Band 
Fünfter Band. H bis Jod.
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Hagen

im Stadtgericht und dann bei der Kammer ohne sonderliche Lust. Aber die Wie-dervereinigung mit Universitätsfreunden, zu denen Gleichgesinnte, wie Abeken,Keßler, Büsching, sich gesellten, die königliche Bibliothek und andre Verhält-nisse machten den zehnjährigen Aufenthalt in der Residenz sehr angenehm. Unter-dessen war im Kriege 1806 Alles ungewiß geworden. H. verließ die Kammer undprivatisirte in Berlin, wo er schon 1805 sich mit Marie Zos. Reynackp aus Brüs-sel verheirathet hatte. Hier gab er mit Büsching 1807 eine Sammlung alterdeutscher Volkslieder heraus. Diese Liedersammlung war,H.'S erstes, seineRichtung auf die altdeutsche Literatur bekundendes Werk; älter aber und längervorbereitet war die im selben Jahre herausgegebene Erneuung des Nibelungenlie-des, Schon auf der Schule war die Neigung zur altdeutschen Literatur erwacht.Durch Bodmer's Balladen wurde H. in Halle mit dem Zuhalte der Nibelungenbekannt. Endlich fand er in Berlin das lange gesuchte Nationalepos, und dieerste Lesung desselben gehört zu dem Ergreifendsten, das er bisher erfahren hatte.Die Übertragung der Hintern Hälfte, nach Bodmer's Auögahe, fand den Beifallder Freunde und die Billigung Johannes von Müller's , der um diese Zeit nachBerlin kam, und dessen Freundschaft und Belehrung für H. höchst erfreulich war.Durch Müller's Bürgschaft erhielt H. die noch unbenutzte Münchner Handschriftder Nibelungen und erkannte daraus die eigentliche, strophische Form des Ge-dichts; hierauf erschien das Ganze, sammt der Klage, Anhang und Wörterbuch,1807, bald nach der Schlacht von Jena. Eine Reise durch Norddeutschlandund Holland nach Brüssel hatte 1807 H.'s Sammlungen mit niederländischenVolksbüchern aller Art bereichert. Eschenburg's Bekanntschaft und freigebigeMittheilung, sowie die Eröffnung der dresdner Schätze durch Daßdorf, die Nähevon Koch's antiquarischem Verkehr und ein weitläufiger Briefwechsel erweitertendie Sammlungen der altdeutschen, meist noch »»gedruckten Literatur, welcheH. mit Büsching, wetteifernd mit andern Bearbeitern desselben Feldes, anlegte.Früchte derselben waren: 1) die 1808 mit Büsching hcrauSgegeb. „DeutschenGedichte des Mittelalters", 1. Bd., 4.; 2) „Das Buch der Liebe" (Sammlungund Erneuung altdeutscher Valksromane in Prosa), 1. Bd. 1809; 8) das in Ver-bindung mit Büsching , Docen und HundeShagen herausgeg. „Museum für alt-deutsche Literatur und Kunst", 1809 —11, 3 Hefte, wozu 1812 in BreSlau nochein 4. kam. Hierauf bei der 1810 zu Berlin errichteten Universität als außer-ordentl. Professor der deutschen Sprache und Literatur angestellt, las H. über dieGeschichte der altdeutschen Literatur. In Folge derselben gab er mit Büsching1812 den literarischen Grundriß zur Geschichte der altdeutschen Dichtkunst heraus.Dann hielt er Vorlesungen über die Nibelungen, die ersten über ein altdeutschesWerk. Zum Behufe derselben wurde, mit Zuziehung eines Theils der noch un-benutzten St.-Äaller Handschrift, 1810 eine Handausgabe des Nibelungenliedessammt der Klage und einer LeSartensammlung in den Druck gegeben. ZmHerbste 1811 nahm H. eine vortheilhafte Versetzung zu der in Breslau Errichte-ten Universität, und zugleich bei der dort aus den Klosterschätzen zu errichtendenBibliothek willig an. Hier fand er außer alten Freunden, wie v. Räumer undBüsching, neue, besonders unter den Collegen (bei der Bibliothek namentlichHeinze und Bernd). Um in der Nähe der Werkstätte gleichsam der letzten große»Umwälzung und Herstellung nicht ganz müßig zuzuschauen, wurden FreimundReimar ü (Rückert's) geharnischte Sonette in der breslauer Zeitschrift „Jriniu-saule" verkündigt, und in Gemeinschaft mit Büsching, eine Erneuung des tapfer»Lebens des Götz von Berliehingcn, zum Besten der Freiwilligen gedruckt. Als inder Folge Barth (s. d.) sein Prachtwerk, das „5Ionu>>»uit»m puais", unter-nahm, besorgte H. ihm meist den germanischen Theil, sowie die lateinische Über-setzung und Redaction. Unterdeß wurden H. die Bibliothekarbciten, durch Mißver-