Band 
Dritter Band. D bis E.
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Epiglotkis Epiktet

Beschaffenheit des Stoffes ab, den er auszubilden hat, woraus denn erklärbar wird,daß jede Gattung sich selbst, und nur sich, fortpflanzt, daß das Weizenkorn nurWeizen, der Zeugungsstoff des Schafes nur Schafe, der Zeugungsstoff des Men-schen nur Menschen hervorbringen kann. (S. Bildungstrieb.) Aber dieserTrieb kann in der Vollendung der gefederten Gestalt gestört werden. Die Ursachendazu sind sehr mannigfach. Rühren sie von den Individuen her, die den Zeugungs-stoff hergaben, so entstehen daraus erbliche Fehler, Krankheiten; Störungen derAusbildung vorderGeburt bringen angeborene Übel, Mißgeburten hervor; tretennach der Geburt, in den verschiedenen Entwickelungsperioden, Störungen ein, sowerden daraus erworbene Übel, Kankheiren. 8.

EpiglottiS, der Kehldeckel, oder knorpelige Deckel über der Luftröhre.

Epigonen, s. Theben.

Epigramm (griech,), Ausschrift, Überschrift; seiner ersten Bestimmungnach, poetische Aufschrift an Tempeln, Grabmälern, Kunstwerken u. s. w., ent-weder zur Erklärung oder zur Stimmung, Dieser Zweck erfodert beseelte Kürze,wo dasGedicht wirkliche Aufschrift ist; da aber, wo es zugleich den Gegenstand derAufschrift mir umfaßt, der also nicht selbst vorhanden ist, sondern bloß hinzugedachtwerden muß, eine poetische Idee, in anschaulicher Kürze dargestellt. Übrigens kanndie Darstellung für den Verstand didaktisch, satyrisch, komisch, für das Gefühllyrisch, elegisch sein. Gewöhnlich setzt man das witzige Epigramm (Sinngedicht,besser Witzgedicht, die Altern nannten es Beigedicht) dem empfindsamen entgegen,womit indeß die ganze «Lphäre desselben nicht umfaßt wird. Noch weit mehr irrenJene, welche nur die eine dieser Arten berücksichtigen: ein Fehler, von welchemselbst Lessing nicht frei ist. Er hat in seiner Theorie des Epigramms das Witzig»satyrische im Auge, und insofern freilich Recht, daß ein interessanter Einfall dazu ge-höre, der die Erwartung spanne, und dann auf eine überraschende Art befriedige.Herder aber hat gezeigt, daß diese witzige Richtung dem Epigramme nicht wesentlichist; nur dasKomische, das Satyrische kann der sogenannten Pointe nicht entbehren.Wahrscheinlich weil Witz der überwiegende Theil in den neueuropäischen Epigram-men war, wie schon bei den Römern, dahingegen bei den Griechen der größere Theilzu den empfindsamen gehört, war das komische oder witzige Epigramm der Neuernvorzugsweise Epigramm, bis Herder in Deutschland durch Bearbeitung der griech.Anthologie jenes Vorurtheil verdrängte. Was aber den Griechen ihr empfindsamesEpigramm, das war den Italienern, Spaniern, Portugiesen und Franzosen dasMadrigal. In den epigrammatischen Anthologien von Hang, Weißer und Schützfindet der Deutsche eine reiche Arme. Herder's „Zerstreute Blätter" und Iacobs'ü„Tempe"; geben einen schönen Kranz griech. Blumen dieser Art. ci<l.

Epigraphe, die Überschrift oder Aufschrift, z. B. an einem Gebäude,vor einem Buche (Motto). — Epigraphik, die Kenntniß der Inschriften oderInschristskunde, eine, besonders vonHolländern (Martin Smet, Iahn Gruter) undItalienem (Lcip. Maffei) begründete hlstorische Hülftwissenschaft. Neuere Samm-lungen find: „Inrcri^tl. Istiiiuium svleot. cnllcrtlo", von Drelli (Zürich 1828,2 Bde.); „Loijius iurcri^t. graca.", von A.Boeckh (s. d.), (Berl. 1828, 3. H.,und „8vNo^s epi^rumni.'ltiini tslraeeoiuin ex IHM »lolibui el librii ete.", vonF. G. Welcker (2. Ausl., Bonn 1828). — Epigraphische Seite heißt dieSeite einer Münze, auf welcher sich das Bild und die Schrift befinden; monepi-graphisch, wenn sie nur Schrift, anepigraphisch, wenn sie nur Bilder hat.

Epiktet, E p i k t e t o s (90 I. nach Ehr.). Dieser berühmte Anhängerder Stoa, aus Hicropolis in Phrygien gebürtig, war zu Rom der Sklave desEpa-phroditus, eines übermüthige» Freigelassenen des Nero, dessen Mißhandlungen ermit einer Fassung ertrug, die den echten Stoiker charakterisiren. Man erzählt,daß ihm sein Herr einst einen heftigen Schlag auf den Schenkel gab. „Du wüst