Band 
Dritter Band. D bis E.
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ErregimgStheorie

orientalischen Dolmetschers bei den Generalstaaten. Die gelehrtesten Araber be-wunderten die Eleganz, mit welcher er steh in ihrer Sprache, die so reich an Fein-heiten ist, auszudrücken wußte. Sein Ruf, als des gründlichsten Kenners des Ara-bischen, war so verbreitet, daß er wiederholt vom Könige von Spanien eingeladenwurde, um Inschriften an den maurischen Gebäuden und Denkmälern daselbst zuerklären. E.'S Werke sind theils bei s. Lebzeiten, theils nach s. Tode erschienen, undstehen bei den Kennern im höchsten Ansehen. Überdies wollte er eine Ausgabe desKoran mit lat. Übers. und Amnerk., einen ckl,e5 ,urus ßr.iinnwticus für die arabischeSprache, und ein arabisches Wörterbuch liefern; aber eine ansteckende Krankheitraffte ihn 1624 in einem Alter von 40 I. weg. Außer s. „Lr.immaiic^ .irabia,",s. „Cr-iinm.iliaa Iiebr-ilcu" u. a. grammatischen Werken, ist seine wichtigste undberühmteste Arbeit „bllni.ioini stislcui., ^«rarc»!,:,," (1625, Fol.).

Erregungstheorie, die durch Bearbeitung deutscher Arzte und Ein-mischung mehrer Sätze aus andern medicinischen Theorien modisicirte Brown'scheTheorie. Die vornehmsten und eigenthümlichen Sätze des Drown'schen sogen. Sy-stems (s. Brown) sind folgende: die Erregbarkeit ist eine und dieselbe im ganzen-Organismus, sowie in dessen einzelnen Theilen; jedem thierischen Organismuswird bei seiner Entstehung ein bestimmte« Maß von Erregbarkeit zugetheilt; ob andiesem wieder ersetzt werden könne, was davon verbraucht ist, darüber hat Brownsich nicht erklärt. Die auf die Erregbarkeit wirkenden äußern Antriebe zur Thätigkeit(Reize, Potenzen) sind bloß quantitativ verschieden, d. h. die Reize wirken alle erre-gend auf einerlei Art, nur der eine stärker, der andre schwächer. Die Einwirkungder Reize auf die Erregbarkeit bringt die Erregung hervor, sie ist das Product der2Facioren, Reiz und Erregbarkeit; mit der Stärke des erstern sowol als mit demGrade des letztern steht die eigentliche Ursache des Lebens in genauem Verhältnisse.Durch die Erregung selbst wird die Erregbarkeit aufgezehrt und vermindert, durchMangel an Reizen wird sie angehäuft. Gehöriger Grad von Reiz und Erregbarkeiterzeugt mäßige Erregung, und heißt Gesundheit. Die Säfte des Körpers wirkenbloß als Rei;e, ohne Rücksicht aus ihre chemische Beschaffenheit. Gestörtes Ver-hältniß der Reize zur Erregbarkeit erzeugt Abweichung der Erregung. Zu starke oderzu geringe Erregung ist entweder schon Krankheit oder doch Anlage zur Krankbeit.Die Krankheiten sind entweder allgemeine oder örtliche. Die allgemeinen erscheinenunter 2 Hauptformen, sthenische von zu starker, asthenische von zu schwacher Er-regung. (S. Sthenie und Asthenie.) Beiderlei Krankheiten geht die Anlagedazu (Opportunität), ein mittelmäßiger Grund von starker Erregung (sthenischeOpportunität), oder von schwacher Erregung (asthenische Opportunität) voraus,und es soll dies ein vorzügliches Unterscheidungszeichen derselben von den örtlichenKrankheiten sein. Bei sthenischerAnlage kann keine asthenische, bei asthenischcr An-lage keine stheniscbe Krankheit entstehen. Stheniscbe Krankheit mit verändertemPulse heißt Pyrepie, asthenische Krankheit mit beschleunigtem Pulse heißt Fieber.Es gibt keinen wesentlichen Unterschied der Krankheiten als in dem Grade derSthenie oder Asthenie; nicht auf die Formen der Krankheiten, sondern nur aus denGrad der bestehenden Erregung hat der Arzt Rücksicht zu nehmen. Um diesen Gradzu finden, muß er die vorhergegangenen Schädlichkeiten erforschen. Die Natur heiltkeine Krankheit, sondern dies muß durch Veränderung des Verhältnisses der Reize ge-schehen. Der Arzt hat bei einer sthenischenKrankhcit bloß die Erregung zu vermin-dern, bei einer asihenischcn sie zu vermehren, in beiden Fällen so lange, bis der mitt-lere Grad derErregung, oder die Gesundheit, wieder eingetreten ist. Die Heilmittelwirken entweder schwächend, die Erregung vermindernd, oder reizend, die Erregungvermehrend. Alle Heilmittel sind nur im Grad ihrer Reizung verschieden, alle wir-ken überein, keine besonders ansein System oder Organ (specifik). Die Heilmittelder sthenischcn Krankheiten müssen Potenzen sein, welche nur einen schwäckern Reiz