'00 Japaner 1
Japans gewissere Geschichte beginnt 68» vor Chr., als Sm-mu, d. l. der ^himmlische Krieger, wahrscheinlich ein Cyineft, die Insel eroberte nnd das Volk ci-vtlisirte. Bon ihm stammt die Familie der Dairi ab. Die ursprünglichen Regentenvon Japan hießen Mikaddo, »ach dem Stammva'er ihres Geschlechts. Der Hohe-priester von Japan heißt noch immer Dairi. welches der Titel der sapan. Kaiser war,so lange sie die geistliche und weltliche Mach: vereint besaßen. Seit der Revolution,welche sie H85, wo Pori-Tomo zum obersten Befehlshaber des Reichs ernanntwurde, der weltlichen Macht beraubte, lebt der Oderpriestcr zu Miva ko (noch sehrdie eigentliche Hauplst. des Reichs). Unter der jetzt regierenden Dynastie der Djo-gounS ist sein Ansehen noch mehr gesunken. Ihn bewacht ein dem weltlichen Kaiserverantwortlicher Statthalter. Um sich des Abkömmlings des alten Herrscher-stam-mes desto mehr zu versichern, hat die Politik des weltlichen Kaisers den Dairi in eineheiligePerson verwandelt, den kein menschliches Auge, am wenigsten ein Mann, dernicht zur Bedienung desselben angestellt ist, sehen darf. Wenn der Dar -, was sel-ten geschieht, in s. Garten oder im innern Bezirke seines ungeheuern, wohlbefestig-ten Palastes frische Luft genießen soll, so wird All. » durch ein Zeichen Entfernunggeboten, ehe die Träger den hochheiligen Gefangenen auf ihre schultern heben.In diesem Palaste, wo er geboren wird, lebt und stirbt er, ohne je aus dessenMauern zu kommen, und erst lange nach seinem Tode wird sein Name außerhalbdesselben dekanntgemachk, Er genießt reichliche Einkünfte, die in Waaren und Feld-fruchten bestehen, und die der weltliche Kaiser durch beträchtliche Zuschüsse und durchden Ertrag des Verkaufs der Ehrentitel, welcher dem Dairi als ein Vorrecht über-lassen ist, noch vermehrt. Auch werden die Befehle im Namen des Dairi erlassen.Der weltliche Kaiser fuhrt den Titel Kubo und hat seinen Sitz zu Ieddo. Unter ihm,dem unumschränkten Beherrscher des Reichs, stehen alle Statthalter, Fürsten ,die dem Kaiser streng verantwortlich sind. Er überläßt jedoch dem Datei den erstenRang, nimmt sogar Ehrentitel von ihm an und erwidert die ihm dadurch ertheilteAuszeichnung durch ansehnliche Geschenke. Ehedem machte der Kubo jährlich eineReise nach Miyako, um dem Dairi seine Ehrfurcht zu bezeigen; nach und nachwurden diese Besuche seltener, und jetzt läßt er es dabei bewenden, ihm die Ge-schenke durch Gesandte zu uberschicken. Der Kubo verwaltet die Regierung unterdem Beistanhe eines Staatsraths von 6 bejahrten Männern. Er zieht seine Ein-künfte, die in Nacurerzeugniffen bestehen, aus 5 sogen, kaiserl. Provinzen und ei-nigen Städten, die unm irelbar unter ihm stehen, wozu noch die Geschenke kom-men, welche die Landesftirsten, die über die Provinzen herrschen, ihm bringen.Jeder dieser Fürsten besitzt erbliche Landeshoheit in seiner Provinz, er hebt die Ein-künfte derselben, ohne dem Kaiser Rechenschaft abzulegen, und bestreiket davon dieKosten für seine Hofhaltung, seine Kriegsmacht und die Unterhaltung der Land-straßen, kurz, alle öffentliche Ausgaben z um aber seine Abhängigkeit anzuerken-nen, muß er jährlich 6 Monate am kaiserl. Hose zu Ieddo zubringen, wo seineWeiber und Kinder als Geißeln und Bürgen seiner Treue in einer Art von ßlefan-genschaft leben. Die Religion der Japaner ist indischen Ursprungs, sowol diehltere Sekte Zöinto, als die neuere Budzo, oder die Fo-Rcligion, die aus China hinübergekommen ist. Außer diesen Sekte» gibt es noch andre, welche mehr oderminder mit ihnen veriVandl sind. Das Volk verehrt eine Menge von Unter-gottheiten, deren Bilder in den Tempeln der Haupkgoltheiren aufgestellt wer-den. Die zahlreiche Geistlichkeit und die Mönche und Nonnen, die in einer Mengevon Klöstern leben, stehen unter dem Dairi. Nirgends ist die indische Religion durchAberglauben und spätere Ausätze so sehr entstellt als in Japan . Die Smt 0 -(Con-futse-) Loekrd hürÄhnlichkeit mir der Gelehrtensekte in China ; sie verachtet allen Tanddes Volksglaubens. Der Buddhaismus ist seit 80k n.C H. eingeführt worden. — DieKriegsmacht besteht m Znedenszeilen aus 100,000 M. und 20,000 gepan-