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Hmhöfor
thätigkeit abhängige lebendige Herzensreligion ausüben zu kennen gewünscht hatte.Tadler seines Übertritts bürden ihm Ehrsucht und Geistesbeschränkiheit auf, brin-gen aber nicht eine» Vorwarf von irgend einer Unsittlichkeit gegen ihn vor: nichteinmal den der Abneigung gegen das Cökibat. Der Hang für Paradorien und fürBerühmtheit soll ihn irregeführt haben. H.'S Wirken betraf anfangs nur Miß-brauche, die von seinen Tadlern selbst als solche anerkannt werden. Übrigens sprichtes sehr für ihn. daß er 181b auf Empfehlung des kathol. Ministerialraths Brun-ner zu Karlsruhe als Hauslehrer von der Familie v. Gemmingen aufgenommenwurde und 3 Jahre lang blieb, bis die PalronatSpfarrei ihm übertragen wurde.Die Dorfgemeinde von Mühlhausen galt damals als eine in ihrer LLittlichkeit ver-nachlässigte. Wenige Mitglieder derselben aber waren mit derjenigen Classe vonPietisten im benachbarten Würtemberg bekannt, die in den rauher», verkehrsfernlegenden von Leonberg verbreitet, auch ihren äußern Zustand nach ihrer Andäch-tigkeit zu gestalten suchen und mit Absonderung von der dogmalistrenden Geistlich-keit sogar ein eignes Dorf, Kornthal, nicht weit von Stuttgart , allein zu bevöl-kern die Erlaubniß der Regierung erhalten haben. Bei diesen Volksclassen nungeht das Propagandiren ihrer Religionsansichten durch den allgemeinen Verkehr vonDorf zu Dorf, von Mund Zu Mund, uno die von der Geistlichkeit gelehrten Kir-chenunterschiede trennen die Nachbarn nicht mehr so sehr wie ehedem. Aufmerksamgemacht durch Männer dieser Art, und in der Hoffnung, die Gemeinde vom Ge-müth aus zum Befferwerden zu erregn,, war H. in Predigten und Katechismenernst und streng für Selbstkenntniß und Buße; ein Schüler Sailei 's aber bewogihn, selbst mehr die Bibel zu lesen, und jetzt ward ihm das redliche, gotkverirauendeLeben der urchristlichen ZeitenzumVorbilde, ohne an ein Separiren von den Kirchen»anstalten zu denken. Was von Herzen ging, drang zu Herzen. Aus der ganze,, Ge-gend strömten Katholiken und Protestanten zu H.'S Kanzelvorträgen. Aber daß erals Beichtvater nicht mit dem Anhören der täglichen Messe, mit Anrufung derSchutzheiligen, mit dem Sündenablaß, den man noch durch Rosenkranzbelen undWallfahrten ins Weckerthal und nach Waldthüren zu gewinnen gewohnt war, zu-frieden sein wollte, nannten seine Nachbarn, die weniger Beifall hatten, lutherisch,schimpften über das lutherische Bibellesen und hielten H. schon damals einer Nicht-achtung der Kirche verdächtig. Während er von dem Äußerlichen noch selbst nichtbis aufdic in den Kirchendogmen liegenden Wurzeln jener Angewöhnungen zurück-gedacht hatte, wurde er immer aufs Neue bei den, bischöflichen Vicariat zu Bruch-sal als ketzerisch angegeben. Schon mit Suspension vom Amte wurde H. umOstern 1822 dorthin einberufen und 12 Wochen lang über Vorwürfe inquirut, dieihn jetzt erst auf die tiefer liegenden L> hren selbst zu denken aufregten. Hieraus ent-stand s. „Christliches Glaubensbekenntnis , seiner ehemaligen Gemeinde gewidmet",eine Schrift von so viel Dolksverständlichkeit und herzlicher Beredsamkeit, daß siebereits in Süddeutschland und am Rhein hinab in raufenden von Abdrücken unterjenen stillwirksamcn Schriften, wie Becker'S „Noch- und Hülfsbüchlein" u. dgl.,auf allen Märkte» zu finden ist. Der Gemeinde Mühlhausen wurde inzwischen einkirchlich-eifriger Pfarrve, Weser gegeben, der aber durch Hintreiben zum Liturgischenden Widerwillen verstärkte. Die Andersdenkenden blieben aus derKirche weg, undKinder widersprachen dem ControverSprediger in der öffentlichen Christenlehre. Alsendlich ein alter erfahrener Dekan, Zäck, der an die Stelle des Eiferers geschicktwurde, desto milder sprach und das Ceremoniöse dem DolkSunterrichte nachsetzte,so kam auch dieses zu spät. Die Landleuke mißtrauten der Feinheit, weil sie merk-ten, daß sie ihnen nur eben Das, was der Eifer nicht aufzuzwingen vermochte, an-nehmlicher zu machen suchte. Noch mehr war es umsonst, daß der Dekan die OrlS-vögke eine von ihm verfaßte und bloß vorgelesene Schrift unterzerchnen ließ, worinbehauptet war, daß H. durch Hinweisungen auf Gnaden und Ungnaden des Grund-