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durch Destillation von Substanzen gewonnen wurden, die entweder weingeistigeoder andre sehr flüchtige und stark riechende Bestandtheile enthalten. So liefertWein, Bier, Eider, jedes seinen besondern Esprit, im Grunde freilich nichts An-dres als Alkohol oder Weingeist. Ebenso läßt sich aus jeder Pflanze, die nicht ganzarm an ätherischem Ol ist, als Pfeffermünze, Lavendel, Orangeblüthcn u. s. w.,ei» Esprit ziehen; ja selbst die Ergebnisse der Destillation mehrer mineralischerSubstanzen, als des Salpeters, Vitriols, Grünspans u. s. w., wurden sonst unterdie Esprits gerechnet. Jetzt bedient man sich statt dieser Benennung, die so ver-schiedene Erzeugnisse umfaßt, lieber der bestimmter», welche die neuere chemischeNomcnclatur an die Hand gibt; doch kommt sie bei verkäuflichen Wassern undArten von Spiritus häufig noch vor. (S. Alkohol, Branntwein.)
Esquire (auSgespr. Skwcir, abgeleitet von t-so»v>-r, der Schildknappe,Waffenfähige, srini^cr), ein englischer Titel, über den Küttner sagt, daß alleDiejenigen schwer aufzuzählen sind, denen er eigentlich, d. h. nach den Gesehen,zukommt. Aber man gibt ihn auch Vielen aus Höflichkeit, denen er nicht ge-hört, als Gelehrten, Künstlern u. s. w. (W. England, Volküverfassung.)Der Besih liegender Gründe gibt ihn eigentlich nicht, und doch nennt man Dieje-nigen, die liegende Gründe haben, durchaus und vorzugsweise so. Die englischenBauern nennen ihre Gutsherren Esquire.
E ß (Karl van), geb. 1770 zu Warburg im Stifte Paderborn , kam 1188als Klostergeistlicher in die Benediciinerabtei Huvsburg bei Halberstatt, wo er spä-ter Lector und Prior , bei der Aushebung der Abtei aber 1804 Pfarrer zu Huys-burg wurde. 1811 ernannte ihn derFürstbisch. v.Paderborn zumbischöfl. Commis-sair mit der Vollmacht eines Gencralvicars im Saal - und Elbedeparl. In diesemPosten bewies er viel Anhänglichkeit an den römischen Stuhl. An der Ubers. desN. Test., die unter s. und s. Bruders Namen erschien, soll er den wenigsten An-theil gehabt haben, und er sagte sich in der Folge davon los. Er schrieb 1810 eine„Gesch. der gewesenen Abtei Huysburg", und bei dem evangel. Jubelfeste 1817 eine„Kurze Gesch. d. Religion", welche von den Domschülern zu Halbersiadt zur Nach-feier des Reformationsfestes öffentlich verbrannt und von einigen Gelehrten daselbsteiner Widerlegung werth geachtet wurde. Erstarb den 22. Dct. 1824. >— SeinBruder Leander van Eß, Bcnedictiner der Abtei Marienmünster im Pader-born'schen, später Pfarrer zu Schwalenberg im Fürstenthum Lippe und seit 1813außerord. Pros. der Theologie und kaihol. Pfarrer zu Marburg , auch Mitdireetordes dasigcn Scbullehrer-Seminariums, hat sich durch seine mit Beifall aufgenom-mene und für alle christliche Religionsparreien brauchbare Übersetzung der heiligenSchriften des N. T. (iLulzbach, bei Seidel) rühmlich bekanntgemacht. Der Papsthat zwar in neuerer Zeit untersagt, sie ferner drucken zu lassen, doch ist noch 1820eine neue Aufl. davon unter dem alleinigen Namen Leanders erschienen.
Eßlair (Ferdinand), Hofschauspieler und Regisseur des königl. Hofthea-terS in München , wurde 1772 geb. Familienrücksichten erlauben bis jetzt wederdie genauere Angabe s. Altern noch s. Geburtsorts. Seine frühern Verhältnissehielten ihn von der Bühne entfernt, und erst nach einigen Versuchen auf Liebhaber-theatern betrat er in s. 23.1. die Bühne zu Znsbruck. Die Natur scheint ihn durchgeistige und physische Anlagen zum Schauspieler bestimmt zu haben, denn mit einemklangvollen, angenehmen Organ, sprechenden Zügen und einer hohen, kräftigenHeldengestalt verbindet er eine lebhafte Phantasie, richtiges Gefühl und eine tref-fende Beurtheilungskraft. So fand er sehr bald Beifall. Nach einem halbenJahre folgte er einem Rufe des Theaters zu Paffau, unter der Leitung des Schau-spielers -Lchopf, der ungeachtet mancher Gebrechen, welche dem denkenden Anfän-ger nicht entgingen, E.'s Lehrer und Vorbild ward. Schöpf ließ dem aufkeimen-