geschriebenen „Deer Scherzgedichte, gerymet dur ch Hans Wlllmsen L. Rost; Ge-drück.t in diesem itzigen Iahe", empfehlen sich durch gesunden Verstand und Witz,kräftige und treffende Darstellung und nationale Färbung.
Lausanne , Hauptst. desWaadtlandes (>'->is <Iu Vi,,»I) (1300 H„ 10,000Einw.), eine halbe Stunde vom Genfersee , hat seit 1536 ein Gymnasium, wel-ches 1806 zu einer akademischen Lehranstalt mit 200 Stud-, 14 Professoren undeinem Rector erhoben wurde. Die Zahl der Gold- und Silberarbeiter, sowie derDuchdruckereien, hat in der letzten Zeit bedeutend abgenommen. Die Stadt han-delt mit eignen Weinen, gewinnt am meisten aber durch die Fremden, welche wegender schönen Lage, sowie in der Absicht, sich in der franz. Sprache und im gesell-schaftlichen Tone der feinen Welt auszubilden, aus allen Gegenden Europas nachLausanne kommen. L. hat eine 8ouißir cI'e,nub,tion, nalurforsch., land - undstaatswirihschaftl. Gesellsch. und eine Bibelgesellschaft. Ehemals stand die Stadtnebst dem umliegenden Gebiete unter dem Canton Bern , dessen Landvogt auf dembischöfl. Schlosse wohnte. Der Bischof verlegte seinen Sitz, seit die Stadt diere-formirte Religion angenommen hatte, von Lausanne nach Freiburg .
Lausitz, die (200 OM.), grenzt gegen S. an Böhmen , gegen W. anMeißen und den ehemal. sächs. Kurkreis, gegen N. an Brandenburg und gegen O.an Schlesien. Sie wird von der Spree und Neisse von S. nach N. durchschnitten.Die Zahl der Einw. beträgt ungefähr eine halbe Million. Der kollbusser Kreis mit34,600 Einw. auf 17 IHM. gehörte vor dem tilsiter Frieden zu Brandenburg , dieübrige Lausitz aber bis 1815 ganz zum Königreich Sachsen. Seit der Völkerwan-derung bewohnten die Lausitz Stämme der slawischen Sorben, die Urvater der heu-tigen Wenden, unter eignen freien Häuptlingen, welche erst 922 vom deutschen Kö-nig Heinrich I. zinsbar gemacht und von Otto l. S68 zum Christenthum bekehrtwurden. Damals hieß die nachmalige Niederlausitz I.uisiui, und die Lutizer, nachAdam v. Bremen mit den Wilzen, die von den Deutschen Lutizer genannt wurden.Ein Volk, wohnten an der Ostsee . Im Anfange des 11. Jahrh, hielten die Lausitzeres mit Polen und kamen nach blutigen Kriegen erst 1032 wieder zumMarkgraf-thum Meißen, dem Heinrich die Lausitz untergehen hatte. Wratislaw v. Böhmen besaß im 11. Jahrh. die ganze Lausitz, konnte sie aber gegen Heinrich den Ältern v.Meißen nicht behaupten, und erst dessen Sohn, Heinrich der Jüngere , verlor siewieder 1123 an Wiprecht v. Groitzsch , den Eidam Wratislaws. Wiprechts SohnHeinrich vereinigte beide Markgrasthümer. Nach dessen unbeerbtem Tode 1136siel die Niederlausitz an Konrad den Großen v. Meißen, die Oberlausitz aber an denböhm. Prinzen Sobieslaw. Durch Heirath erwarb Albrecht II. von Brandenburg1205 Kamenz -und Ruhland in der Oberlausitz , und des böhm. Königs WenzelOttokar Eidam, Otto III., 1231 den Rest des Landes. Nur Zittau mit ftinecPflege blieb bei Böhmen, das übrige Gebiet der Oberlausitz besaßen die Markgra-fen von Brandenburg als böhm. Lehen, und seit 1330 auch die bisher zu Meißen gehörige Niederlausitz als Pfand. Da die askanilchen Markgrafen von Branden-burg 1319 ausgestorben waren, gab Ludwig der Baier die Niederlausitz mit Bran-denburg seinem Sohne Ludwig; die Stände der Oberlausih aber unterwarfen sichfreiwillig dem böhmischen Könige Johann von Luxemburg , und Herzog Heinrichvon Iauer erhielt wegen der Ansprüche seiner Mutter die Städte Görlitz und Lau-ban mit ihren Pflegen; doch trat er sie 1329 gegen anderweitige Entschädigung auchan Böhmen ab. Dieser freiwilligen Übergabe verdanken die Stünde der Oberlau-sitz den größten Theil ihrer Freiheiten. Die Lausitz blieb den Königen von Böh-men in den hussirischen Unruhen treu, wurde aber dafür von den Hussiken schreck-lich verheert. Erst 1459 erkannte sie Georg. Podiebrad als König an, wandlesich aber 1467 unter den Scepter des Königs Matthias von Ungarn , der auch imvlmützer Frieden 1479 die Lausitz behielt. Unter ihm kamen die Benennungen