Band 
Dritter Band. D bis E.
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Eylau (Schlacht bei)

Kaisers die gewagten Worte schrieb: „Wir werden morgen in Königsberg sein".»So begann der 2tägige Kampf von beinahe 200,000 Kriegern, um, in und bei jPreußisch-Eylau einem Städtchen von 1500 Einw., am Arschensee in Ostpreu-ßen, 6 Meilen von Königsberg. Am 7. Nachmittags gelang es Soult , sich der,von den Russen besetzten Anhöhen vor Eylau zu bemächtigen; doch wurden dieRussen unter dem Geneichlmajor Barclay de Tolly erst am Abend aus dem Städt-chen Eylau selbst vertrieben, indem sie nach einen, hartnäckigen Kampfe ihre Stel-lung bei der Kirche und auf dem hochliegenden Kirchhofe aufgaben, den die Fran-zosen sofort mit einer starken Batterie besetzten. Dadurch bekam Napoleon Abendsum 10 Uhr alle Vortheile des Bodens in seine Gewalt. (Vgl. Bothmer's Planvon der Schlacht bei Eylau.) Nun lagerten sich dieHeertheilevonSoultundAuge-ireau vor dem Orte, durch den sie am folgenden Tage vordringen sollten; Davoustaber und Ney erhielten Befehl, durch künstliche Bewegungen, jener den linken,dieser den rechten Flügel des an Zahl schwächern russischen Heeres zu umgehen.'Man schätzte die Stärke des franz. Heeres(3., 4., 6., 7. Torps, die Reiterei, un-;ter Murat, und die Garden) auf 90,000 Mann. Dies war das Vorspiel derSchlacht am 8. Mit Anbmch des Tages rückten 70,000 Russen in dichtgeschar-iten Haufen vor, um sich durch einen Angriff in Masse auf den linken Flügel der lFranzosen des Städtchens wieder zu bemächtigen. Den linken Flügel führte Gen. ^Ostermann; den rechten Gen. Tufchkoff, das Mitteltreffen Baron Sacken; dieVorhut Fürst Bagrativn; die Reiterei Fürst Gallihin. Gen. Docwroff führte die >beiden Colonnen, welche aus der Mitte der russischen Stellung vordrangen. Napo-leon hatte seinen Standpunkt auf dem Kirchhofe genommen und konnte von dem !Kirchthurme das ganze Schlachtfeld übersehen; die Anhöhen von Sergallen aber,welche Eylau beherrschten, waren von den Russen nicht besetzt worden. Vergebensdrangen daher die russischen Scharfschützen bis an denKirchhofvor; aber auchNa-.poleon machte, nachdem er den Marschall Davoust durch die Division St.-Hilaire'verstärkt hatte, vergebliche Anstrengungen, um mit dem 7. Heertheile, unter Auge-reau, und einem Theile der Garden den Mittelpunkt der russischen Schlachtlinie zudurchbrechen; denn die Ungeduld, mit der er, ohne die Entwickelung seiner beidenFlügel unter Davoust und Ney abzuwarten, die mörderischen Angriffe auf das rus-sche Centrum wiederholte, vermehrte nur seinen Verlust; zugleich war ein dicker Ne-bel mit Schneegestöber Schuld, daß die Spitze der Augereau'schen Colonne zu weitlinks geriekh, daher auch der von Napoleon jetzt angeordnete Angriff der gesammlenReiterei unter Murat und Befsi res auf das russische, durch einen Wald gedeckteFußvolk nichts entschied. So wurde 12 Stunden lang gefochten, unter einemFeuer von 300 Kanonen. Endlich langten Davoust und Ney auf beiden Flügelndes russischen Heeres an. Der linke wurde von Davoust hart bedrängt und warschon umgangen, sodaß selbst das russische Mittelkreffen der rückgängigen Bewe-gung des linken Flügels folgen mußte, als gegen Abend der von den, 6. Heerhaufenunter Ney bei Wackern vergebens aufgehaltene Heertheil (5600 Preußen und dasrussische Ins.-Reg. Wiborg), unter den, General Lestocg, auf dem rechten russi-schen Flügel eintraf, und während diesen das Feuer aus einer preuß. Batterie unterdem General Sack deckte, hinter der Armee weg dem linken Flügel zu Hülfe eilte,wo der preuß. Feldherr den entscheidenden Punkt, Kuschitten, mit Sturm nahmund die Franzosen unter Davoust bis Klein-SauSgarten zurückwarf. Hätte indiesem Augenblicke, um 9 Uhr Abends, der russische General die von Lestocg drin,gend erbetene Unterstützung geleistet, so würde dieser thätige und einsichtsvolle Ge-neral den Franzosen nicht bloß den Sieg entrissen, sondern auch Klein-SauSdorffgenommen und den rechten Flügel des franz. Heeres völlig geschlagen haben. AlleinBenningsen hielt das Heer, dessen rechter Flügel von Ney ebenfalls umgangen war,nach 8stündigem Kampfe für zu erschöpft, als daß er, zumal bei seinem Mangel an