dadurch ihr» christliche Frömmigkeit, daß sie alle heidnische Denkmäler ausrottenließen und viele neue christliche Gebäude aufführten. Julian faßte den Gedanken,den alten Tempel der Juden wiederherzustellen, soll aber durch Ausbruch unterirdi-schen Feuers daran verhindert worden sein. Nun blieb die Stadt unter der Herr»schüft der morgenländischen Kaiser, bis Kosroes, K. der Perser, im I. 614 sie er-oberte. Doch gewann der Kaiser HerakliuS im Frieden, 628, die heilige Stadtwieder, verbot den Juden da zu wohnen und brachte durch Sektenhaß den Patriar-chen von Jerusalem, Sophronius , dergestalt gegen sie auf, daß der Khalif der Ara-ber, Omar, im I. 637 ohne viele Mühe die Stadt einnehmen konnte. Don denArabern ging die Herrschaft an die Turkmanen über. Im ersten Kreuzzuge eroberteGottfried von Bouillon 1099 Jerusalem . Es ward ein eignes christliches Reichgestiftet, dem aber die Türken 1187 ein Ende machten. F.W. Sieber hat in s.„Reise von Kairo nach Jerusalem " (Lpz. 1823, mit K.) das Örtliche und sittlichevon Jerusalem genau beschrieben.
Icsaias, der erste unter den sogen, großen Propheten, wirkte unter der Re-gierung der Könige in Juda, Ilsias bis Hiskias , wenigstens 47 I. als Dolkssirhrerund Prophet. Don seinen LebenSumständen ist nichts bekannt, als daß sein Ein-fluß auf König und Volk bedeutend war. Was von den unter seinem Namen imA. Test. enthaltenen Orakeln erweislich von ihm selbst herrührt, sichert ihm eineStelle unter den vorzüglichsten Dichtern. Seine Sprache ist den Gegenständen,die er behandelt, die angemessenste; sie vereinigt Einfachheit und Klarheit mit derhöchsten Würde und Majestät, und an Fülle und Kraft bei dem schönsten Eben-maße kommt ihm die Poesie keines andern Propheten gleich. Der Inhalt s. Dich-tungen sind Skrafreden und Klagen über die Sünden des Volks, drohende Ver-kündigung eines nahen Verderbens und herzerhebende Aussichten in eine schönereZukunft. Adel des Gefühls und der Gesinnung spricht aus jedem Zuge, Allesträgt den Stempel de« Genies und der echten Begeisterung. Daher sehen die Gläu-bigen in seinen Weissagungen nicht mit Unrecht die Morgenröthe des Tages, dermit Christus der Menschheit aufgegangen ist. (S. Propheten.) ' 1.
Jesuiten, oder Gesellschaft Jesu , nannte sich der geistliche Orten, der sichviel höher als alle andre Orden, ja über die Kirche selbst stellte, und obgleich er seinenGliedern die Annahme von Kirchenämtern und Prälaturen durchaus verbot, dochin der Kunst zu herrschen die weltlichen Regierungen nicht minder als seine geistli-chen Nebenbuhl-r übertraf. Ihm läßt sich auch kein andrer geistlicher Orden andie Seite stellen. Denn während diejenigen, welche sich nur der Betrachtung undAndacht widmen, wenig charakteristische Züge darbieten, und meistentheils nur dru chNamen, Schnitt und Farbe der Kleidung, größere oder mindere Strenge der Regel,mehr oder weniger Übungen der Buße und Gottseligkeit von einander verschiedensind, und auch die regsamern, welche durch Unterricht, Seelsorge und Mildthä-tigkeit, sowie durch ihren Einfluß an Höfen und in Familien, nach Außen wirken,fast überall nur Mönche sind, wußte die Gesellschaft Jesu sich bald zu dem Rangeeiner welthistor. Erscheinung emporzuschwingen, die in ihrer Art einzig ist. Der min-deste Theil dieser Größe ging von ihrem Stifter Jgnazv. Loyola (s. d.) aus, ders. Ruhni mehr der Weltklugheit und Kraft s. Nachfolger als sich selbst verdankt. Aufder Universität zu Parisverband sich Jgnaz L.(16.Aug. 1534,MariäHimmelfahrt)mit 6 Studenten in einer Mariencapelle auf dem Montmartre zur Bekehrung derUngläubigen und zu einer Wallfahrt nach Jeruwftm. Pierre Le Fevre, ein Ltavo-varde, Franz Raver, ein Navarrese, Jakob Lainez und Nikolaus Bebadilla, 2 kräf-tige geistvolle Spanier, und Rodriguez, ein portuq. Edelmann, waren dre ersten Ge-fährten Loyola's. Ein Türkenkrieg hinderte die Reise nach Jerusalem , weßhalb dieVerbündeten sich auf den Universitäten in Obcritalien zerstreuten, um neue Mitglie»de» zu werben. Loyola selbst ging mit Le Fevre und Lainez nach Rom , wo er seine»