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Extremitäten Eyck
Quater-Sandsteinfelsen zum Theil mit natürlichen Kammern gebildet ist. Aufjeder einzelnen Felsenspitze (die höchste 125 F.) hängt ein großer im Winde bewegli-cher Stein, der sich zum Fallen neigt, aber doch nicht herabstürzt. Man hat rundeBogengewölbe (also vor dem 13. Jahrh.) mit Bildhauerarbeilen, Küchen, Treppenund Holzställe darin auSgehauen. 1824 haben Menke, Dorow und Elostcrmeyerüber dieselben geschrieben.
Extremitäten. So nennt man die Hände und Füße, auch die äußer-sten Enden andrer Körpertheilc. Was ihre Behandlung in den zeichnenden Künstenanlangt, so hat sie schon an sich ihre Schwierigkeiten, mehr aber noch, inwieferndie organischen Theile eines bestimmten Ausdrucks fähig sind. Die leichteste Be-wegung der Hand kann sehr charakteristisch sein, und ebenso das leichte oder festeAuftreten des Fußes, eine krampfhafte Bewegung der Zehen w. Gölhe sagt zwar(in „Kunst und Alterthum", 1. Bd., 3. Heft), jeder sittliche Ausdruck gehöre bloßdem obern Theile des Körpers an, und die Füße seien in solchem Falle überall imWege. Wir haben jedoch eine andre Meinung und glauben vielmehr, daß eineVerlegenheit hier nur in dem Vermögen des Künstlers ihre Ursache haben könne.Sehr treffend bemerkt Watelet: „Es würde oft schwer, ja unmöglich sei», die Dis-position und Bewegung der Extremitäten, die Stellung einer Figur oder ihren Ge-mükhszustand zu bestimmen, wenn man die Köpfe verdeckte". Preville, der größteder französischen Komiker, stellte einst in einer Gesellschaft, in welcher sich auchGarrick befand, einen Betrunkenen vor, zur Bewunderung aller Anwesenden. Darief ihm Garrick zu: „Preville, Ihre Füße sind nüchtern!" diese Bemerkung ent-hält den Schlüssel zur vorliegenden Frage. Indessen würde nian Unrecht haben,die Anwendung nur bei lebhafter» Gemüthszuständen gelten zu lassen. Ihre Rich-tigkeit läßt sich an den herrlichsten Antiken und Bildwerken späterer Zeit nachwei-sen; anders seht eine Nymphe den Fuß, anders Pallas Athene ; eine andre Hal-tung ist in der Hand der ehrwürdigen Matrone, und eine andre in der Hand derschüchternen Jungfrau.
Ex Voto, s. Votum.
Eyck (Johann van), auch Johann oder Jan von Brügge genannt, Letzte-res von s. Wohnort Brügge , Ersteres von dem Orte s. Geburt, Maaseyck (imDisthum Lüttich ), war der Sohn eines Malers, dessen Familienname nicht be-kannt geworden ist, und wurde, wie Einige behaupten, um 1370 geb., nach An-dern^erst am Schlüsse des 14. Jahrh.: eine Meinung, die durch manche Umständeziemliche Wahrscheinlichkeit erhält. Ein älterer Bruder, Hubert v. E. (geb.um 1366), der gleichfalls ein zu s. Zeit berühmter Maler war, unterrichtete denjünger» Johann in den Anfangsgründen der Kunst, und das Talent dieses seltenenGenies entwickelte sich bald mit solcher Kraft, daß er in Kurzem s. Lehrer bei wei-tem übertraf und die Bewunderung seiner und späterer Zeiten wurde. Von denLebensumständen dieses ausgezeichneten Künstlers, sowie s. Bruders Hubert, weißman Folgendes: Die Brüder erwählten sich Brügge zu ihrem Wohnort, wo da-mals, des blühenden Handels wegen, ein Zusammenfluß vieler Großen und Reichenwar. Gegen 1420, oder bald nachher, zogen sie aber auf ziemlich lange nach Gent ,um daselbst gemeinschaftlich ein Werk von sehr großem Umfange auszuführen, wel-ches ihnen der 1419 zur Regierung gelangte Herzog, Philipp der Gute, von Bur-gund, übertragen halle. (Es ist die jetzt im Museum zu Paris befindliche berühmteAnbetung des Lammes, ein Gemälde, welches in seinen verschiedenen Theilen über300 Figuren enthält und ein Meisterstück vom ersten Range ist. Es ist auf Holzmit Flügeltbüren gemalt, die äußerlich dieBildnisse der beiden Künstler und ihrerSchwester Margarethe, gleichfalls einer Malerin, oder, wie Andre dafür halten,der Gattin Ioh. van Eyck's , zeigen. Von diesen Flügelthüren befindet sich der-malen eine zu Berlin in der Sammlung des Herrn Solly; diese ist die Hauptver-