Band 
Dritter Band. D bis E.
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Etturien

C.'ton

Gleichheit, jede Schranke bü rgerlicher Convenienz und Ständeabsonderung nieder-gerissen ward. Zu läugnen isi indeß auch nicht, daß diejenigen Länder und Völker,bei denen die Etiquette in ein em hohen Grade, und bis in die kleinsten Details fest'gestellt, herrscht, selten weder zu den freien noch zu den glücklichen gehören, und daßsehr häufig dieser gemachte (Glanz und diese äußerliche Würde der Großen um st>sorgfältiger von ihnen in Ek»ren gehalten wird, jemehr eö an der innern, wahrenWürdigkeit fehlt. Als Roms Imperatoren sich mit einem steifen und prunkendenCeremonie! umgaben, da hatten sie schon längst aufgehört, Herren der Welt zu sein,und der byzantinische Kaiserh of war nie mehr in leerer Prunksucht und todtem For-melwesen vertieft, als in der Zeit, wo die Provinzen nicht mehr gehorchten, und dieBarbaren bis unter die M-mern der Hauptstadt schwärmten. Überall hat aberEtiquette da mit ihrem Schein eintreten müssen, wo die Sache fehlte. Philippder Gute , Herzog von Burgund, dessen Stolz ihn trieb, sich den Königen im Rangtgleichzusetzen, kann gleichsam als der Vater der neuern, seitdem manche Höfe baldmehr bald minder tyrannisir enden Etiquette betrachtet werden, denn, eben um esin den Augen der Menge den höchsten Fürsten in der Christenheit gleich zu thun,umgab er sich mit einer Menge Diener und Hofleute, und legte ihnen ein so stei-fes und ängstliches Ceremonie! auf, daß nur später der spanische Hof, an welchesdie Mauren einst Fröhlichkeit und Lust einheimisch gemacht halten, den seinendarin noch übertraf. Heutzutage hat die allgemeine Entwickelung freisinniger Ideendie lächerliche Steifigkeit jener alten Etiquette sowol an den Höfen als im Lebender vornehmer» Stände bedeutend gemindert, und man findet nur noch hier undda einige Wenige, die, befangen im Dorurtheil oder der Macht vieljähriger Ge-wohnheit unterliegend, auch hierin an dem Alten und Veralteten kleben.

Eton, Flecken in der Grafschaft Buckingham, am nördlichen Ufer ketThemse, Windsor gegenüber (2500 Einw.), berühmt wegen der von Heinrich1441 daselbst gestifteten Schule. Ursprünglich war dieselbe ein für 70 Alum-nen bestimmtes. Collegium. Gegenwärtig studiren hier über 400 Söhne meistwohlhabender Ältern, da der Aufenthalt sehr kostbar ist. Die Unterrichtsmittelsind hier reicher als auf andern engl. Schulen. Die Bibliothek ist vorzüglich.

Etruria , s. Wedgewood.

Etrurien , auch Hetrurien. Dieses reizende Land, westlich vom m't-telländ. Meere, östlich von den Apenninen, ndrdl. vom FlusseMagra, südl. von derTiber begrenzt, das Vaterland der kunstreichen Etrusker, die in der Geschick^des neuesten Kunstgeschmacks und bei den wichtigsten archäologischen UntersuchiM-gen aus dem Grabe der ältesten Vorzeit hervorgerufen worden sind; dieses Land,das jetzt, mit etwas veränderten Grenzen, Toscana heißt, war im frühesten Alter-thum eine wohlgeformte Coufsderation, regiert durch die Oberhäupter der zwei!Hauptstädte des Landes, von denen jede eine Republik war. Bei dem Tempel deVolturna hielten diese Volksvertreter, Lucumonen genannt, die zugleich Oberpo'fister und Feldherren waren, ihre Landtage, wo die allgemeinen Landesangelegenh^ten in gemeinschaftliche Berathschlagung gezogen wurden. Ein solcher Lucumoder aus der römischen Geschichte bekannte Porsenna . Tarquinii, wohin mit DoM^ratus griech. Künstler aus Korinth kamen, war der Wohnsitz eines Lucumo. EttI'rien'stand in s. schönsten Blüthe, als Rom erbaut wurde, dessen Schule es 'nur von den Griechen in ihrem höchsten Flor übertreffen, waren die Etrusker^'rühmt in der Architektur, Lchiffbaukunst, Arzneikunde, Waffenschmiedekunst,fcstigungökunst, Taktik; besonders durch ihre technischen Fertigkeiten in jeder " 0tung der Bedürfnisse und des Luxus. In Italien und Griechenland trieben leinen ausgebreiteten Handel mit ihren Kunsterzeugnissen, und besaßen auf vm „Punkten bedeutende Niederlassungen. Da sie durch ihren Handel in häufige -x.rührung mit Griechenland kamen, so erreichten sie bald den Grad von DildN^