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Helinont
die Wurmkrankheit, welche von den Eing-weidewürmern herrührt; Helmir.-thagoga, ein wurmabtreibendes Mittel; Helminthologie , die Lehre vonden Würmern.
Helmont (Johann Baptist von), Herr von Merode, Royenborch u. s. w.,geb. 1577 zu Brüssel , studirte Naturlehre, Naturgeschichte und Medicin, worin erso schnelle und bedeutende Fortschritte machte, daß er schon in seinem 17. Jahre zuLöwen öffentlichen Unterricht in der Chirurgie gab. Das Studium der Alten über-zeugte ihn von der Unstatthafrigkeit mehrer ihrer Theorien von der Natur und Hei-lung der Krankheiten; besonders schien ihm derGalenismuS große Schwächen dar-zubieten; er verkündete also seine Absicht einer Reform. Doch plötzlich brachteihm der Umstand, daß er eine Krätze nicht heilen konnte, einen solchen Widerwillengegen die Medicin bei, daß erste für eine unsichere Wissenschaft erklärte und sie ganzaufgab. Er verließ sogar ftin Vaterland, nachdem er Alles, was er durch Aus-übung der Medicin gewonnen, verschenkt hatte, und irrte 10 Jahre in derWeltherum, als er mit einem praktischen Chemiker bekannt wurde und plötzlich Ge-schmack an der Chemie fand. Dem ParacelsuS in seinen Grundsätzen ähnlich,glaubte er in der Chemie das Univcrsalmittel zu finden. Seine alte Liebe zur Medi-cin wurde wieder wach, allein es war eine neue, ganz von ihm geschaffene Medi-cin; er nannte sich selbst uu'üleu, >><;r auf die Quelle anspielend, woraus
er sein Heilmittel nahm. Er verheirathete sich und zog sich in ein kleines Städt-chen, Nilvorde, bei Brüssel, zurück. Hier beschäftigte er sich bis aus Ende sei-ner Tage mit chemischen Arbeiten, rühmte sich, das Mittel zur Verlängerung sei-nes Lebens gefunden zu haben, und schrieb überspannte Theorien über die geistigeund physisch: Bildung des Menschen und die Ursache und die Behandlung derKrankheiten. Ungeachtet die Chemie noch gleichsam in der Wiege lag, machte erdoch viele Erfindungen, entdeckte das Laudanum des Paracelsus , den Hirschhorn-geist, das flüchtige Ölsalz u. s. w. Er wollte jetzt die ganze schulwissensthaftlicheMedicin umstoßen, stellte sehr richtige Ansichten über dieselbe auf; aber was erselbst hervorbrachte, war noch unsicherer als alle bisherige Ansichten in der Medi-cin. Nach ihm wird das Leben von einer Grundkraft regiert, die er Archäus, denHerrscher, nennt, und von andern ihm untergeordneten Kräften. H.'s Systemist dem Paracelsischen ähnlich, nur klarer und wissenschaftlicher. H. verließ die30 Jahre, die er in Vilvorde wohnte, seine Werkstätte nicht; doch veisicherte er,er habe jährlich mehre tausend Menschen geheilt. Die Kaiser Rudolf I I., Matthiasund Ferdinand II. luden ihn, mit dem Versprechen von Reichthümern und Wür-den, nach Wien ein, allein er zog die Unabhängigkeit seiner Werkstätte vor. Erstarb am 30. Dec. 1611 und übergab noch vor seinem Tode seine Handschriftenseinem Sohne zur Bekanntmachung, wenn er sie deren werth hielte. Sie erschie-nen später bei Elzevir.
Helmstädt, eine Stadt von 5200 Einw, im Herzogthum Braunschweig .Hier war von 1576 bis 10. Dec. 1809 eine berühmte Universität slull-, täuo-1>»a), welche HieronymuS, Exkönig von Westfalen , aufhob. Die Stadt bat einGymnasium, ein Sebullehrerstiziinarium zc.; ferner Leinwandwebereien, Fabri-ken in Baumwolle, Flanell, Seife, Hüten, Ligueurs und wohlriechenden Was-sern. Zn der Nähe ist ein Gesundbrunnen .
Heloise , Diese durch ihren Geist, noch mehr aber durch ihre Liebe zuAbelard berühmt gewordene Frau wurde zuerst Priorin des Klosters zu Argenteuil ,Widmete sich aber mehr den Studien als der Leitung ihrer Untergeben, n, die we-gen Zügellosigkeit endlich 1129 vertrieben wurden. Sie folgte hierauf der Einla-dung Abelard's (s. d.) und bezog mit einigen ihrer Nonnen dasBcthausPara-clet, wo sie ein neues Kloster stiftete. Hier lebte sie in musterhafter Frömmigkeit;die Bischöfe siebten sie w>e ihre Tochter, die Abte wie ihre Schwester, und die Laien