Band 
Fünfter Band. H bis Jod.
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Insekten

fleischigen Schlürfrüssel, welcher am Ende 2 Lippen hat und sich ausdehnenund zurückziehen läßt. Gehör, und Geruchswerkzeuge hat man bisher an keinemInsekt entdecken können, und manche Naturforscher haben daher diesen Thierenbeide Sinne gänzlich absprechen wollen. Wie will man jedoch das Vermögennennen, durch welches der Aaskäfer (Todtengräber), die Schmeißfliegen u. s. w.stark ausdünstende Körper in beträchtlicher Entfernung wittern können? Wenn esferner wahr ist, daß der Laut, den einige Insekten, z. B. das Hauskäferchcn, zurZeit der Paarung hören lassen, dazu dient, den Gatten anzulocken, so werden wirberechtigt, denselben auch den Sinn des Gehörs beizulegen. Die äußere Hülle derInsekten besteht auü härtern Theilen, welche oft noch mit einer besondern Decke vonHaaren, Federn, Schuppen oder einer Art Panzer, wie die Flügeldecken bei denKäfern, überzogen und mit den prächtigsten Farben geziert sind. Diese Art derBedeckung war ihnen bei dem Mangel an Knochen und andern festen Theilen imInnern des Körpers durchaus nöthig. Das Herz der Insekten besieht in einemlängs des Körpers liegenden Canale, der mit Knoten und Klappen versehen ist, auüwelchem aber keine Adern entspringen; weßhalb die Ernährung dieser Thiere aufeine ganz eigne Art geschehen muß. Lungen findet man in keinem Insekte, stattderen aber unzählige Luftröhren, die aufeine bewundernswürdige Weise gebaut sind.Ein wirkliches Athmen nimmt man u. a. an den Heuschrecken wahr. Muskelnfand man in der Weidenraupe über 4000. Hieraus läßt sich die im Verhältnißmit ihrem kleinen Körper so beträchtliche Summe von Kraft erklären, die man beimanchen Insekten wahrnimmt. Verhältnismäßig finden sich im Meere und inder Erde weniger Insekten als auf der Oberfläche derselben; doch leben sie überall,und alle vegetabilische oder thierische Theile diene» ihnen zur Nahrung. Diemeisten Insekten sind im Larvenzustande große Fresser. Eine Raupe verzehrtz. B. den Tag über wol 8—8 Mal so viel als sie wiegt; der aus ihr sich bildendeSchmetterling genießt dagegen sehr wenig; ja die Hälfte, deren Leben so flüchtigist, scheinen gar nichts zu genießen. Man zweifelt, daß die Entstehung auch nureines einzigen Insekts durch Fäulniß oder Gährung geschehe. Merkwürdig ist es,daß bei vielen Insekten, zumal männlichen Geschlechts, der Tod auf das Geschäftder Zeugung unmittelbar folgt, und daß durch Verzögerung desselben ihr Lebenverlängert wird. Es gibt auch Geschlechtslose unter ihnen. Nur wenige, z. B.die Schmeißfliege, bringen lebendige Junge hervor; die größere Zahl legt Eier.Bei einigen, wie bei der Blattlaus, wirkt die Befruchtung bis ins neunte Glied;bei andern wachsen die Eier noch, nachdem sie schon gelegt sind, und einige wenigegebären Junge, die nachher nicht mehr wachsen. Nur die ungeflügelten Insekten,und auch diese nicht alle, erhalten gleich nach ihrer Entwickelung aus dem Ei ihrevollkommene Gestalt und wachsen noch als vollkommene Insekten; alle übrigeaber sind einer zweimaligen Verwandlung unterworfen, ehe sie vollkommene In-sekten werden. Wenn sie aus dem Ei gekommen sind, werden sie Larven genannt;als solche haben sie keinen GeschlechtSunterfchied und pflanzen sich auch nicht fort.Aus der Larve wird das Insekt zur Puppe oder Nymphe, von denen einige fressenund sich bewegen, andre aber wie im Schlafe liegen und ganz ohne Nahrung leben.Daraus,entsteht nun endlich das vollkommene Insekt. Einige leben dann wenigeStunden, andre, wie SpinnSUamd Krebse,-einige Jahre; die meisten aber kaumein Jahr., Linnä hat diese ganze Classe in 7 Ordnungen eingetheilt: I. Insektenmit 2 häusigen, zusammengefalteten Flügeln, über welchen 2 hornartige Deckenliegen. Küfer .'OolMptk-r.i. ll. Mit 4 kreuzweise zusammengelegten,, gerade aus-gestreckten, meist zur Hälfte,-harten oder pergamentartigen Flügeln. Hülbfiüg-ler. ^lemipters. III. Mit 4 bestäubten oder eigentlich geschuppten Flügeln.Schuppenflügler, Schmetterlinge, bepi-lspwr.,. I V. Mit 4 durchsichtigen netz-förmigen Flügeln. Ncrvenflützler» dmurotier.,. V. Mit 4 durchsichtigen ge-