Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kalkbryuner 7

Massen, als Tropfstein, als Versteinerungsmittel. Die Farbe ist da« Wasser-,helle ins Gelbe, Graue, Grüne, Rothe, Braune und Blaue; Glas - und Perl-mutterglanz; durchsichtig mitausgezeichneterdoppelierStrahlenbrechung, bis durch-scheinend. Kalksparh erscheint in allen Zeiträumen der Bildung der Erdrinde, aufGängen und als Begleiter der mannigfaltigsten Stein- und Erzarten. Er dientals Zuschlag beim Eisenschmelzen und zu chemischem und pharmaceutischem Bedarf.2) Faferkalk erscheint lropfsteinartig, korallen-, staudenförniig und derb; istschnee- und röthlichweiß, oder sehr verschieden gefärbt, und hat ein faserigesGefüge. 3) Körniger Kalk, parischer und cararischer Äiarmor. DerMarmor der Bildhauer und Steinmetzen, unter welcher Benennung man jedochmehre Abänderungen des Kalks begreift, wird, und seit ältester Zeit schon, aufmannigfache Weise angewendet, sowie man auch eine große Anzahl von Abände-rungen desselben unterscheidet. Der weiße und der einfarbige (sogenannte Statuen-marmor) dienen besonders zu Bildhauerarbeiken; den buntfarbigen, den gestecktenund geäderten (den Architekturmarmor) wählt man für Säulen u. s. w. InGriechenland belegte man die Dächer von Tempeln und Palästen mit Marmor-platten; in Ägvpten erbaute man Paläste aus Marmor; in Italien , in mehrenGegenden Deutschlands, am Harz , im Baircuthischen ». s w., verarbeitet mandas Gestein zu Säulen, Gesimsen, Altar - und Tischplatten, Grabsteinen, Be-kleidungen der Wände, zu Urnen, Leuchtern, Dosen».s. w. Ferner werden ausdem Marmor, auf den Schusser - oder Marmelmühlen, die bekannten Spiel-kugeln für Kinder bereitet. Die Vergleichung alter Monumente hat bestätigt, daßbehauener Marmor viel länger dem Einflüsse der Witterung widersteht, als Gra-nit. 4) Kalkstein, mehr oder minder reme, dichte Kalkmasse, gewöhnlich grau,jedoch auch in den verschiedensten andern Farben. Er bildet sehr bedeutende Ge-birgsmassen in der Übergangs-, besonders aber in der Flöhzeit, wo er mehre For-mationen constituirt. Er dient besonders als Baustein, zur Verbesserung des Bo-dens, auf nassen thonigen Feldern, als Zuschlag beim Eisenschmelzen, besondersaber gebrannt zur Anfertigung des Mörtels. Das Brennen geschieht in freienHaufen, besser aber in Öfen, deren Bauart sehr verschieden ist. Man unterschei-det in dieser Hinsicht den fetten, magern und den hydraulischen Kalk oder Mörtel.Der erstere ist der schlechteste; es dauert lange, ehe er selbst an der Luft trocknet,an feuchten -Orten und unter dem Wasser trocknet er nie; er wird aber viel ge-braucht, indem er viel Wasser und Sand annimmt. Besser ist der magere Kalk,welcher an der Luft sogleich trocken wird. Der hydraulische Kalk endlich trocknetan feuchten Orten und unter dem Wasser, und kann obne irgend eine Dermengungangewendet werden. Eine Abänderung des dichten Kalksteins ist der lithographi-sche Stein, welcher zur Lithographie angewendet wird und besonders schön zu So-lenhofen im Bairischen vorkommt. 5) Die Kreide ist eine theil« weiche, theilslockere, theils ziemlich harte Kalkmasse von herrschend weißer Farbe, welche in derjüngsten Flötzperiode bedeutende Gebirgsmassen bildet und als Baustein, zumSchreiben und Zeichnen, zum Tünchen der Häuser und Zimmer, als Malerfarbe,zur Anfertigung von Tiegeln, zur Verbesserung des Bodens u. s. w. angewendetwird. 6) Der Mergel ist ein Gemenge des Kalks mit Thon, auch mit Kieseloder mit beiden zugleich. Er wird besonders zur Verbesserung des thonigen undsandigen Bodens, auch als Baustein angewendet. Minder wichtige Abänderun-gen des Kalks sind der Stinksiein, der Rogensiein, Erbsenstein, Kalktuff, Tra-vertino, Iulanit, Draunkalk, Schaumkalk, Schiefersparh u. a. m. Daschemische Zeichen des Kalks ist

K alkbrenner (Friedrich), einer der größten jetzt lebenden Pianofortespie-ler, Sohn des TonkunstlersChrisnan K., der, 1755 zu Münder im Hanover-