entziehen, ja sogar den KLnigsmord als erlaubt darzustellen: so muß man vor allenDingen sich erst genau bemühen, ihre wahren Grundsätze kennen zu lernen', unddann darauf achtgeben, ob sie wirklich solche Grundsätze, wie ihnen nachgesagtwird, der Jugend beibringen. Was mich glauben macht, daß an allem Diesel»nichts sei und daß es ihnen nur boshafterweise aufgebürdet worden, ist, daß,nachdem man ihnen seit mehr als 30 I. den Unterricht der Jugend in Frankreich überlassen hatte, und binnen dieser Zeit wenigstens mehr als 50,000 Personen au§allen Classen der Staatsbürger bei ihnen studirt, nachher noch mit ihnen gelebt undhäufigen Umgang gepflegt hatten, es doch von allen Diesen keinen Einzigen gibt,welcher behauptet, daß er sie jemals eine solche Sprache führen oder etwas ih"Ähnliches lehren gehört hätte. Ja, was noch mehr ist, es gibt Staatsminister,welche bei ihnen studirt und schon unter ihnen gelebt haben; warum wendet nia»sich nicht an diese, um über die Lebens- undLehrart der Jesuiten Erkundigung ein''zuziehen? Es ist ja zu vermuthen, daß sie so viel Böses als möglich von ihnensagen werden, wäre es auch nur, um sich zu entschuldigen, daß sie nicht in den-Orden getreten sind. Ich weiß sehr wohl, daß man Dieses wirklich schon gethan,aber nichts Andres hat herausbringen können, als daß in der That ihre Sitten vonallem Tadel völlig frei wären. — Was Barriere betrifft, so ist es ganz falsch, daßein Jesuite ihm die Beichte abgenommen. Es war im Gegentheile gerade ein Jesuitdurch welchen ich zuerst von Barriere's Vorhaben unterrichtet wurde, und ein and'rer Jesuit suchte eben diesen Barriere von seinem Vorsätze dadurch zurückzubringen,daß er ihm vorstellte, er würde sich hierdurch unvermeidlich die ewige Verdammniszuziehen. In Ansehung des Thätest so konnten alle Qualen der Folter kein Wos'von ihm herausbringen, welches den Varade, oder jeden andern Jesuiten, indi^sen Proceß hätte verwickeln können? Und wenn es auch wirklich ein Jesuit gess^sen wäre, der diesen Streich gespielt hätte, wäre es nicht die größte Ungerechtigkeitden ganzen Orden darunter leiden zu lassen, alle Apostel zu verwerfen, weile»'J^as unter denselben sich befand? Gott wollte mich damals bloß demüthige"und doch meiner schonen, wofür ich ihm danke und aus Liebe zu ihm alles gesehnhene Unrechr vergesse. Ich bete täglich für meine Feinde, bin also weit entferntmich ehemaligerBeleidigungen zu erinnern, und es ist sehr unchristlich von Euch,daß Ihr mich daran erinnern wollt, wofür ich Euch gar keinen Dank habe.—Jesuiten sind in Frankreich »«boren, folglich meine natürlichen Unterthanen, geg?"Welche ich keinem Verdacht und keinen Einflüsterungen Raum geben will.Besorgniß, daß sie meine Geheimnis- verrathen möchten, ist überflüssig, dennwerden nichts von mir erfahren, was ich nicht will, daß sie wissen sollen. Ichschon ungleich schwerere Sachen behandelt; überlaßt dieselbe also mir ganz alle'"und bekümmert euch bloß um Das, was ich Euch sage und befehle". — So wo"der ritterliche König. — In England war die Reformation schon herrschend, alsdckJesuitenorden entstand. Sie bildeten dort bloß eine kleine Abtheilung von Miss'""*nairs, welche ihre Verrichtungen unter den überall zerstreuten u. gedrückten Katholik^im Stillen und unter dem Schleier desGcheimnisses, übten. Wenn die Regierung'"jene'n rechtlosenZeiten die Katholikeü verfolgte und die Pulververschwörung clsei»^"willkommenen Anlaß zu fernerer Unterdrückung der Katholiken benutzte, so wärest'greiflich, daß man um so mehr die Jesuiten haßte und verfolgte. Mehre Jesuiten h."*ben als Märtyrer in England geblutet, viele Gesetze, durch die krassesten Vorurthchund die ärgste Intoleranz hervorgerufen, wurden gegen sie erlassen, rinderst""neuerer Zeit, als die Vorurtheile schwanden, durch das Parlament aufgehoben. ^Im 18. Jahrh, sollten die Jesuiten , bis dahin in allgemeiner Achtung stehend, """tergehen. Von Portugal aus begann der Sturm. Pombal , Minister Königsephs und eine kräftige Seele mit großen Leidenschaften, wollte das Heil Portug"''!aber er wollte es wie ein despotischer Minister eines despotischen Staats es wob''
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