Band 
Fünfter Band. H bis Jod.
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36 Harmattcui Hannonica

sierdam und Leyden in Verbindung, hat 7863 H. und 21/160 Einw. Die sehrremlicben Straßen sind um Bäumen besitz! und den Canälen durchschnitten. Aufdem Markte befindet sich die marmorne Statue des Loren; Ianszoon Koste,-, demdie Holländer t,e Erfindung der Buchdruckerkunst zuschreiben. Dao Säcularfestseiner angeblichen Erfindung voi» I. 1124 ward den 10. Juli 1824 in Harlemfeierlich begangen. Unter den 15 Kirchen der Stadt zeichnet sich die Haupikirchedurch ihre Größe, zierlichen Tb-arm und berühmte Orgel aus, welche 8000 Pfei-fen lind 60 klimmen hat. Merkwürdig sind das Terler'sche Museum und dasNaturaliencabinct der hiesigen Zociekät der Wissenschaften; desgleichen die En-scheider'sche Schriftgießerei. Die Blumencultur war sonst hier in einem außeror-dentlicken Flor, hat sich jedoch vermindert (vgl. Blumenhandel), ist indessennoch immer von Bedeutung. 1800 verkaufte ein Blumenhändler nur allein nachLissabon mehr als 18,000 Stück türkische Ranunkelstöcke. Noch sind hier 13große Blumenhändler, welcke mit Tulpen- und Hvacinihenzwiebeln die entfernte-sten Gegenden versorgen. S onst war H. durch seine Industrie sebr blühend. AnSeidenstühlen sind kaum noch 60 vorhanden. Am berühmtesten sind die 18 har-lemerGarn- und Leinwandbleicken; auch verfertigt man vielen Zwirn, Band vonLeinwand. Wolle, Floret und Seite, seidenes Beuteltuch (das b>ste in Europa ),und unterhalt Seesalzsiedereien. In der Nähe ist der harlemcr Busch, einer derunmuthigsten Haine, mit Bäumen von eine, ungewöhnlichen Starke und einemschlanken, üppigen Wüchse. Schöne Landhäuser, umgeben von reizenden Gar-ten, lugen im Gehölze zerstreut. Vor allen zeichnet sich das mit fürstlicher Prachterbaute Landhaus rigol,,-n) des Banquier Hope aus, dessen Inneres kostbarverziert ist. Die Treppen, Thüren und Parquets sind von Mahagoniholz, dieFenster von röthlichem venetianischem Spiegelglase, die Kamine von Veite Gallound Veite Aniico. Vorzüglich ist eine Treppe, die nebst dem Geländer ausweißem carorischen Marmor besteht, durch ihre höchst zierliche Arbeit bemerkenö-werih. ilber die Ausrrocknung des harlemer Meers, wodurch man 20,000 Mor-gen Land dem Anbau geben wurde, hat Baron van Lyndcn van Hemmen (Amster-dam 1821) eine interessante Untersuchung angestellt.

HarINattan, ein besonderer, im Anfange scharfer, schneidend kalterWind, welcher periodisch von dem Innern Afrikas nach dem atlantischen Ocean zuweht. Er herrscht besonders im Dec., Jan. und Febr., also in der dortigentrockenen Jahreszeit, und ist gewöhnlich von einem dichten Dampfe und Nebelbegleitet, der die Sonne oft ganze Tage verbirgt. 'ÄußersteHitze und Trockenheitist sein Charakter, sodaß die Gewächse von seinem Hauche verdorren, und selbst derMensch von ihm gefährdet werten kann, der bis zu Ende an Dürre im Gaumen zuleiden pflegt; bei langer Dauer schält sich im Gesicht und an den Händen die Hautab, und das Athemholen wird erschwert. Dagegen heilt er alte Geschwüre undHautauSschläge, sowie Wechsilsieber und Durchfalle, nur nicht wenn er überSümpfe mit faulenden Ausdünstungen streicht. So lange dieser Wind weht, be-merkt man keinen Thau, und es zeigt sich keine feuchte Luft. Alles Land wirdwelk und dürr, alle Früchte werden frühreif, alles Holzwerk reißt, alle Gefäßemit Feuchtigkeiten müssen begossen werden, oder sie laufen aus. Nach dem Har-mattan tritt jedesmal schneidende Kälte ein.

Hormonia oder Hermione, eine Tochter des Mars und der Ve-nus, die sie in ehebrecherischer Liebe erzeugten, wobei Vulkan sie ertappte. Nachihrem Namen bezeichnete man in den ersten Zeiten den Inbegriff der ganzen Musik.Sie war mit ihrem Gemahl, dem Phönizier Katmug, nach Griechenland gekom-men, und hatte daselbst der Sage nach die Musik eingeführt.

Harm 0 nica, ein musikalisches Instrument, aus einer ungefähr ^ Zolldicken Walze bestehend, die auf einem Fußgestelle ruht, auf welcher etliche 40