Band 
Sechster Band. K bis L.
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Kleopatra

legenheit, sein schöpferisches Talent und classisches Wissen zu beurkunden. DieGlyptothek (s. d.), das Haus des Herzogs von Leuchkenberg, die königl. Aeit-bahn, die Pinakothek, die Haurisse zur Walhalla , dieses deutsche» Pantheons, wer-den von allen Kennern der Kunst als treffliche Werke bewundert. K. besitzt eine rast-lose Thätigkeit; während so bedeutender praktischer Beschäftigungen gründete ereine Schule für die Ausführung architektonischer Werke, welche wol schwerlich voneiner ähnlichen überlroffen wird; außerdem bearbeitete er mehre Werke über Gegen-stände der architektonischen Archäologie. 1823 und 1824 bezleüeteK. den jetzigenKönig von Baiern auf einer Reise durch Italien und Sicilien. 83.

K l e o p a t r a. Unter mehren ägyptischen Fürstinnen t.N. war die berühm-teste die älteste Tochter des Ptolemäus Auletes, Mitregentin und Gemahlin seinesältesten Sohnes Ptolemäus . Beide waren minderjährig, als ihr Vater starb, undkamen unter die Vormundschaft des Polhinus und Achilles , welche die K. ihres An-theil? an der Regierung beraubten, K. ging nach Syrien und wollte ihr Recht mitGewalt geltend machen, als Cäsar (s. d.) nach Aleyandrien kam und sich zumSchiedsrichter auswarf. K, wußte den für Jugend und Schönheit nicht unem-pfindlichen Dictator für sich zu gewinnen, und obgleich ihr Bruder einen Aufstandin Alexandrien erregte, so gelang es doch Cäsar , das Volk zu beruhigen und K. alsMitregentin einzusetzen. PothinuS aber wiegelte das Volk abermals auf; es kamzu dem alexandrinischen Kriege, und da der ältere Ptolemäus darin das Leben ver-lor, ernannte Cäsar die K. zur alleinigen Königin von Ägypten ; doch mnkte sieihren 11sährigen Bruder, den jünger» Ptolemäus , zum Gemahl und Mitregen-te» annehmen. Cäsar verweilte noch einige Zeit a» dem Hose der K. und zeugtemit ihr einen Sohn, Cäsarion. Nach Cäsars Entfernung regierte sie ungestört.Sie machte darauf eine Reise nach Rom, wo Cäsar sie glänzend aufnahm und ihreBildsäule neben die Statue der Venus in dem dieser Göttin errichteten Tempel stel-len ließ. Sie mißfiel aber dadurch dem Volke und kehrte bald in ihre Staaten zu-rück. Als ihr Bruder das 14. Jahr erreicht und seinen Antheil ander öffentliel enGewalt verlangt hatte, vergiftete sie ihn. ssetzk herrschte sie allein. Während desrömischen Bürgerkriegs trat sie auf die Seite der Trüimvirn und segelte nach derSchlacht bei Philipps nach Tarsus zum Anlonius. Sie war damals 25 Jahre allund vereinigte mit der höchsten körperlichen Schönheit Witz, Artigkeit lind alleGra-zien des Umgangs, So erschien sie auf eine,» prächtig geschmückten Schiffe untereinem Thronhimmel von Goldstoff, als Venus gekleidet, umgeben von schönenKnaben und Mädchen, die als Liebesgötter und Huldgöttinncn ihren Hof ausmach-ten. Hier feierte sie ,hre Zusammenkunft mit AntoninS durch die glänzendsten Feste,begleitete ihn nach Tyrus und kebrte dann nach Ägypten zurück. Antonius eilte sei-ner Geliebten nach und überließ sich mit ihr den ausschweifendsten und kostbarstenVergnügungen. Sie begleitete ihn auf seinem Zuge gegen die Pariher und ward,als er sich am Euphrat von ihr trennte, mit Cyrene, Cypern, Cölesyrien, Phönizien ,Cilicien und Kreta von ihm beschenkt, denen er auf ihr Verlangen noch einen Theilvon Iudäa und Arabien hinzufügte. Antonius eroberte hierauf Armenien , kehrtetriumphirend nach Ägypten zurück und erhob sowol den Cäsarion als seine drei mitder K. gezeugten Söhne zu Königen. Jetzt begann der Krieg zwischen Antonius undOcmvian. Statt seinem Gegner zuvorzukommen, brachteAnkoniuS in Gesellschaftder K. ein ganzes Jahr unter Festen und Zerstreuungen in Ephesns, Samos undAthen zu, und beschloß endlich, es auf eine Seeschlacht ankommen zu lassen. BeiActium (s. d.) trafen die Flotten zusammen. K., welche mit 60 Schiffe» den An-tonius verstärkt hatte, ergriff plötzlich die Flucht und führte dadurch den Verlust derSchlacht herbei, denn Antonius eilte, wie vom Wahnsinn befallen, ihr nach. Sieflohen nach Ägypten und erklärten dem Octavian , daß sie hinfort im Privatstandeleben wollten, wenn Ägypten den Kindern der K. bliebe. Octavian aber foderte den