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Dritter Band. D bis E.
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603 Epidermis Epigenesie

schon, zu andern Nahrungsmitteln, zu Surrogaten, ;. B. zu Baumrinden stattdes Kornes, wie in «chweden, Norwegen u. s. w,, ihre Zuflucht zu nehmen, wo-durch Krankheiten erzeugt werden; dem Mutterkorn unter dem Roggen schreibt mandie Entstehung der Kriebclkrankheit zu; schlechte Gerste, viele Beimischung desDcberiebs oder TollkornS (bvliu,» toinulenlu»,) macht das daraus bereitete Bierfür die Gesundheit schädlich und erregt bei Allen, die cS genießen, krankhafte Zu-fälle. In Ansehung des Gemüthszusiandes können traurige Begebenheiten, z. B.Krieg, Belagerungen, Erdbeben u. s. w., durch die das Nervensystem angreifendenWirkungen die Entstehung der epidemischen Krankheiten sehr begünstigen, oder die-selben wenigstens bösartiger machen. Die Epidemie fängt zuweilen mit einzelnenKranken an, zuweilen befällt sie plötzlich viele Menschen auf einmal, was gewöhn-lich dann geschieht, wenn eine Art von Witterung oder Wind plötzlich in die entge-gengesetzte übergeht. Wenn z. B. nach lange herrschendem West- oder Südwest-winde mit warmer Witterung plötzlich Nordostwind eintritt, so hört man sogleich dieMenschen über Husten, Schnupfen, Rheumatismen u. dgl. klagen. Im Anfangeist eine Epidemie gemeiniglich gelinde, allein je mehr sie sich ausbreitet, desto gefähr-licher wird sie; gegen das Ende wird sie meistens wieder gutartiger. Ihre Beendi-gung ereignet sich oft so allmälig, als sie anfing, doch zuweilen auch plötzlich. Man-che Menschen werden gar nicht von der herrschenden Epidemie befallen. Wahr-scheinlich liegt die Ursache davon in ihrer Körperbeschaffenheit, die den herrschendenEinflüssen entgegengesetzt ist und sie fähig macht, denselben länger als Andre zuwiderstehen. So findet man auch oft, daß Menschen mit chronischen Krankheiten,Hypochondrien u. A. m., von der epidemischen Krankheit befreit bleiben. Nichtselten verwechselt man die Begriffe von Epidemie und ansteckender oder contagiöserKrankheit. Erstere ist ursprünglich nicht ansteckend, ihre Entstehung und Verbrei-tung hängt von allgemeinen Einflüssen ab, und in der Regel erzeugt sie keinen an-steckenden, durch Berührung mit einem andern Körper die nämliche Krankheit indemselben erregenden Stoff. Nur unter besondern Umständen, vorzüglich wenndie Krankheit sehr bösartig wird, und viele Kranke dieser Art in einem engenRaume beisammenliegen, kann ein ansteckender Stoff in ihnen erzeugt werden,welcher einen Dunstkreis um den Kranken bildet, und in solchen Personen, welchediesem nahe kommen, dieselbe Krankheit zu erregen im Stande ist. Doch könnenauch hier Täuschungen vorfallen, und bei Ununterrichteten tritt meistens die Furchtvor der Ansteckung zu früh und ohne Grund ein. So wird z. B. oft einer Anste-ckung zugeschrieben, was bloß Folge einer widrigen Erschütterung des Nervensy-stems beim Anblick eines Kranken, vielleicht unter ekelhaften Umgebungen, ist, wo-durch die Krankheit, zu welcher der Körper schon geneigt ist, desto schneller zumVorschein kommt. di.

Epidermis, die Oberhaut, s. Haut.

Epigenesie, auch die Epigenese, ein griech. Wort, für welches im Deut-schen kein genügenderer Ausdruck, als Gestaltung, Formation, gefunden zu seinscheint, bezeichneteineEntstchungsweise organischerKörper, wobei sich die im Manneund Weibe liegenden, keine künftige I^-staltung verrathenden Bedingungen zur Be-fruchtung, nach ihrem Zusammentreffen und ihrer innigen Vermischung im Weibe,zu einem der Gattung ähnlichen Körper und Wesen, in einer gewissen Zeit allmäligausbilden. Sie ist der Zcugungsannahme ohne Begattung (^enoraiio .irgiiivoou),sowie der Annahme gewisser vorgebildeter (präformirier), im Weibe oderManne lie-gender, zu ihrer fernern Ausbildung aber einer Erschütterung bedürfender Keime(evolutio) entgegengesetzt; welche beide Theorien »och ihre Anhänger haben, wie-wol sie Blumenbach durch seine Schrift über den Bildungstrieb und das Zeugungs-geschäft, worin er die Epigenesie erwies, widerlegt hat. Ersterer, sagt er, ist allenorganischen Wesen gemein, aber feine jedesmalige Eigenthümlichkeit hangt von der