z. B. die Huge-notten in Frankreich (vornehmlich im 17. Jahrh.) und die Protestanten in Salz-burg (1732), oder wegen andrer Ursachen sich zu dem Entschluß genöthigt sahen,ihre Heimath zu verlassen (s. Auswanderung und RefugieS ): so pflegtman unter der Benennung Emigranten doch vorzugsweise die Ausgewanderten zuverstehen, die in den ersten Jahren der Revolution Frankreich verließen. Die ersteEmigration (die des Grafen Artois, der Familie Polignac u. A.) fand statt nachdem 14. Juli 1789, und zwar auf Befehl des Königs. Seitdem wanderten aussowol die Feinde der neuen Ordnung als auch die Opfer politischer Verfolgung, theilsmit einiger geretteten Habe, theils völlig hülflos. Männer und Weiber, Kinder und