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Englische Literatur und Wissenschaft
L. Medicin und Chirurgie. Auch die Ar,zneikunde beschränkte sichauf den Gebrauch, und ihr Studium ging auf beiden Universitäten, Oxford undCambridge , von der allgemeinen Grundlage der Philologie, Mathematik und Logikau?, im Leben erst sich weiter fortbildend. Hier hat es jedoch, wie dies unter denEngländern in jeder Wissenschaft ist, nicht an einzelnen großen Köpfen gemangelt,welche, besonders in der Anatomie, große Entdeckungen gemacht haben. Schonunter Karl I. machte Harvey bedeutende Erfahrungen über denBlutumlauf. 1651beschriebWharton alleDrüsen undentdeckte die Speichelgänge in den Backendrüsen,Clopton Haver die -stand»!-,» ni,,m!->°stnn».!», Francis Glisson die Irritabilität;Bidloo gab Abbildungen des menschlichen Körpers mit Text von Cowper; Syden-bam verwarf viel Hypothetisches im Praktischen, als Antiphlogistiker. GroßeÄnte waren die Hunters und Cruikshank . Einen vollständigen Unterricht bildeteerst Edinburg . MerkwürdigeAnaromikersind die beidenMonroe, Praktiker Mead,Huxham, Pringle, Heberden, Baker, Darwin, Brown, Jenaer , der Erfinderder Brutalimpfung, Currie. Die Chirurgie ward erst 1745 von den Barbierge-schäflen getrennt und Prüfungen unterworfen. Außer den Vorlesungen, welche dar-über gehalten werden, gibt es auch noch schulen genug, worin Cheselden, Poll,Nourse, Sharp, Hunter, Bell :c. sich gebildet haben. In der Entbindungskunstwar 1763 Smellie berühmt, und Aitkin (1789) durch sein Lehrbuch. (Dgl. übri-gens Englische Medicin und Chirurgie in einem bes. Art.)
I '. Mathematik und Astronomie wurden wegen ihrer Brauchbarkeitfür das Leben, besonders für die Schifftahrt ic., von den Engländern sehr betrieben.Über algebraische Gleichungen schrieb, wiewol unbemerkt und wirkungslos, schon1579 Thomas Harriet. 1614 machte John Neper Logarithmen bekannt, die1624Henry Briggs verbesserte. 1622 stiftete Smile einen Lehrstuhl zu Oxford für Geo-metrie und Astronomie, Cutler einen für Mechanik; und überhaupt ward Mathe-matik die Grundlage aller Studien. 1655 schrieb John Wallis über die Lehre vornUnendlichkleinen. Leslie gab eine Geometrie, geometrische Analyse und Trigono-metrie heraus. Großer Kenner der griech. Geometrie und Herausgeber mehrergriech. Mathematiker war Barrow, der auch 1662 die ersten Gründe der Analyfisdes Unendliche» entwickelte. Er war Vorgänger Newton's, der 1669 die Theorieunendlicher Reihen erfand, die Fluxionenrechnung tc. In der praktischen Mecha-nik war Wren, der Baumeister der St.-PaulSkirche, ausgezeichnet durch mancheErfindung. In der Optik herrschten Gregory, Barrow, Newton. 1675 beob-achtete Halley in St.-Hclena die Länge und Breite der Sterne unter dem Südpol .Hook deutete schon auf Newton'sche Anziehung. Flamsteed kannte 2866 Fix-sterne. Vinice schrieb eine Astronomie und über die Gravitation. Aber immermehr ging Alles aufBesserung der Schifffahrt und Fabriken bin, und die Theorie,besonders die höhere Mathematik, trat ganz zurück. Nur Mae Laurin war nochgroßer Algebraist. Clarke schrieb über Entdeckungen im Meere. Smith 1738war Optiker, wie Bradlep 1762. Wollaston gab ein Sternenverzeichniß, Mas-kelyne machte sich um praktische Astronomie verdient. In der Schiffbaukunst wa-ren Bartow und Robertson berühmte Theoretiker, und 1792 ward dafür eine Ge-sellschaft errichtet, da Frankreich England überbiete» zu wollen schien. —Es istauffallend, daß man in dem Verzeichnisse der Gelehrten, welchen seit 60 I. die hö-here Mathematik ihre Fortschritte dankt, keinen britischen Namen findet, und New-ton's Vaterland lange schweigend zusah, während so große Fragen verhandelt wur-den und unter ihren nächsien Nachbar» Lagrange und Laplace der Wissenschaft Er-weiterungen gaben , n ie sie seit Newton und Leibnitz nicht erhalten hakte. Manhat den Grund dieses Zurückbleibens oder dieser Rückschritte in der'Anhänglichkeitan die srnthetische Methode der alten Geometer, statt der rein analrkischen, su-chen wollen, vorzüglich aber möchte auch hier die Schuld an dem zeithcrigen Zu-