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Eßlingtt, Essen
den Talente des Schülers Gerechtigkeit widerfahren und berief ihn 1793, beiOrganisation des deutschen' Schauspiels, nach Prag . Obgleich nun die Kunst«Leistungen des jungen, feurigen Mannes ungetheilten Beifall empfingen, so wardoch sein Gehalt nicht zureichend, ihn daselbst nebst s. Gattin, die nicht Schauspie«lerin war, zu erhalten. Neben den geistigen Anstrengungen auch noch mit häusli-chem Mangel sümpfend, erlag endlich s. Körper. Dies bewog ihn, Prag zu ver-lassen. 1800 kam E. zum ersten Male nach Stuttgart , wo ihn Haselmeier, derdas damalige Hoftheater gepachtet hatte, zugleich auch mit bei s. eignen Gesellschaftanstellte, die in Augsburg spielte. Allein der sehr müßige Gehalt konnte s. zerrüttez-aVetmögensumstände nicht verbessern, und gute Vorbilder sah er in dieser Zeit auchnur selten; ihm blieb nichts als die Erinnerung an die Leistungen eines Lange,Brockmann, Marchand, Huk , Junker u. A., und die ihm inwohnende unversieg-bare Geistesquelle. Nach Auflösung der augsburger Bühne ging E. auf das Thea-ter inNürnberg; hier brachte der 180k erfolgteTod s. ersten Gattin eine bedeutendeVeränderung in s. Kunstleben. Er schritt zu einer zweiten Verbindung mit ElistMüller, die schon früher als Schauspielerin bei einigen großen Theatern bekanntwar. In ihrer Gesellschaft unternahm er 1807 Kunstreisen nach Stuttgart , Man-Keim und Frankfurt, und erhielt in Manheim Anstellung. Hier verlebte er mehreglückliche Jahre. Das Anerbieten einer Hähern Besoldung und die Aussicht, dienoch aus früherer Zeit herrührende Schuldenlast tilgen zu können, bestimmten ihn,den an ihn ergangenenNufvon dem großherzogl.badischen Hoftheater in Karlsruhe anzunehmen. Endlich zog der nun verewigte König Friedrich von Würtemberg1814 diesen wackern Künstler aus s. beengten Lage. Don jetzt an entwickelte E.,pon keinen widrigen Eindrücken gestört, das Höchste der Kunst, sowol in tragischenRollen, wie TheseuS in „Phüdra", Tell, Otto von Wittelsbach , Hugo u. a., alsauch im bürgerlichen Schauspiel, wie z. B. als Oberförster in den „Jägern",Dallner in „Dienstpflicht" rc. 1818 trennte er sich vyn s. zweiten Gattin und hei-rarhete eine Demviselle Ettemaier. Gegenwärtig ist er bei dem Hoftheater inMünchen angestellt und als einer der ersten mimischen Künstler unter den jetztlebenden erkannt, wiewol nicht zu läugnen ist, daß er in s. Heldendarstellungensich zu sehr an die Repräsentation der stanz. Bühne anschließt.
Essäer oder Essener, eine Sekte unter den Juden, deren Ursprungsowol als die Ursache ihrer Benennung unbekannt ist; doch scheinen sie erstunter den Makkabüern, etwa um 150 v. Chr., entstanden zu sein. Sie zogensich in die Einsamkeit zurück und hatten Gütergemeinschaft unter sich einge-führt. Der Ausnahme in ihren Bund gingen Prüfungen vorher. Es gab 3Grade in ihrem Bunde, der Grad der Strebenden, der der Nähertretendenund der der Vertrauten. Sie besaßen reinere Begriffe von Gott als die ge-wöhnlichen Juden, und eine gereinigte Sittenlehre. Blutige Opfer brachtensie nicht; statt vieler äußerlichen Gebräuche widmeten sie sich dem Gebet undden stillen AndachtSühungen, beobachteten die Sabbathsfeier streng, lebten >l>großer Mäßigkeit und heilten Lurch Kräuter und Wurzeln allerlei Krankheiten-Sie widersprachen den Spitzfindigkeiten der Pharisäer und dem EpikuräismvSder Sadducäer. Daß Jesus und Johannes zu diesem Bunde gehört hätten,ist historisch unerweislich. S. Bellermann's „Geschichtl. Nachrichten aus devlAlterthum über die Esiaer und Therapeuten" (Berl. 1821).
Essen (Johann Heinrich, Graf von), schwedischer Fekdmarschall» auseinem alten liefländischen Hause, geb. 1755 zu Kasioes in Mestgothland, bildetesich in Upsala und Göttingen und trat hierauf in den vaterländischen Kriegsdienst-Bei einem Türmer in Stockholm, wo Gustav III. ihn sah, machte er durch seineSchönheit und Gewandtheit einen so günstigen Eindruck, daß er von dieser Zeit 0 "