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Jakobiner
1791 bedroht und endlich auseinandergejagt. Jetzt lernte der Jakobinerclubb seineHülfgtruppen, die nachherigen Pikenmänner, kennen. Die Flucht des Königssetzte die Feuerköpfe in demselben noch mehr auf, und seit dem Ende 1792 wurdenihre Grundsätze so ausschweifend, daß Die, welche vorher Jakobiner geheißen hat-ten, jetzt aus dem Clubb als Königsfreunde oder Gemäßigte auSgeskoßen wurden;sogar Fröron, Legendre und andre heftige Jakobiner. Was man in diesem undähnlichen beschlossen hatte, war dann die gemeine Stimme Aller in der National-versammlung. Die Bretagner verstatteten bald Mehren den Zutritt, um destogewisser ihre Meinung jedes Mal durchzusetzen. So entstand, was in einer fürdas gemeine Beste frei berathschlagenden Versammlung nie statthaben sollte, eineVerbindlichkeit für gewisse Beschlüsse noch vor deM Vortrage des Gegenstandes inder allgemeinen Versammlung der Stellvertreter der Nation, und es bildete sicheine Partei, in welcher Alld nur Eins wollten- Außer dieser Unduldsamkeit gegenAndersdenkende, die später in politische Aügeberei oder Verfolgungswuth ausar-tete, übten persönliche Leidenschaften und eigennützige Nebenabsichten im Gehei-men ihren ränkevollen, gefährlichen Einfluß aus. Bald faßte das PribathauS,M welchem sie sich anfangs versammelten, die Zahl dieser Freunde der Revolution,wie sie selbst zuerst sich nannten, nicht mehr; sie wählten daher schon am Ende1789 die Kirche eines aufgehobenen Jakobinerklssters in der Straße Si.-Honorä-M der Mitte von Paris , zu ihrem Versammlungsorte. So kam der Name Jako-biner auf, wiewol sie selbst sich eine Zeit lang noch Freunde der Constitutivn nann-ten. Ihr äußeres Abzeichen ward die rdthe Mütze; späterhin war eine armselige/schmutzige Kleidung die Bezeichnung ihres Sansculottismus. Bald entstanden-en der unruhigen Regsamkeit der Franzosen , in allen kleinen und größer» StädtenFrankreichs , 1793 sogar in vielen Dörfern, ähnliche Vereine, welche der großeDtutterclubb in Paris Mit sich zu verbinden wußte, sodaß er dürch dieselben die öf-fentliche Meinung in ganz Frankreich bearbeiten und nach seinen Absichten lenkenkonnte. 1792 stand der Hauptclubb, in welchem sich zuweilen 2500 Mitgliederversammelten, regelmäßig mit mehr als 400 Gesellschaften in schriftlichem Ver-ehr, und man zählte überhaupt in ganz Frankreich gegen 400,000 Jakobiner-ist unnöthig, die vornehmsten Mitglieder jenes HauptclubbS namentlich aufzu-führen, da es gewiß ist, daß alle Männer von Bedeutung, die zu irgend einer ZeitM der Revolution eine Rolle spielten oder spielen wollten, Jakobiner waren. Ein-zelne aber anzuklagen, ist bedenklich, da der Parteihaß die Geschichte der Einzelnenschr entstellt hat. Der Einfluß, den Paris auf die Provinzen ausübt, und die Un-wissenheit der meisten Franzosen, welche, von unruhigen Wünschen dein Neuen^sch entgegengeführt, nichts kaltblütig mit selbständiger Freiheit zu untersuchen ver-wegen, erleichterte den kühnen Häuptlingen des pariser Jakobinerclubbs die Er-richtung jener unsichtbaren Gewaltherrschaft über die öffentliche Meinung. Das,Was sie im voraus als Vorschlag Und Beschluß für die Nationalversammlung fest»phten, mochte noch so verwegen und verfassungswidrig sein, so waren sie dönnoch,?vrch ihre Verbindung mit den auserlesenen Mitgliedern in den übrigen Tlubbs,er Zustimmung aller Volksgesellschaften gewiß. Dies lockte' natürlich alle Ehr-?e>iige, selbst in den höher» Ständen, zum Beitritt. Sie entsagten den Verthei-ln ihres Standes, uM hier Ansehen und größere Vortheile bei der neuen OrdnungJv Dinge zu gewinnen. Bald aber wurde der leidenschaftlichen Ehrsucht der Pö-^jhäuptliNge die Mäßigung dek besonnenen Jakobiner lästig; es traten daher dieldesten Feuerköpfe in einen engern Clubb zusammen, der, nach seinem Versümm-vngsort in der Kirche der vormaligen Barfüßer, der Tlubb der Cordeliers hieß, undn den sich alle sogenannte rx-ütL-i, die Demokraten uNd republikanischen Schwind-Anschlössen. Hier war der rechte Tummelplatz für die demagogischen Talente2 kühnen Danton, und hier fand das Scheusal Diarat, Herausgeber des „Volks-