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Fünfter Band. H bis Jod.
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Heinrich (König von Haiti ) Hcinse

förderte er denselben und gewann die Zustimmung seines Bruders, des Königs.In dem lairischen Erbfolgekriege befehligte der Prinz ein Heer, welches im Juli1778 nach Dresden marschirle, sich daselbst mit den Sachsen vereinigte und inBobinen einfiel. Der Mangel an Lebensrnitteln nöthigte ihn zum Rückzug, undder Friede zu Tefchen 1779 machte dem Kriege ein Ende. 1784 ging der Prinznach Paris, unter dein Dorwande, den glänzendsten Hof von Europa zu sehen,eigentlich aber, um eine Verbindung vorzuschlagen, welche die VergrößerungsplaneÖstreichs einschränken möchte. Die Unentschlossenheit des CabinetS von Verfall;les vereitelte diesen Plan, der Prinz kehrte zurück, und der Tod des großen KönigsVeränderte die Gestalt der Dinge. Friedrich Wilhelm entfernte seinen Oheim vonden Geschäften, und Prinz Heinrich wollte sich nach Frankreich zurückziehen, als dieinnern Unruhen dieses Landes ihn daran verhinderten. Die Undankbarkeit seinesNeffen vergaß er zu Rheinsberg in dem Umgänge mit Philosophen, Gelehrten undKünstlern. Der Krieg, den Preußen gegen Frankreich unternahm, hatte nicht dieBeistimmung des Prinzen, deffen Erfahrung jedoch nicht gehört wurde. Alt undhinfällig erwartete er in stiller Ruhe und heiterer Muße das Ende seines Lebens,das dem Glücke des Staats und allen geselligen Tugenden gewidmet gewesen. Evstarb zu Rheinsberg den 3. Aug. 1802. 1809 erschien zu Paris eine „Vie priväe,piolil. et iniHl. <I» I'iince llunii ilc ?!., läi'it.' >Ic dreilcrio ll", deren Vers.,nach der Meinung des Hrn. v. Dohm, den Prinzen genau gekannt und seinVertraue» genossen haben muß.

Heinrich (Christoph), König von Haiti, s. Haiti .

Heinse (Johann Jakob Wilhelm), kurmainz. Hofrath, ein genialer deut-scher Schriftsteller, geb. den IK.Febr. 1749 zu Langewiesen , einem schwarzb.-son-dersh. Marktflecken bei Ilmenau in Thüringen . Ein Jüngling von feinem Sinnund ausgerüstet mit herrlichen Fähigkeiten, um mehr als Eine schöne Kunst zu erfas-sen und auszuüben; kräftig von Körper, das Gedächtniß treu, die Phantasie höchstentzündbar, schwelgerisch, üppig, bildete er sich mehr in der Welt als in der Schule.Nachdem er seine juristischen Studien in Jena wohl oder übel vollendet hatte, ginger nach Erfurt . Hier erhielt er feine poetische Richtung durch Wieland und man-nigfache Zlnregung u. Unterstützung von Gleit». Mit den „Sinngedichten" 1771)begann er seine literarische Laufbahn; die Übersetzung des Petron undLaidion , oderdie eleusinischen Geheimnisse, folgten. Möge man auch das Talent des VenasserS,das sich in beiden Werken darthut, anerkennen, so darf man sich doch nicht verber-gen, daß sie in unserer Literatur zu den wenigen erotischen Schriften gehöie», dieeine gefährliche Wollust athmen. Selbst Wieland nahm an dem kecken Muth-willen seines Zöglings ein Ärgernis. In Düsseldorf , wohin ihn Iacobi als Theil-nehmer an der „Iris" von Halberstadt 1776 berief, ward durch den Belich derherrlichen Bildersammlung sein Kunstsinn aufgeregt, genährt und verfeinert Vonda ging er 1780 in das ersehnte Italien . Hier schwelgte er in Lust und Freude3 Jahre lang. Aber befremden muß es, daß damals H. das „Befreite Jerusa-lem" und den „Orlando ", aufgelöst in Prosa, aus dem Lande der Musk »achDeutschland hinüberwandern ließ und seine» Landsleuten zumukhete, daß sie ausd eser Nachbildung begreifen sollten: „wie die herrlichsten Menschen seit 'inigenJahrhunderten von Ariosto'S Gedichten bezaubert worden wären". In Maiiz fandder Heimgekehrte zugleich mit I. Müller ein ruhiges Plätzchen. Er wurdeDorle-ser des Kurfürsten und 1787 Bibliothekar. Dort schrieb er „Ardinahello", „Ana-stasia" und „Hildegard von Hohenthal". Was er von Bildnerei und Musst, die erbeide schwärmerisch liebte, in seinem Leben erfunden, geahnet und enträthsesi hatte,legte er in seinen Werken nieder, deren stürmischer bacchantischer Taumel znar denLeser gewaltsam ergreift und dahinrafft, ein edles Gemüth aber nicht erheitert kann.Er starb den 22. Juni 1803, 54 Jahr alt. Höchst anziehende Briefe vin ihm