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Fünfter Band. H bis Jod.
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Institut

«en, zumal nach säuerliche», bei großer Schwäche Durst nach Wein; bei Kindern,die viel Säure im Maaen haben, hat man zuweilen einen besondern Trieb zu erdi-gen Mitteln. Kreide, Thon u. dgl., bemerkt; bei Kranken zeigt sich zuweilen mittenin der Krankheit ein plötzlicher Appetit zu irgend Etwas, und gemeiniglich ist dies«in Instinkt, welcher ein inneres, der Krankheit angemessenes Bedürfniß verkündigt,dessen Befriedigung öfters nicht nur unschädlich, sondern sogar heilsam ist.

Institut, jede zu einem bestimmten Zwecke errichtete Anstalt, z. B. Staat,Kirche, Polizei, Armenversorgung :c. Seit Kurzem hat man bei diesem Wortezunächst an eine Erziehung-!- oder Unterrichtsonstalt gedacht, und wo sich dieseauf die Bildung für einen gewissen Stand, eine gewisse Menschenclasse oder einegewisse Kunst beschränkt, diesen Zweck beigefügt, z. B. Militair-, HandlungS-,Hebammen-, Forst-, Singinstitute; unter dem Ausdruck Institut ohne Bei-satz aber werden gewöhnlich Erziehungsanstalten, in denen Kinder für eine gewisseVergütung verpflegt, erzogen und unterrichtet werden (Pensionen, Kostschulen),verstanden. Sie sollen die Vorzüge des öffentlichen Unterrichts mit den Vorthei-len der häuslichen Erziehung vereinigen, und je mehr sie dem ungezwungenen, ver-traulichen Verhältnisse der Familie gleichkommen, ohne darum in der Stetigkeitund dem Wetteifer des Lehrens und Lernens zurückzubleiben, desto mehr erfüllensie ihre Bestimmung. Das Alterthum scheint solche Anstalten nicht gekannt zuhaben, denn was der Staat in Sparta für die öffentliche Erziehung angeordnethatte, war allgemeine Nationalangelegenheit und sollte die Familie über demStaate vergessen machen. An den im Mittelalter entstandenen Kloster- undStiftsschulen aber, die, um künftige Geistliche und Staatsmänner zu bilden unddie bessern Köpfe der Nation von Kindheit an für die Zivecke der Kirck- zu erziehen,für gewisse Schenkungen der Ältern Kinder aufnahmen, war in der Regel wenigerdie Erziehung als der Unterricht zu loben, und auch dieser den Zeitbegriffen gemäßdürftig und einseitig. Als die erste freiere Erziehungsanstalt verdient die von demutrechker Kanonicus Geirt Groie (t^o b.orslus um 1376 zu Devemer

gestiftete pädagogische Brüderschaft der Hieronvmianer genannt zu werden, in wel-cher er Erwachsene und Kinder beider Geschlechter und aller Stände zum Arbeiten,Lehren und Lernen vereinigte. Ihre Verfassung glich den Ehorhäusern der Herrn-huter, und nach ihrem Muster bildeten sich damals die weiblichen Erziehungsan-stalten der Beginnen. Andrer Art war die nicht klösterliche Erziehungsanstalt,die Wolf von Gemmingen um 1520 zu Gemmingen für Söhne des Adels stiftete,eine Vorläufer,» unserer Ritterakademie«. Aber als eine Rückkehr zur mönchi-schen Erziehungsweise sind die gegen Ende des 18. Jahrh, entstandenen Icsuiten-collegien zu betrachten, die durch ihre wissenschaftliche Richtung und kluge Zuchtzwar allgemeinen Beifall fanden und sich in den katholischen Ländern der Erziehungder Knaben fast allein zu bemächtigen, aber eben diese Gelegenheit, auf die Volkerzu wirken, nur zu sehr für ihren hierarchisch-politischen Hauptzweck zu benutzenwußten. Daneben hatten die Klosterpensionen für Knaben und Mädchen immerfortgedauert, und in protestantischen Ländern mußten sich Ältern, die ihre Söhneaußer dem Hause erziehen lassen wollten, an die wenigen Fürsten - und säcrstarisir-ten Klosterschulen halten. Da aber sowol diese als jene von ihrer altfränkischenForm und düstern Mönchszucht noch immer nicht lassen mochten und zu weit hin-ter den Foderungen des Zeitgeistes zurückblieben, so wagten es endlich die Pädago-gen des 18. Jahrh., die unterdrückten Rechte der Jugend geltend zu machen.Die Fränkischen Stiftungen zu Halle und die Kinderanstalten der Brüdergemeinde,die immer noch zu früh eine ascetische Frömmigkeit erzwingen wollten, machen denÜbergang von jener alten Prügelzucht zur freien Erziehung der Philanthropen.Basedow und seine Freunde glaubten Locke's und Rousseau's Ideen einer natur-gemäßen, freisinnigen Erziehung nicht leichter ausführen und die Wiedergeburt