Band 
Fünfter Band. H bis Jod.
Seite
95
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Harlekin

Harlcin

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stücke für dieses Instrument werden, wie für das Clavier, im Daß- oder DiSeant-oder Violinschlüssel geschrieben. Sein Umfanq istvomLonliu-I bis zum vierge-stricheneu >!. Einige schreiben diese glückliche Veränderung einem Deutschen , Na-mens Hochbrücken, zu, der in der ersten Hälfte des vorigen Jahrh, zu Donauwörth ,Andre einem Anspacher, Job. Paul Delter, der 1730 zu Nürnberg lebte. Spä-ter sind von Coustneau und Krumphol; in Paris Verbesserungen daran gemachtworden, besonders in Ansehung des Forke und Piano. Auch,habe» die (GebrüderErard daselbst eine neue Art Pedalharfe erfunden. (S. auch Äolsharfe.) Lehr-bücher für die Harfe haben Backofen und Bochsa geschrieben. Die vorzüglichstenneuen Componisten sür die Harfe sind, außer Nadermann, Demar, Steibelt w.Auch hüt Spohr einige treffliche Stücke für seine Frau geschrieben, namentlichPotpourris mit Begleitung der Violine.

Harlekin. In Hinsicht dieses dramatischen Zerrbildes ist vielleicht nichtsschwerer zu erklären als sein Name. Batkeu.r leitet es geradezu von den Sakyren desgriech. Satyrspiels ab. Riceoboni vermuthet (Geschichte der ital. Schaubühne"),daß die Kleidung Harlekins keine andre sei als jene der alten Mimen, welche mitgeschorenen« Kopfe gingen, und die nian Llanijicstes (Barfüßler) nannte. Zu denGründen, welche Riceoboni anführt, kann man noch das lächerliche Schwert deralten Mimen hinzufügen, welches sich bei Harlekin in eine Pritsche verwandelt hat.Auch heißen Harlekin und Scapin bei den besten toscanischen Schriftstellerni>i. welches Wort wahrscheinlich von dem lat. 8.-,,ss» abstammt, von welchemCicero (Ile »,.>tc>re", l, 2) eine Beschreibung gibt, die so vollkommen auf denCharakter Harlekins paßt, daß auch der übereinstimmende Charakter beider die Ab-stammung Harlekins von jenen alten Planipeden verbürgt.Der Charakter desalten Harlekin", sagt Flögel (Geschichte des Grotesk-komischen", S. 38 fg.),war ein Gewebe von außerordentlichem Spiel, heftigen Bewegungen und über-triebener Possenreißerei, womit eine gewisse körperliche Behendigkeit verknüpft war,daß er fast immer in der Luft zu schweben schien und fast den Springer spielte. Erwar unverschämt, spöttisch, ein Schalksnarr, niedrig, und besonders sehr schmutzigin seinen Ausdrücken. Ungefähr seit 1560 veränderte sich der Charakter dieserMaske. Der neue Harlekin legte Alles ab, was ihm aus dem vorigen Jahrh,noch anklebte. Es ist ein unwissender, im Grunde einfältiger Bedienter, der seinMöglichstes thut, um witzig zu sein, und der diese Sucht bis zum Boshaftentreibt. Er ist ein Schmarotzer, feig, treu, thätig, läßt sich aber aus Furcht oderEigennutz in alle Arten von Schelmerei und Betrügerei ein. Er ist ein Chamäleon,das alle Farben annimmt, und wird in den Händen eines geistreichen Mannes dieHauptrolle der Bühne. Die Rede aus dem Stegreif ist sein Probirstein. Derneue Harlekin beobachtet gewisse komische Gebärdenspiele und Possen, die vieleJahrhunderte vorn Vater auf den Sohn in dieser Rolle sich fortgepflanzt haben".Hier ist vornehmlich von dem italienischen Harlekin (Ulecstiiim) die Rede, dennin Italien , und zwar in der sogenannten C.nn>ii>e<ll.'> stell' ,->rw. ist er heimisch.Man kann ihn daher nur mit Genauigkeit kennen lernen, wenn man diese Art vonSchauspiel kennt und die übrigen Seikenverwandten Harlekins von ihm gehörigunterscheidet. Ob er zu dulden sei oder nicht, ist eine nicht unwichtige Frage. Erhat in Möstr (Harlekin oder Vertheidigung des Grotesk-komischen") einen geist-reichen Anwalt gefunden. (Dgl. Masken, italienische.) Der galante, geschmei-dige franzcsische Harlekin ist eine ganz nationell modificirte Maske. Sie wird imVaudevilletbeater, stumm, mit einer schwarzen Halbmaske gegeben, und erinnertdurch ihre Gewandtheit und Grazie an die Katzennatur. (S. Carlin.)

Harlem, Haarlem, eine Stadt im Gouvern. Nordholland im Kö-nigreich der Niederlande , der Hauptort eines Bezirks, unweit des harlemer Meer?,am Flusse Sparen, der durch dieselbe hindurchfließt, steht durch Canäle mit Am-