Band 
Fünfter Band. H bis Jod.
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Jersey Jerusalem (Johann Friedrich Wilhelm) ^19

sandtschaft durch außerordentliche Pracht aus. In s. Gefolge befand sich die Blüthedesruss. Adels; außerdem aber einige franz. Officiere, die früher Napoleon (1807)in ähnlicher Absicht nebst Gardanne nach Persien geschickt katte. Auch wurdendem General I. die in russische Hände gefallenen Berichte Gardanne'S nebst denvon den französ. Ofsicieren aufgenonnnenen Charten zur Benutzung mitgetheilt.I'.S Gewandtheit zog von dem ungeschickten Verhalten des britischen GesandtenWillock, am Hofe zu Teheran , allen möglichen Vortheil, sodaß der Einfluß des rus-sischen CabinetS daselbst den britischen bald überwog, und ein für Rußland vor-theilhafter Bundes-und Handelsvertrag zu Stande kam, durch welchen der bereitsam 12. Oct. 1813 zwischen Rußland und Persien zu Gkulistan abgeschlossene, zuTifliS aber am 15. Sept. 1814 ratisicirte Friede seine Vollendung erhielt, daherer auch erst 1818 bekanntgemacht wurde. In Folge desselben war Rußland ge-wissermaßen die Garantie der persischen Thronfolge übertragen, und Persien bei-nahe zu Rußland in dasselbe Verhältniß gesetzt, welches zwischen Rußland undPolen zu Katharinas II. Zeiten bestand. I. kehrte in sein Gouvernement zu-rück, nachdem er am Hofe zu Teheran den Obersten Mazarawüsch als russischenGeschäftsträger zurückgelassen hatte. Seitdem beförderte er die russ. Handelsun-ternehmungen in jenen Ländern und sandte 1819 den Capitain Murawjeff an dieöstl-che Küste des kaSpischen Meeres , um die daselbst wohnenden Turkmenen undden Khan von Chiwa zu freundschaftlichen Verbindungen mit Rußland zu bewe-gen. (S. Turkmenen.) Für künftige Fälle ward das russische Heer am Kau-kasus unter I. seit 1820 bis auf 100,000 M. vermehrt. I. bekämpfte undzüchtigte bis 1827 das räubererische Bergvolk der Tschetschenizen. 1826 schlug erden Angriff der Perser zurück, welche unter Abbas Mirza den Frieden von Ghu-llstan gebrochen hatten. Im April 1827 übernahm Gen. Paskewitsch das Ober-kommando der Armee gegen Persien an I.'s Stelle. Er hat den Ruf eines bra-ven und besonders im Gebirgskriege erfahrenen und geschickten Feldherrn, der,gleich Suwaroff, bei den Soldaten sehr beliebt ist.

Jersey, s. Guernsey .

Jerusalem (Johann Friedrich Wilhelm), Abt, geb. am 22. Nov. 1709zu Osnabrück , wo sein Vater Superintendent war, besaß so ausgezeichnete An-lagen , daß er schon 1724 die Universität zu Leipzig beziehen konnte, wo er sich demtheologischen Studium widmete. Er studirte hieraus noch einige Jahre zu Leyden und führte dann zwei Edelleute auf die Universität Göltingen. Nach 3 Jahrenunternahm er eine Reise nach London, kehrte 1740 nach Deutschland zurück undward vom Herzog v. Braunjchweig zum Hof- und Reiseprediger, sowie zum Lehrerund Erzieher des 7jährigen Erbprinzen (des als Feldherr berühmt gewordenen KarlWilhelm Ferdinand ) ernannt, welche Stelle er 1742 antrat. Er wußte den Her-zog für den Plan zu einer Lehranstalt einzunehmen, welche die bisherige Lücke zwi-schen den Schulen und Akademien ausfüllen und jungen Leuten, die nicht zum ei-gentlichen Srutiren, sondern für den Aciliiaii stand, den Hof oder ein unabhängi-ges Privatleben bestimmt wären, die nöthige Unterweisung und Siitenbildung ver-schaffen könnte. So einstand das nachmals so berühmt gewordene Collegium Ca-rolinum zu Braunschweig. Außerdem hat ihm die Stadt Braunschweig auch dieGründung ihres Armenwesens zu verdanken. Nach und nach ward I. von deinHerzoge zum Propste der Klöster St.-CruciS und Ägidii, 1749 zum Abt von Ma-rienthal und endlich 1752 zum Abt des Klosters Niddagshausen, m der Nähe vonBraunschweig ernannt. Den Ruf eines Kanzlers der Universität zu Göningsnlehnte er aus Anhänglichkeit an das braunschweigische Haus ab und ward dafür1771 zum Vicepräsidenien des Consistoriums zu Wolfeubüttel ernannt. Dieservortreffliche Alaun, dessen Andenken noch jetzt die Bewohner von Braunschweig segnen, erlebte am Abend s. Lebens das Unglück, daß sein innigstgeliebier Sohn,