Band 
Dritter Band. D bis E.
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526
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526 England

bekennen. Alle übrigeReligionSverwandte genießen freie Duldung; man findet da-her Katholiken, Lutheraner, Jndependenten, Arminianer, Arianer, Socinianer,Quäker, Methodisten, Mennoniten, Herrnhuteru. Juden. — Die Hälfte der Ein-wohner lebt in Fabriken. Der Reichthum und Aufwand der Großen, der starkeAbsatz nach den Colonien und andern Ländern, der Reichthum der Fabrikunter-nehmer, die Maschinerie, die der Engländer in seinen Kunstarbeiten anwendet,wodurch er Millionen Hände erspart, und die Waaren dem Ausländer zu einen,geringern Preise liefert, als dieser sie in seinem Vaterlande kauft, haben den Ge-werbsleih auf eine hohe Stufe der Vollkommenheit und Ausbreitung erhoben.Das jährt. Arbeitserzeugniß der Fabriken wird, nach Abzug der rohen Stoffe, aufmehr als 1 14 Mill. Pf. St., und der reine Gewinn auf27 Mill. Pf. St. geschätzt.Die wichtigsten Fabriken sind in Baumwolle, welche jährt. 1S7 Mill. PfundBaumwolle verarbeiten; in Wolle, für welche nicht einmal die große Menge derinländischen Wolle zureicht; in Leder, Eisen, Stahl, Messing, Kupfer, Zinn,Porzellan und Fayence, Glas, auch in Seide, Leinwand und Papier. Die Le-der- und Stahlarbeiten werden fast nirgends von der Güte und Schönheit gemacht.Man verfertigt in gleicher Vollkommenheit eiserne Schiffe, Wagen und Brücken,wie bie feinsten Stahlfedern und Uhrketten, und vortreffliche mathematische, chi-rurgische, optische und physikalischeJnstrumcnte. Berühmt sind die Eisenzußwerke,die großen Gußstahlfabriken und die Fabriken der plattirten Waaren. Die kurzenWaaren von Birmingham sind in- und außerhalb Britannien die geachtetsten. Un-ter den Porzellanfabriken sind die von Wedgwood (s. d.) am bekanntesten. DieGlasschleiferei wird mit seltener Kunst getrieben; berühmt sind die Luxusartikel mü-dem Krvsiallzlase. (S. Engl. Waaren.) Die Zuckersiedereien, Bierbraue-reien und Branntweinbrennereien sind gleichfalls sehr wichtig. Zur Beförderungdes Handels tragen die vortheilhafte Lage nebst den vielen Häfen, die so hoch gestie-gene Industrie, die wichtigsten Besitzungen in andern Welktheilen, die große Lon-doner Bank (f.d.), nebst den vielen Provinzialbanke», die Affecuraiizgesell-schaften, die in jeder großen Stadt vorhanden sind, die Handelsverträge mit fastallen handelnden Nationen, und die Handelsgesellschaften bei, worunter die ostin-disabe die wichtigste ist. Seit dem Frieden hat jedoch der Fabrikhandel ab- und dasElend der arbeitenden Classe zugenommen. London hat fast ein Dritttheil des gan-zen engl. Handels in Händen; dann folgen Liverpool, Bristol , Hüll -c. Englandimengern Einne begreift 40 Shires oder Grafschaften; hierzu kommen noch Wa-les , weiche« in 12Shires getheilt ist, die Insel Dia» und die normannischenInseln (23 IHM., 53,000 E.) im Canale: Jersey, Gucrnsey, Sacke undAlder'ney (franz. Aurigny), das Einzige, was England von seinen ehemaligen Eroberun-gen in Frankreich gerettet hat.

Altenglands Boden enthält in sich alle Keime der Kraft des reichen bri-tischen Volkslebens und der Größe des britischen Weltreichs. Alle Nebenländerdes britische» Reichs, von Wales, Irland und Schottland an, haben die Einrich-tungen, durch welche es ihnen möglich wurde, an jener Kraftentwickelung Theilzu nehmen, von England empfangen, und sich zum Theil schon früher angeeignet,ehe sie selbst mit dem engl. SSttaate vereinigt wurden. Forscht man der GeschichtedieserVolkserziehung nach, so ist es der Geist der altsächsischen Verfassung,welcher noch jetzt im Volke und im Staate lebendig fortwirkt, wilcher das Alt-briiischc bis auf wenige Spuren verdrängt, der roher» Kraft her Tänen wie demRutenhum der Normannen widerstanden, und diese seine sss erw»der selbst be-siegt hat. Es ist der Charakter eines freien Gemeindewesens, von welchem jenesZusammenwirken aller Kräfte des Volks, jener Gemeinsinn ausgegangen ist, wel-chem nicht nur England selbst seinen Wohlstand und seine Macht verlankt, sondern