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Greise, Priester und Edelleute bildeten ein ebenso buntes als ungleichartiges Gemisch. ,Die meisten flüchteten in der Hoffnung, ihr Vaterland i» Kurzem nach hergestellterOrdnung wiederzubetreten, und blieben daher anfangs größteniheils in den Grenz-ländern. linker ihnen erblickte man dieäußersteDerderbtheit neben der edelsten Selbst-,Verleugnung; Personen aus den ersten Geschlechtern, an alle Gemächlichkeiten einesgenußreichen Lebens gewöhnt, ertrugen mit Hingebung und Würde Entbehrungen ^und ergriffen geringe Erwerbszweige. Mit Unrecht erklärte nian alle Diejenigen für ,Nicktswürdige und Feige, die ihr Vaterland zur Zeit der Gefahr seinem Schicksal,überließen. Wo das Laster herrscht und die Tugend ein Verbrechen ist, darf der Gut-gesinnte Nichts hoffen. Zu leugnen ist jedoch nicht, daß der größere Theil jener ersten ,Emigranten aus Weichlingen und aller Anstrengung und Thätigkeit entwöhnten;Menschen bestand, die durch ein sittenloses Betragen gar bald für Alles, was Emi-^grant hieß, ein ungünstiges Vorunheil erweckten. Dies, noch mehr aber die Besorg-jniß. Frankreichs Rache zu erregen, war der Grund, daß ihnen bald in vielen Ländern;der Aufenthalt versagt, in andern nur mit Einschränkung zugestanden wurde. An §der Spitze der Emigranten standen die königl. Prinzen Conde, Provence und Artois,von denen derErstere einen Theil derFlüchtlinge vereinigte, um gemeinschaftlich mit.den verbündeten Heeren zur Wiederherstellung der alten Ordnung mitzuwirken.,Zu Koblenz hatte sich ein eigner Gerichtshof gebildet, der die Iustizsachen des sogen. >auswärtigen Frankreichs entschied. Allein Dumouriez's Eindringen in die Nieder-lande und Holland vertrieb sie aus diesen Provinzen mitten im Winter und in dem.kläglichsten Zustande; Frankreichs Schreckenssystem aber, sowie die blutigen Vor-'fälle in Lyon und Toulcn vermehrten ihre Anzahl täglich. Das Ccndü'sche Corps,trat zuletzt in russischen Sold und löste sich in dem Feldzuge von 1199 auf. AlS.<Napolcon a» die Spitze der Regierung trat, erhielten, bis auf wenige Ausnahmen,sämmtliche Emigranten die Erlaubniß, in ihr Vaterland zurückzukehren, von derjedoch manche, die im Auslande bereits sich niedergelassen hatten, keinen Gebrauchmachten. Die Constitution Ludwigs XVIII. enthielt zwar die ausdrückliche Be-,stimmung, daß die Emigranten kein Recht haben sollen, ihre ehemaligen Güterzurückzufodern; dies hinderte sie indeß nicht, mit Entschädigungsansprüchen her-,vorzutreten, die oft Veranlassung zur Störung der öffentlichen Ruhe wurden. Die >Kammern bewilligten ihnen daher 18-5, aufVill.le's Antrag, als Entschädigungin Renren ein Capital von 1000 Millionen Fr. für die verkauften Emigrantengüter.(Vgl. Frankreich .) S. Ant. de Sr.-Gervais „Ilisl. <Io; einigres lranouis cko-ziuis 1189 jusgu'cn 1828" (Par. 1829, 3 Bde.). Auch die „Uöm. cko bancbe-Lorel" (Par. 1829, 3 Bde., m. Kpf.) enthalten Beiträge zur Gesch. der Emigrat.
E m i r (d. i. edel, fürstlich), ein Ehrenname, den sich in der Türkei Dieje-nigen beilegen, welche ihr Geschlecht von Mohammed und seiner Tochter Fatimaherleiten. Man findet Emirs 1) in Arabien, wo sie Anführer der herumschweifen-den Horden oder Beduinen sind. Ihre Abkunft ist jedoch zweifelhaft. 2) In derTürkei selbst. Sie bilden eine Art von Erbadel, tragen als Auszeichnung einenTurban von meergrüner Farbe, welches die Farbe Mohammeds gewesen sein soll,haben gewisse Vorrechte, übrigens auf StaatSämter nicht mehr Ansprüche als je-der Osman, und leben größtenteils in drückender Armuth, weil sie träge und aus-schweifend sind. — Auch wird das Wort Emir zu gewissen Ämtern und Verrich-tungen gesetzt, z. B. Emir Hadschi, Anführer der Pilger auf Caravanen.
EmpedokleS , ein griech. Naturphilosoph, der sich in vielen Lehren demPythagoras näherte, geb. um 460 v. Chr. zu Agrigent in Sicilien . Er stand beiseinen Mitbürgern in so großem )lnsehen, daß sie ihm die Krone anboten; allein alsein Feind der Unterdrückung und Erhebung über Andre schlug er sie aus und ver-mochte sie, die Aristokratie abzuschaffen und eine Demokratie einzufübren. DieAgrigentiner verehrten in ihm den Wiederhersteller und Beschützer ihrer Freiheit, den