England 525
hert, und das man das Gebirge den Cornwall nennt. Es nimmt einen nördl. Lauf,theilt sich in mehre Zweige, neigt sich nach der Westküsie, macht die westl. Graf-schaften gebirgig und schließt sich fast an das Gebirge von Wales an, dessen hoch:ster Gipfel, der Snvwdon, sich 3456 Fuß über das Meer erhebt. Englands Haupt-,gebirge istderPeak, dessen Kette sich durch die Grafschaften Derby, Lancaster undPork erstreckt, und besonders in Derbrshire äußerst anziehe,idePartien mit den merk-würdigsten Höhlen, darunter die berühmte, mit den schönsten Stalaktiten bedeckteHöhle von Castlekon, bildet. In der 150 F. großen Höhle bei Bonwen findet manKnochen und Hörner von Thieren aus uralter Zeit. Die höchsten Gipfel des anWundern der Natur reichen Peakgebirges sind der 4050 Fuß hohe Wharn und der3981F. hohe Ingleborough. Es erstreckt sich bis an das Cheviotgebirge, welchesdie Grenze mit Ltchottland macht. Das Klima Englands ist feucht «.veränderlich,ohne heitern Himmel, aber nicht ungesund. In wenigen Ländern erreicht der Menschein so hohes Alter und erlangt eine solche Körperstärke als in England. SowolHitze als Kälte sind sehr gemäßigt, und der Winter isk milder als in jedem andernLande unter gleicher, und selbst unter geringerer Breite. Der Frost hält selten län-ger als 24 Stunden an, der Schnee verschwindet in wenigen Tagen, und das ganzeJahr hindurch dauert das Vieh unter freiem Himmel aus. Im Ganzen ist derBo-den sehr fruchtbar, zum Getreidebau und zur Viehzucht geeignet, und mit dein rei-zendsten Grün bedeckt; doch findet man noch 1 Mist. Acres Haiden u. unangebauteGegenden. Die Erzeugnisse sind: treffliches Rindvieh, so stark u. kraftvoll, wie inwenigen Ländern der Erde; vorzüglich gute Pferde; viele Schafe, welche nächst denspanischen die feinste Wolle liefern; Schweine in Menge; große und starke Hunde;vieles Federvieh, besonders Gänse, die man bis zu einer Schwere von 30 Pfundenmästet; ein großer Reichthum von Fischen, Austern u. Hummern; Raubwild gar-nicht, undSpeisewild sehr wenig. Man bautGetreide, mehrWeizen, wenigerRog-gen, sehr gute Gerste, treffliche Gartengewächse, Flachs, wenig Hanf, hinreichendenlind guten Hopfen, Safran, Süßholz, Rhabarber, -Obst von vorzüglicher Größe,aber wässerig; statt des Weins, welcher wegen des vielen Regens und der häufig be-deckten Luftfehlt, bereitetman Cider. Den Mangel an Brennholz ersetzt der Reich-thum an Steinkohlen ; Bauholz wud eingeführt. Kein europäisches Land liefert soviel und so gutes Zinn; ferner hat England Blei u. Kupfer in Menge, vieles Eisen,Wasser- u. Reißblci, Arsenik, Zink, Antimonium, Kobalt, Galmei, die beste Wal-kererde, Porzellanerde, Töpferthon u. Pfeifenerde, Salz, welches jedoch nicht zumBedarf hinreicht, treffliche Bausteine, Schwefel, Vitriol, Alaun, Schiefer, Kreide,Alabaster, Granit, Porphyr, Marmor, Feuersteine, mineralische Wasser. — Imeigentlichen England zählt man gegen 1'2Mill. und in Wales 160,000 M. DieEngländer (Nachkommen der alten Angeln und Sachsen ), sind ein schönern, kräf-tigte Menschenschlag, deren Sprache, eine Tochter der plattdeutschen, mit vielen la-teinisch-friesisch-franz. und britischen Wörtern vermischt ist. Die Walliser sindÜberbleibsel der alten Briten, welche in Wales und auf der Insel Man sich unver-mischt erkalten haben, durch Gastfreiheit, Gutmüthigkeit und Geselligkeit sich vondem ernsten, zurückhaltenden u. ungeselligen Engländer unterscheiden, aber unwis-send, abergläubig und arm sind. Ihre Sprache ist die alte kvmrische, dieselbe, dienoch unter den Einw. von Bretagne geredet wird. Doch ist die Manpsprache (a. d.Insel Mona, Man) eine Abart der irischen, nur mit engl., normänn. u. wälfchenWörtern sehr gemischt. Das Kymric hingegen unterscheidet sich von der irischenCeltensprache, oder dem Erse, durcheilte größere Beimischung germanischer Wur-zeln, Auf den normannischen Inseln leben Franzosen , die ein verdorbenes Fran-zösisch reden. Die herrschende Religion in England ist die Hochkirche, anglika-nische (s. d.). Die Regentenfamilie und die hohen Staatöbediente» müssen sie