Band 
Fünfter Band. H bis Jod.
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642 Italienische Poesie

Solfeggien berühmt; in der Kirchenmusik: Leo, Pergolesi , dessen Musik durchihre einfache Schönheit (z. B. feinSt.ib-tt noch immer entzückt, P""

Martini zu Bologna , der süße Piccini, Glucks Nebenbuhler, Ansossi, der geh"'lige Sacchini (Odip"), Sarti (s. d.). Der neuern Zeit gehören an: PaesieU<s. d.), Cimarosa , die Blüthe der Oper» buK>, und Zingarelli (Romeo unJulie"), Nafolini, Paganini, Niccolini , Pavesi und die seht sehr berühmtGeneral! und der vielschreibende Rossini. Mehr an die Deutschen schlössen sich'Salieri (s. d.) und der gründliche Righini (auch er hat Solfeggien geschrieben)'sowie sich Cherubim und Spontini den Franzosen anschließen. Unter den Sängetund Sängerinnen Italiens seit d. 18. Jahrh, sind berühmt: FranceSca Cuzzo"'Sandoni und ihre Nebenbuhlerin Faustina Bordoni , späterhin Hasse's Gatü"'und die Allegrandi, die Sopranisten Farinelli , Caffarelli , Senesino , Carisi""'Marchesi; in neuerer Zeit der berühmte Crescentini und Veluti; ferner die"'ger: Baldassare Ferri , Siface , Matteuce in neuerer Zeit; die Tenoristen: Mst"*)Pacchierotti , Bripi, Benelli; die Sängerinnen: Test, Mingotti, Gabrielli, Dt'Dandi, Marchetti, die Schwestern Sesst (besonders Jmperadrice und Ma«'^Sessi),Angelica Catalani , Camporesi, Borgondio. Doch ist es auch bekannt,^einzelne deutsche Sänger nicht nur durch bedeutsame Einfachheit und im gew ^",liehen Volkstone, sondern auch in der ital . Manier den Italienern an die Seiltstellt werden können, und selbst in Italien mit unerhörtem Beifall aufgenon""worden sind, z. B. Charlotte Häser. Die ital . Schule ist noch jetzt in Dem, ,die bloße Ausbildung des Organs betrifft, besonders Pvrtament, Passagen und D 'ler, unerreicht; aber die sclavische Nachahmung und Fortpflanzung ihrer Monlckführt zur Manier, weßhalb auch deutsche Sänger dieselbe nur so weit zu benußhaben, daß die Gemüthlichkeit und der poetische Ausdruck, welche der deutsche,sang verlangt, nicht verloren gehen. )'

Italienis chePoesie. Die Anfänge der italienischen Poesie entfall'.sich aus der provencalischen, welche zuerst wieder aufgeblüht war und sichnach Italien verbreitet hatte. Bis in das 13. Jahrh, finden wir hier nur die rUM 'liche Licbeopoesie der Provencalen und Troubadours. Dem damaligen Italic"*'vornehmlich dem Lombarden verständlich durch ihre Schwestersprache, durchM*diese wandernden Sänger Italien und waren an den Hoflagern, besonders ^kombardischen Großen, willkommene Gäste, da schöne und ergötzliche ReimesBewohnern des Südens, wäre es auch aus bloß sinnlichem Wohlgefallen am ^sänge, Bedürfniß sind. Zum Beweise, wie in jenen ritterlichen Zeiten die Dbadours für die schönste Zierde fürstlicher Höfe galten, dient das Beispiel Na»"""BerliNghieri's, Grafen von Barcelona und Provence, welcher 1162, beglctvon einer Anzahl provenealischer Dichter, Friedrich d. Rothbart in Turin besuch 'Der Kaiser war von ihrer heitern Kunst so entzückt, daß er nicht nur jene F>'t"linge reichlich beschenkte, sondern selbst ein Madrigal in ihrer Sprache dich"'^An dem Hofe Azzos VII. von Este und Ferrara (1215 64) lebten angesih*Provencalen, Rambaldo di Vacheiras, Raimondo d'Artes, Americo di Regu"" ^und besangen seine Töchter Constanze» und Beatrice. Auch blühte hier der .jener Stadt gebürtige Maestro Ferrari, der, wie viele andre Italiener, etQuaglio, Percivalle Doria, Alb. de' Marchesi Malaspina u. s. w., in provc'U- ^scher Sprache dichtete, Keiner erwarb sich einen so großen Ruhm als Sordc ^von Mantua , der selbst in die Provence reiste, um sich so leichter der dort ewh ^mischen Spreche und Liederweise zu bemächtigen, Nur wenige Überreste sindden Poesien dieser ital, Troubadours noch vorhanden. Aber die erstenin ital . Sprache zu dichten, finden wir nicht in der Lombardei ; die allzu bähe R ,barschaft mit den Provencalen ließ hier das Bedürfniß und die Lust an einhc" ^sehen Liedern nicht erwachen, Auch ertönte gerade hier die Sprache am rauycl