Band 
Fünfter Band. H bis Jod.
Seite
736
JPEG-Download
 

136

Jesuiten lkath.)

(b>p. cte-! tliix", li^. 4, oll. 6), wenn Buffon (in seinenBewarbt,Ingen über d>Verschiedenheit der Menschenartcn"), Albrecht v. Halter (in denDemi. Abhaudtüber verschiedene Gegenstände der Politik und Moral"), Robertson (in seiner classuschenGeschichte Kaiser Karls V."), Muratori der Verdienste der Jesuiten als M,ssionäre mit Begeisterung erwähnen? Über die Verdienste der Zehnten um d>cWissenschaften ist säst nur Eine Stimme', keine Wissenschaft war von ihrer s^orgeausgeschlossen. Auch in der Theologie waren sie ausgezeichnete Lehrer. Indessenhaben ihre Feindeund sie hakten deren sehr viele, nicht nur unter den ProtestEnte, sondern auch, und zwar vorzüglich unter den Katholiken, wo sie als ein »euw,mit großen Privilegien ausgestatteter, das Unzeitgemäße der Mönchsorden stichtheilender, an Gelehrsamkeit die bisherigen Institute überstrahlender Orden häustgein Gegenstand des Neides und Hasses waren ihnen rücksichtlich ihrer the>stlogischen Meinungen mehr als Einen Vorwurf gemacht. Sie sollen den Thi'aN'n.enmord vertheidigt haben. Keine Beschuldigung könnte schrecklicher sein, wc"sie wahr wäre, keine ist aber auch unwahrer. Schon 12K I. vor Entstehung ^Jesuitenordens stand Ioh. Petit, v. der pariser Universität, auf und behaupt»'ohne alle Einschränkung, die Rechtmäßigkeit des Tyrannenmordes. Die Vcramlassung hierzu gabdieErmordung desHerzogs von Orleans, welcher mit demv. Burgund um die Verwaltung des Reichs während des Wahnsinns des f^"IKönigs, Karl VI. , stritt, und den Burgund, um dem Zwiste ein Ende zu mach, ^des Nachts zwischen 11 und 12 Uhr auf den Straßen von Paris ermorden lEIoh. Petit gab nun für den Herzog v. Burgund eine Schutzschrift heraus, in ^'eher er diesen schrecklichen Frevel durch den erlaubten Tyrannenmsrd zu rechtfertignsuchte. Der Erzbischosvon Paris verdammte die Schrift, aber mehre franz. Thtstjlogen, worunter selbst Bischöfe waren, nahmen Ioh. Pettl's Lehre in Sch"e'und als einige Jahre nachher Charlier, ein 1). der Sorbonne, dieselbe den auf gConcilium von Konstanz versammelten Vatern denuncirte, nahm MartinBischofvon Arras, dieselbe in Schutz, und zwar als eine solche, die, wieersE^von sehr vielen Gelehrten und Theologen bisher ohne allen Widerspruch wälzsthauptet worden. Das Concilium war im Anfange unschlüssig, verdammte abeendlich-nicht alle von Petit aufgestellte Sähe, sondern bloß den einzigen :Zsss,Tyrann kann von seinem Unterthan erlaubterweise getödtet werden". NachUrtheile hatte es also das Ansehen, als wenn dennoch der Tyrännenmord unter g ^wissen Umständen erlaubt wäre, und nun wurde diese Frage ein Gegenstand dUntersuchung für alle Theologen und Gelehrte durch das ganze 15. Jahrh, und stin die Mitte des 16. Ungeachtet des von dem Concilium zu Konstanz gegen dMLehre in der Hauptsache ausgesprochenen Anathema ward dieselbe doch von vstiTheologen, vorzüglich aus dem Dominicanerorden, lange noch behauptet.terhin traten auch bedeutende Gelehrte aus den Protestanten dieser Meinung d 'als der bekannte engl. Dichter Milton, ferner Büchanan, Bodin, Beza duMomund A. Nach Entstehung ihres Ordens nahmen die Jesuiten , wie an allen thclogischen Fragen, so auch an dieser Theil, aber nicht, um wie ihnen vorgews lfen worden diese unheilschwangere Lehre denn obgleich es nicht gut, c> pTyrannen nichts zu furchten haben, wie einst ein großer Mann sagte, st städoch subjektiver Überzeugung einzelner dem Irrthun» Unterworfener Sterblichnicht das Leben so heiliger Häupter preisgegeben werden noch mehr zu sswickeln oder auszubilden, sondern vielmehr üin dieselbe entweder durchaus zukämpfe» oder doch so viel als möglich unschädlich zu machen. Der gelehrte Ist ^Salmeron, Lüyola's Gefährte, fügt ausdrücklich, daß Niemand befugt sei,Fürsten , habe er sich auch der Herrschaft gewaltsam bemächtigt, zu ermorden,sonders wenn er einmal im ruhigen Besitze derselben sei. Wenn nun Salmero»e. a. O. lehrt, daß, wenn ein unrechtmäßiger Regent eine, von ihm noch nicht u